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Datum: 14.12.2014Stadt: Wien




Ein heißer Konzertherbst beziehungsweise Konzertwinter geht langsam zu Ende, aber bevor die erste Frühjahrsmüdigkeit einsetzt, gibt es noch einen Knaller zum Abschluss. Die aus ihrer Asche auferstandenen AT THE GATES kommen auf Tour, um ihr neues Album „At War With Reality“ zu promoten. Als Special Guest haben sie niemand geringeren als Tom G. Warrior und dessen TRIPTYKON dabei. Die schwedischen Death Metal Jungster von MORBUS CHRON runden das Package ab und so kann man davon ausgehen, dass es heute Nacht in der Arena in Wien ordentlich scheppern wird. Zwar ist der Ticketpreis mit gut 30 Euro recht hoch angesetzt, aber ein erster Blick in die schon um 20:00 Uhr gut gefüllte Halle zeigt, dass sich die meisten Fans davon nicht abschrecken lassen. So haben sich auch schon viele Menschen vor der Bühne versammelt, als MORBUS CHRON loslegen.




::MORBUS CHRON::

Die jungen Herren aus Schweden dürften gerade Death Metal Fans ein Begriff sein, wurde doch ihr kürzlich veröffentlichtes Album „Sweven“ mit Lob überschüttet. Da außerdem klassischer Todesblei momentan sowieso recht hoch im Kurs steht, kann man wenig falsch machen. So legen MORBUS CHRON auch gleich gut los, haben einen ordentlichen Sound und hauen ordentlich auf die Pauke. Bassist Dag Landin präsentiert sich stilsicher mit weißem T-Shirt und post ordentlich, während Sänger Robert Andersson sich auf seine bestialischen Screams konzentriert und sich vor dem Mikrofon verrenkt. Auch musikalisch gibt’s wenig zu meckern, die Schweden präsentieren ihren facettenreichen Death Metal und können dadurch auch eine abwechslungsreiche Show abziehen. Im Publikum zeigt man sich zufrieden mit der Show, was schon alleine dadurch zu erkennen ist, dass beim 30-minütigen Auftritt nur wenige Leute die Halle verlassen haben, um sich an der Bar volllaufen zu lassen. Ihrem Job als Anheizer werden die Jungs also mehr als gerecht!




::TRIPTYKON::

Nun wird es aber Zeit für den heimlichen Headliner des Abends, was man an der Anzahl der TRIPTYKON/CELTIC FROST T-Shirts erkennen kann. Nach einem kurzen Soundcheck betreten die Düstermetaller rund um Mastermind Tom G. Warrior zu den ersten Tönen von „Goetia“ die Bühne und legen unprätentiös los. Große Ankündigungen oder auch Stage-Acting gibt es bei TRIPTYKON nicht, dafür ein einheitliches Auftreten und ein tightes Musizieren. Weiter geht es mit einem Song vom neuem Album – „Altar Of Deceit“ wird vorgetragen, kann allerdings weniger überzeugen als das extrem düstere und vernichtende „Goetia“. Nach diesen zwei etwas längeren und doomigen Songs wird es Zeit für etwas Knackiges und so gibt es die CELTIC FROST Vollbedienung. Die Damen und Herren von TRIPTYKON schießen „Circle Of The Tyrants“ und „The Usurper“ in die Runde und stellen damit vor allem alte Fans zufrieden. Bis jetzt ein makelloser Auftritt, allerdings will sich keine wirklich finstere Energie aufbauen und auch Tom und sein Team scheinen fast etwas zu gute Laune zu haben, um diese zerstörerische und depressive Musik vorzutragen. Nachdem TRIPTYKON auf dieser Tour aber nur Special Guest sind, haben sie keine Möglichkeit mehr, diesen Eindruck noch zu ändern, denn die ersten Töne von „The Prolonging“ leiten schon den letzten Song des Abends ein. Insgesamt ein guter Gig einer eingespielten Band. Die Wiener Fans sind zufrieden und beklatschen den Altmeister des Black Metal. Die totale Finsternis hat sich aber an diesem Abend nicht eingestellt; das ist bei einem so kurzen Auftritt und in diesem Setting aber wohl auch zu viel verlangt. Außerdem hat auch das Mischpult nicht so ganz mitgespielt.




::AT THE GATES::

In der Pause zwischen TRIPTYKON und AT THE GATES hat man dann die Chance, beim Merchandise-Stand etwas mit Jungs von MORBUS CHRON zu quatschen und auch einige Mitglieder von TRIPTYKON sollen sich im Laufe der Zeit noch an die Bar verirren und bereitwillig Fotos mit sich machen lassen. Währenddessen füllt sich die Halle der Arena in Wien nahezu vollständig und AT THE GATES werden ungeduldig erwartet. Was in den nächsten 80 Minuten passiert, ist dann eine Reise durch die verschiedenen Alben der Schweden. Neben klassischen Songs wie „Slaughter Of The Soul“ oder „Under A Serpent Sun“ gibt es natürlich auch einiges vom neuen Album zu hören wie zum Beispiel „City of Mirrors“ oder „The Circular Ruins“. Aber auch für die ganz alten Hasen wird etwas gespielt, denn der Track „Windows“ vom 1992 veröffentlichen Album „The Red In The Sky Is Ours“ findet sich ebenfalls in der Setliste. Für jeden ist also etwas dabei und so werden die Schweden auch ordentlich abgefeiert. Diese leisten sich auch keine Blöße, wirken konzentriert und beherrschen ihre Songs. Der Sound dröhnt druckvoll aus den Boxen, sodass man sogar noch an der Bar problemlos mitbekommt, um welchen Track es sich handelt, wenn man sich mal schnell den Bier-Nachschub organisiert. Es stellt sich lediglich die Frage, ob Tomas Lindberg bei Live-Shows unbedingt seine Schildkappe tragen muss. Aber diese Frage stellt sich ja auch bei Tom G. Warrior auf ähnliche Art und Weise. Im Publikum konnte man außerdem noch die interessante Diskussion verfolgen, inwiefern sich die Musik von AT THE GATES von traditionellem Hardcore unterscheiden würde. Scheinbar hat dieser Metalabend tatsächlich die unterschiedlichsten Menschen zusammengeführt. AT THE GATES wird es freuen!

Alles in allem ein gelungener Abend, bei welchem einem einiges geboten wurde. Keine Band enttäuschte und alle Truppen dürfen mit den Reaktionen ihres Publikums zufrieden sein. MORBUS CHRON hatten somit auf jeden Fall die Möglichkeit, ihre Musik einmal einer größeren Menge zu präsentieren. Und Tom G. Warrior darf sich fragen, ob er aus dem Pool der AT THE GATES Fans vielleicht auch ein paar Menschen für sich gewonnen hat.

Squiggofant

Autor: Jonathan Jancsary [Squiggofant] | 16.12.2014 | 12:54 Uhr
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