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Datum: 20.10.2004Stadt: Münster-Breitefeld

Die ungekrönten Könige des Viking Metal AMON AMARTH unterwegs mit den Death Thrashern von IMPIOUS und den Avantgardisten von DISILLUSION. Keine Frage, dass ich da hin musste.
Da dies mein erster Besuch in der Live-Arena war, war eine kleine Sightseeing-Tour natürlich erstmal Pflicht. Die Arena hat ein wirklich schnuckeliges Ambiente mit ihrem Pappmachée-Mauernlook an den Wänden und den diversen Bierschänken, die den Innenraum umzäunen. Allerdings finde ich die Zugänge zum Innenbereich zu eng, aber lassen wir mal die Architektur beiseite und widmen uns dem, was wichtig ist.

:DISILLUSION:

Wirklich viele Songs durfte man angesichts der Länge von Liedgut a la „Back To Times Of Splendor“ nicht erwarten. Daher fielen auch leider wieder die Songs ihrer überragenden Mini durch das Raster. Was leider auch negativ auffiel, war der (vor allem bei den cleanen hohen Passagen) schaurig schiefe Gesang von Vurtox. Wie er selber später bei einer Ansage bemerkte, hat er seine Stimme in der letzten Woche verloren und hielt sich dementsprechend auch deutlich zurück und unterschlug auch die eine oder andere Zeile.
Nichtsdestotrotz wurden bei „Alone I Stand In Fires“ und dem göttlichen „The Sleep Of Restless Hours“ eine tolle Performance der Rhythmus-Section dargeboten, die die Band einmal mehr als äußerst tight und eingespielt präsentierte. Die Lieder wirkten in der gegenüber den Studioversionen abgespeckten Varianten wesentlich härter und kompakter und bekamen stellenweise einen ganz eigenen Groove.
Negativ fielen stellenweise auch die Samples auf. Diese nehmen den fetten Gitarren die Luft zum Atmen. Dadurch klingt leider vieles matschiger als es müsste. Dazu kommt das Problem, das Samples keinerlei Ungenauigkeiten bei den Harmonien zulassen. Sind die Gitarren auch nur ein wenig verstimmt, (was bei einem Live-Konzert schnell passiert) klingt es sofort seltsam. Vielleicht sollte man sich überlegen die Samples komplett weg zu lassen. Die Jungs sind so gute Musiker, dass sie das eigentlich in den Griff kriegen sollten.
Das Publikum reagierte auf die drei Disillusioner, ergänzt durch den Bassisten von DARK SUNS zuerst verhalten, steigerte den Applaus aber nach jedem Song und feierte die Band nach Beendigung des Auftritts gebührend ab. Alles in allem also ein mehr als gelungener Auftritt.


:IMPIOUS:

Nach der starken neuen CD „Hellucinate“ hatte ich mir von IMPIOUS einiges erwartet. Originell war auch der Einstieg in die Setlist. Mit stoischer Ruhe und ohne eine einzige Regung spielte man die ersten Riffs bewegungslos an, bevor wie auf Kommando Bewegung in die Musiker kam und die gesamte Truppe wild über die Bühne moshte und bangte. Der Sänger wirkte in dem Chaos wie der kleine Bruder von Schinkengott DANZIG. Die Band spielte arschtight auf, die Performance war top und ab dem dritten Song wurden auch im Publikum die letzten Fesseln gesprengt und der Moshpit war eröffnet. Live wirkte das dargebotene Material auf Dauer aber zu eintönig und so entschloss ich mich, lieber dem Merch-Stand einen Besuch abzustatten.



:AMON AMARTH:

Die schwedischen Wikinger sind momentan die Shootingstars bei Metal Blade. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet dieser Haufen für die besten Death Metal-Verkaufszahlen der letzten Jahre sorgen würde? Verdient haben es die Jungs aber, zumal sie sich auf den letzten Tourneen vor einer wirklich winzigen Anzahl Besucher den Arsch abgespielt haben. Lobend muss man auch erwähnen, dass man einen bunten Querschnitt durch die gesamte Schaffensperiode bot und sich nicht, wie viele Andere, die über Nacht ein Hitalbum veröffentlichten, nur auf das aktuelle Material konzentrierte. Songs wie „Death In Fire“, „Fate Of Norns“ oder das alles vernichtende „Masters Of War“ kamen fett wie ein Entenarsch. Es wurde gebangt, gemosht und mit den Fans die Trinkhörner gekreuzt. Da auch die Spielzeit die 90 Minuten-Grenze locker erreichte, gibt es nur ein Urteil. Beide Daumen hoch!





Fazit: Der Sound war bei allen Bands super und auch nicht übertrieben laut. Die Halle war gut gefüllt und jede der drei Bands legte eine überzeugende engagierte Leistung vor und rechtfertigte den Platz in diesem Billing.

(Frank „Azriel“ Zschäbitz)


Azriel

Autor: Frank Zschäbitz [Azriel] | 21.10.2004 | 14:12 Uhr
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