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Datum: 05.02.2016Stadt: Essen

Es gibt Metalkonzerte, und es gibt Metalevents. Auf Metalkonzerten trifft man in einem charmanten Kellerclub Freunde und Gleichgesinnte, trinkt Bier, bis die Kisten leer sind und bestaunt Bands, von denen man noch nie zuvor gehört hat.
Und auf Metalevents? Leistet man sich bei einem Bierpreis auf Oktoberfestniveau (ein Maß für 10,50 Euro) den Luxus von einem oder zwei Becherchen lauen Fasspilses, pflügt sich damit in zwei Songlängen durch 700 Fremde vom Merchstand zum Klo und zurück, während die Größen der Extremmetalszene ihre sauber durchgeplanten Shows abspulen. Und das in einer Location – in diesem Fall der Essener Weststadthalle – mit dem zweifelhaften Charme eines Parkhauses. Selbst stolze 38 Euro Eintrittspreis (dafür kriegt man andernorts ein Festivalticket inkl. Campingpass) und eine weitere milde Gabe von 10 Euro, um die Wanderausstellung der BEHEMOTH-Illustratoren Toxic Vision zu bewundern, sind aber offenbar kein Hindernis, den Laden voll zu machen. Oder, auf den Punkt gebracht: An diesem Freitag kann man unter dem Titel „Europa Blasphemia“ die gut geschmierte Metalmaschinerie, zu der die einstige Randgruppenszene geworden ist, live bewundern.




Da sind INQUISITION als Opener (wenn sich der Begriff hier überhaupt noch eignet) vergleichsweiser tiefster Underground. Das in Seattle residierende Duo ist mit seiner Show leider annähernd durch, als die Menschenschlange von der Länge eines Baseballfeldes endlich in die Weststadthalle gequetscht ist. Und gequetscht ist das richtige Wort – denn die Platzierung der Bühne, die an einer der Längsseiten der etwa 25 Meter langen Halle aufgebaut ist, ist so unglücklich, dass der durchschnittliche Besucher (1,65 bis 1,80 Meter, ein Getränk pro Stunde, ein Toilettengang alle 90 Minuten) keine Chance mehr hat, eine Band frontal zu sehen, wenn er seinen Platz auch nur einen Zentimeter weit verlässt. Das unverschämte Ausgehverbot vor 21Uhr ("sonst musste halt ne neue Karte kaufen") des Hallenbetreibers tut da sein Übriges.
Ich habe jedenfalls, Segen oder Fluch, den Abend neben der Bühne verbringen müssen, weil es ohne Martial-Arts- oder Hypnosekenntnisse unmöglich war, vor die Bühne zu gelangen. Nicht dass ich nicht beides beherrschen würde, aber wenn man in offiziellem Auftrag unterwegs ist...
INQUISITION jedenfalls sahen zwar zu zweit seitlich betrachtet etwas verloren aus, machten aber recht gut Stimmung unter den schon vollzählig anwesenden und sich langsam warmtrinkenden Gästen. Zuletzt bot das Duo spannenderweise einen Song ihres in einigen Monaten erscheinenden neuen Albums dar. Wie der klingt? Tja, ich würde sagen: Genau wie alle anderen, die ich von ihnen kenne – die Variationsmöglichkeiten mit einer verzerrten Gitarre und einem Drumkit sind ja naturgemäß recht beschränkt. Das war auch beim Rundlauschen auf dem Männerklo recht einhellig die Meinung: Für eine Zweimannbesetzung eine recht intensive Show, traditionell böser Black Metal in typischer US-Tradition eben, aber die unterhaltsamste Liveband der Welt sind INQUISITION nicht. Und die Halle sei „totale Scheiße“, sagt der Typ neben mir, als er den Hosenstall wieder zumacht.




Die beschränkten Bühnenmöglichkeiten von INQUISITION bedeuten in der nächsten Runde gute Karten für ENTOMBED A.D., die mit ihrem oldschooligen Schweden-Death-Rock-Gebräu in eine ganz andere Kerbe schlagen. Image ist hier nichts, dafür gehören Schlabbershirts, knappe 30 Jahre Bühnenerfahrung und Halbglatzen bei L-G Petrov und Konsorten zum guten Ton. Apropos guter Ton: Death Metal mischt sich offenbar um einiges flüssiger als das Black-Metal-Gewitter des restlichen Abends. Der Sound jedenfalls ist während der ENTOMBED A.D.-Stunde eine Wucht – anhörbar laut, brutal, differenziert... so muss das sein. Deshalb haben alle, auch der kurzhaarige Typ mit dem Abbath-Painting, eine Menge Spaß, als das Quintett nicht nur die geradlinigen Songs des letzten Albums „Back To The Front“ und des demnächst erscheinenden „Dead Dawn“ auspackt, sondern auch erfreulich viel von den ersten drei (und wenig bis nichts von den späteren) ENTOMBED-Alben spielt. Und, wer hätte das gedacht, die gehen auch nach 25 Jahren nach vorne wie am ersten Tag! Sympathische, fleißige und sichtlich für die Bühne geschaffene Band, der man mit etwas gutem Willen fast einen zweiten Frühling attestieren kann. Bock haben sie, Bock machen sie – so muss Livemusik klingen!




Ganz gegenteilig zu dieser völlig unprätentiösen, schlichten Metal-Darbietung kann man vom restlichen Abend ziemlichen Zirkus erwarten. ABBATH, der sich nach der üblichen Schlammschlacht im Rahmen der Trennung IMMORTALs gerade solo einen Namen macht, fährt in Volllederausstattung und typischer Gesichtslackierung vor, flankiert von maskiertem Drummer (der übrigens weder Baard Kolstad noch Kevin Foley ist, sondern der unfassbar tighte und fehlerlose 25-jährige US-Amerikaner Gabe Seeber) und einem schier unerträglichen, aber irgendwie in seiner Putzigkeit doch wieder entertainenden Personenkult. Musik gibt’s übrigens auch zu hören, und die donnert von der Bühne noch stampfender als von der schon ziemlich gelungenen selbstbetitelten Platte. „Winterbane“, „Ashes of the Damned“ oder „Count the Dead“ sind jedenfalls wiedererkennbare, schlau konzipierte Songs, die ihre „Hey! Hey! Hey!“-Wirkung nicht verfehlen und den schmalen Grat zwischen MOTÖRHEAD-Attitude und Blashyrkh-Trueness zu wandeln wissen. Da lässt sich sogar der ansonsten völlig ungerührte King zu ein paar eher unbeholfenen Klatsch-Animationen hinreißen. Das ist für ihn vermutlich auch der spaßigste Teil des Abends, den Rest der Show hat er nämlich mit technischen Problemen zu kämpfen, die gelegentlich den Bass ausfallen lassen. Nervt, tut aber der Show grundsätzlich keinen Abbruch. Die könnte vielleicht neben „Nebular Ravens Winter“, „Tyrants“, „One by One" und „All Shall Fall“ (und "Warriors" aus dem I-Projekt) noch mit ein paar mehr älteren IMMORTAL-Klassikern vor der „Damned in Black“-Ära gespickt und damit etwas abwechslungsreicher sein, aber das geht für eine erste Tour, zudem mit neuer Besetzung, absolut in Ordnung. Sympathiepunkte sammelt Abbath nach der Show nicht nur für das selbstironische „Abbath Road“-Shirt, sondern auch für die nette freiwillige Signing-Session am Merchtisch. Der Mann weiß, wie man an Fans kommt.




Und dann der vermeintliche Höhepunkt des Abends: BEHEMOTH mit einer Vollshow des aktuellen „The Satanist“-Albums und einigen zusätzlichen Klassikern, verpackt in eine bis in die hinterste Ecke durchchoreographierte Show – und das selbst auf Tour mit Konfettikanonen, Flammenwerfern, Trockeneisnebel, zwei Projektionsleinwänden, massiven Metallständern und dem üblichen zusätzlichen Dekogeraffel. Unfassbarer Aufwand, aber angesichts dessen, dass BEHEMOTH der derzeit wohl dickste Act im Extreme Metal sind, ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Und musikalisch? Auch da ist die Maschine, zu der BEHEMOTH geworden sind, bestens geschmiert und schnurrt ohne Aussetzer. Klar, „The Satanist“ ist echt ein fettes Album, emotionaler als viele seiner Vorgänger, und es bietet viele Ansatzpunkte für eine satanische Show (die Nergal dann auch bravourös mit Klettereinlagen über den Sicherheitszaun und individueller Segnung der ersten Publikumsreihen nutzt, während Basser und Gitarrist mit Blut um sich spucken). Überhaupt eignet es sich für eine Inszenierung, wie sie die vier Polen mittlerweile im Schlaf beherrschen. Was die Performance betrifft, kann man der Band ohnehin nicht am Zeug flicken – da sitzt alles, und vor allem die brutaleren, atmosphärischen Teile des Albums (wie der Titelsong oder „Ben Sahar“) verfehlen da nicht ihre Wirkung. Schade, dass die Techniker die Herausforderungen der für Metalveranstaltungen völlig ungeeigneten Halle leider nicht so meistern, dass der Sound dem Album auch nur ansatzweise nahekommt.

Dass der Zugabenteil nach „O Father, O Satan, O Sun!“ dann z.B. aus dem uralten BATHORY-lastigen „Pure Evil and Hate“ von der „And the Forests Dream Eternally“-Mini besteht, das damals seine Faszination vor allem aus dem Rumpelsound und dem archaischen Arrangement gezogen hat, ist seltsam. Nach der technisch beeindruckenden und aufgedonnerten knappen ersten Stunde der Show so einen stripped-down Old-School-Song zu spielen, wäre durchaus ein Statement, wenn er denn noch charmant klingen würde. Klingt er aber meinem Empfinden nach nicht, sondern eher wie ein mäßiges BEHEMOTH 1993-Cover, gezockt von BEHEMOTH 2016. „Antichristian Phenomenon“ von „Thelema.6“ und das programmatische „Conquer All“ von „Demigod“ beenden dann eine Show, nach der 700 Leute geplättet einem charismatischen Frontmann aus der Hand fressen. Und als das Licht angeht, sieht der von jedem Flair befreite Betonbau aus wie nach einer Vandalenparty. Ein bisschen wie auf dem Oktoberfest.

Ein großes Dankeschön geht an Thorsten Fiolka für das Bereitstellen der Fotos!

Florian Dammasch, Katharina Beck

Autor: Florian Dammasch [Alboin] | 15.02.2016 | 20:19 Uhr
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