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Datum: 13.12.2008Stadt: Düsseldorf




Die 80er sind zurück. Zumindest für einen Tag – dank DORO und ihrem 25-jährigen Bühnenjubiläum. Wer immer von der wohl wichtigsten Metal-Epoche schwärmt, sie aber nie selbst erlebt hat, wird heute im Düsseldorfer ISS Dome schon knappe zwei Wochen vor Weihnachten beschert. Etwa 8.000 im Jahr 1985 schockgefrorene Metaller schlendern durch die Halle, tragen stolz prächtige Vokuhilas und diverse Gold- und Silberkettchen zur Schau. An Verkaufsständen werden die buntesten Westernstiefel feilgeboten und die Currywurst schmeckt auch auf einmal ganz nostalgisch.

Aber zum Wesentlichen: DORO hat sich nicht nur ein Retro-Umfeld geschaffen, auch die Show – und das ist das wirklich Geniale an dem Abend – ist sehr im 80er Style gehalten. Eine Riesen-Produktion mit eindrucksvoller Bühnenkulisse, Pyros und Mega-Lichtanlage: Da lob ich mir die gute alte Zeit. Bevor die Metal-Queen auf die Bühne stürmt, dürfen allerdings zunächst die Thronfolgerinnen ran. Als erste Sabina Classen und HOLY MOSES, die wir leider aufgrund eines Missverständnisses am Einlass verpassen. Schade, denn das aktuelle Album der Grand Dame des Thrash Metal verspricht eine Menge.

Die volle Dröhnung gibt’s bei LEAVES' EYES. Liv Kristine, ihr Gatte Alex Krull und die ATROCITY-Gang dürfen eine knappe halbe Stunde lang das Publikum bespaßen. Der Eindruck ist ein zwiespältiger. Denn obwohl die Band sauber spielt und Liv tadellos singt, sind die Songs, die hauptsächlich vom sehr weichgespülten und dezent sperrigen „Vinland Saga“ stammen, nicht unbedingt erste Wahl in Sachen Partyuntermalung. Und so müht sich Krulle beständig und nicht immer erfolgreich ab, um die Meute anzustacheln: „Springt“, „klatscht“, „wo sind eure Hände?“ Tja, da muss erst ein Hit wie „Elegy“ her, um die DORO-Fans halbwegs aus der Reserve zu locken.


Ganz anders die momentan erfolgreichste europäische Melodic Death Metal-Sensation ARCH ENEMY. Nach endlosen Touren perfekt eingespielt, überfahren die vier Herren und die Dame das Dome-Publikum mit einer dermaßen gewaltigen Soundwand, dass auch Zweifler und Altrocker aus dem Staunen und dem Bewegungsrausch nicht mehr herauskommen.




Ob Bewährtes wie „Nemessis“, „We Will Rise“ oder die Songs des aktuellen Outputs „Rise Of The Tyrant“ – bei den Erzfeinden geht an diesem Abend alles. Die Fans feiern, tanzen, singen und sind sich einig: Hier ist etwas ganz Großes im Gange. Angela Gossow, das blonde Energiewunder mit Kriegsbemalung, brüllt sich dermaßen in Rage, dass man vor lauter Ergriffenheit manchmal beinahe vergisst, die hypnotisch-genialen Amott-Saitenzauberer gebührend zu würdigen.
Es geht eine ganz besondere Faszination von dieser Band aus, die Jahr für Jahr anwächst und der man sich nicht entziehen kann. Wer weiß, wo das Unternehmen noch hinführt – Weltklasse.

Dann angespannte Stille. Die Bühne wird frei geräumt, vergrößert und zur Fantasy-Kulisse, dem Spielplatz des bösen und riesengroßen Pappmachee-Warlock, umgebaut. Eine kesse Blondine stakst auf den Laufsteg in der Mitte der Bühne auf die Fans zu. Die jubeln: DORO?



Tja, fast. Regina Halmich, „der wahrscheinlich schönste Sandsack der Welt“, sagt ihre Freundin höchstpersönlich an und bittet die Gemeinde, die Düsseldorferin nach Kräften zu unterstützen.

Das wäre natürlich gar nicht nötig gewesen, denn als kurz darauf das Intro einsetzt und vom furiosen Klassiker „Earthshaker Rock“ inklusive Bühnenbomben gefolgt wird, steht der Dome eh Kopf. DORO, wie immer klassisch in schwarzes Leder gehüllt, ist prima bei Stimme, ihre Hintermannschaft konzentriert bei der Sache. „I Rule The Ruins“ – nein, das ist nicht die zynische Antrittsrede der Königin vor ihrem vom Leben abgekämpften Volk. Ihre Majestät ist nervös, dankbar für den gewaltigen Zuspruch und ehrlich glücklich.
Das nimmt man ihr ab. 25 Jahre Doro Pesch, das bedeutet nicht nur ein gewöhnliches Best of-Programm, sondern eine Art Dokumentationsreise durch die Geschichte harter Sounds. Klar, dass die entsprechenden Protagonisten ebenfalls mit von der Partie sind. Und zwar Schlag auf Schlag: Bobby „Blitz“ Ellsworth von den Ur-Thrashern OVERKILL macht den Anfang bei „Always Live To Win“. Zu Beginn des Songs wird er vom Mixer etwas benachteiligt, kann sich aber nach einiger Zeit behaupten und erstaunt mit einem wirklich einfühlsamen Vortrag, den DORO gleichsam verwundert und gerührt mit „Oh man Bobby“ kommentiert. Da trifft’s sich prima, dass zwei Songs später die neue Single „Herzblut“ der gesamten Fanschar gewidmet und passend dazu so richtig schön abschmachtet wird. Klar, dass DORO bei der Stimmung gleich noch ihren ewigen Lieblingssong „Für Immer“ hinterher haucht.




Bei dem fetzigen „Burn It Up“ tanzen vier ausgewählte Cheerleader der „Pyromaniacs“ sich den Wolf, als hätte es die Eliminierung ihres Rhein Fire-Footballteams nie gegeben. Überraschend früh im Set folgt: „Metal Tango“ vom „Triumph And Agony“-Klassiker. Aber auch DOROs experimentelle Phase Ende der 90er wird nicht verschwiegen. „Love Me In Black“ funktioniert auch im Rahmen dieses traditionsbewussten Abends hervorragend. Warum auch nicht? Vor allem, wenn es die wohl ungewöhnlichste Kooperation des Konzerts einleitet. TARJA TURUNEN nimmt sich für ihr Duett mit der Metal Queen mächtig zurück, tauscht Opern-Timbre gegen Poprock-Performance und verhilft der neuen Nummer „Walking With An Angel“ zu einem wahrhaft königlichen Höhepunkt, der mit der Zugabe und TARJA-Nummer „The Seer“ gekrönt wird.
Keine Verschnaufpause: „East Meets West“ sorgt auch 18 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges noch für heiße Action vor und auf der Bühne. Die wackeren Recken Chris Boltendahl [GRAVE DIGGER] und AXEL RUDI PELL tun ihr Übriges zum Gelingen des Unternehmens. Kurz durchatmen beim Klassiker „Breaking The Law“ und dann wird es Zeit für die Königsklasse: Rudolf Schenker und Klaus Meine zocken gemeinsam mit der DORO-Band „Bick City Nights“ und „Rock You Like A Hurricane“. Und auch wenn DORO den Text vor Aufregung vermasselt, kann man die Vibes fast greifen.




Nach diesem Highlight verabschiedet sich DOROs Band hinter die Bühne und das ganz große Kino beginnt: WARLOCK in der 86er-Variante betritt die Bühne. Und es wirkt so, als wären die Kollegen Micha Eurich, Niko Arvanitis und Peter Szigeti [Original-Basser Frank Rittel hat sich vollkommen aus dem Musikzirkus zurückgezogen, deshalb bleibt Nick Douglas, der inzwischen immerhin auch seit 13 Jahren für die Blondine in die Saiten greift, am Langholz] nicht lange weg gewesen. So wirbelt man jugendlich dynamisch zu den Hymnen „Fight For Rock“, „Burning The Witches“ sowie zu den sensationellerweise wieder aus der untersten Sedimentschicht vergrabener Songs ans Tageslicht gezerrten „All Night“ und „Midnight In China“. Zur Hymne „True As Steel“ gesellt sich NEVERMOREs Warrel Dane zur Band auf die Bühne – und ist mit dem Text leicht überfordert. Zumindest im Refrain klappt das Duett aber reibungslos. Allein der Anblick dieses kultigen Paares, dem locker 40 Zentimeter zur Begegnung auf Augenhöhe fehlen, ist das Eintrittsgeld wert! So langsam neigt sich der Abend dem Ende entgegen und nach dem großen Finale mit „All We Are“, bei dem noch einmal alle Gäste auf die Bühne kommen, kann wirklich niemand unzufrieden sein. 30 Songs aus 25 Jahren an einem Abend – das macht der guten DORO so schnell keiner nach.
Herzliche Glückwünsche an eine der erfolgreichsten und menschlich feinsten Damen, der man für ihre Leistungen aus so ziemlich allen musikalischen Lagern Respekt zollt – und das völlig zu Recht!

Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 16.12.2008 | 01:29 Uhr
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