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Grand Magus
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Datum: 13.08.2003Stadt: Münster [Breitefeld]

Dass man sich nicht immer auf einschlägige Routenplaner-Anbieter im Indernetz verlassen sollte, durften Kollege Danu und meine Wenigkeit gestern zum wiederholten Male am eigenen Ohr spüren, denn als wir gegen 21:00 Uhr endlich an der quasi Hafenbahn-Nachfolge-Location ankamen, waren CALIBAN schon mächtig am Lärmen, womit klar war, dass der Opener EXHORTATION wohl schon am vorhandenen Vegan Chili-Stand für Party sorgen würde... Auf der ausgedehnten Fahrt zum Ort des Geschehens, wollte die Diskussion um den Erfolg dieses Abends nicht abbrechen - denn schon einige namenhafte [allerdings Metal-] Bands hatten die Münsterer Halle mit ihren Auftritten beehrt, die Besucher blieben allerdings schon des öfteren fern.

:: Caliban

An diesem Abend sollte aber alles anders kommen. Zwischen vereinzelten Metalheads konnte man den Hauptteil des Publikums problemlos dem Hardcore-Lager zuzählen. Die Anwesenden füllten die ansonsten sehr geräumig wirkende Live Arena fast komplett aus und das Wasser lief die Wänder hinunter. Diese Tatsache lag zwar zum Teil an den vorherrschenden Wetterbedingungen, was jedoch auf der Bühne geschah und die Leute somit ins Schwitzen brachte, dürfte einen weitaus höheren Anteil ausgemacht haben.
Vor der mittlerweile verlängerten Stage schaarten sich nicht wie auf jeder x-beliebigen Metal-Show die interessiert aber wenig amibitioniert Richtung Sänger stierenden Gesichtern - da wurde gebangt, etwas gepogt etc. pp. - das wäre bei einer Metalband dieser Größenordnung so gut wie undenkbar. Als der etwas arrogant-introvertiert wirkende Fronter Andy [seit neuestem als Kurzhaar unterwegs] die Menge dann dazu aufforderte, sich zu spalten und beim kommenden Song aufeinanderzuzurennen, glaubte ich noch daran, dass es bei dem Versuch bleiben würde; doch weit gefehlt: innerhalb der ersten 3 Takte klatschte Seite links auf Seite rechts und die Hölle entfesselte sich dort vorne - auch langhaarige ließen sich dort ausmachen. Die Band selbst brachte mit ihrem tighten Metalcore also einiges zum Kochen und spielte mit einer gesunden Mischung alter und neuer Songs das vordere Drittel der Live Arena ohne mit der Wimper zu zucken an die Wand. Ein sehr starker Auftritt des Ruhrpott-Fünfers, der nicht nur meinen -verzweifelt mit der nicht ganz einwandfrei funktionalen Digicam umherirrenden- Kollegen sondern auch viele andere Anwesende überzeugt haben sollte. Merke, Hardcore-Gigs sind eben doch was anderes.

:: Biohazard

Nach einer kurzen Umbaupause ging es dann mit denn Mannen um unseren Lieblingswonneproppen Evan Seinfeld weiter. Diese Bezeichnung ist nicht mal übertrieben, denn der Chefkomiker hat seine einst muskelbepackte Plakatwand doch etwas vernachlässigt und wirkte so etwas behäbiger aber auch weniger enthusiastisch als noch vor zwei Jahren [was aber sicher nicht an seiner Figur lag], im Vorprogramm von SLAYER. Wie auch immer - das Publikum feierte den New Yorker GrooveCore frenetisch ab und auch die von Evan geforderte Circle-Pit ließ nicht lange auf sich warten. BIOHAZARD setzten das fort, was CALIBAN angefangen hatten. Neben dem eben erwähnten Pit waren die wohl lustigsten Höhepunkte, als die Band im wahrsten Sinne die Bühne demolierte - und das eher ungewollt. Bei den typischen Bühnensprüngen landete Gitarrist Billy auf der Erweiterung, die aus recht dünnem Presspan bestand und krachte natürlich bis zur Hüfte in den Boden ein. Dieser Vorgang sollte sich später wiederholen, so dass Evan seinen Bass schlußendlich von zwei großen Löchern eingekesselt bedienen mußte. Wenngleich auch die Musik den Hauptteil des Sets ausmachte und man von dem Brüllmeister himself wenig erwarten durfte, machten sich die Jungs nach einer guten Stunde schon wieder von der Bühne, gaben noch eine Zugabe und das war's.
Umso erstaunlicher aber, dass trotz enorm kurzer Spielzeit und Trägheit in forderster Front die Resonanzen immer noch fast euphorisch waren - sogar mein Rödelheimer Kollege und ich fanden den Gig trotz genannter Kritikpunkte Klasse. Ein cooles Teil und auch im ganzen eine sehr cooler Abend, wenn Danu's Cam wenigstens noch mehr als ein brauchbares Foto geliefert hätte, wäre alles natürlich noch besser gewesen ;-)

Als sich die Arena leerte und man bei einem Abschlußbierchen noch etwas resümierte, fiel unser Blick dann auf den Veranstalter, der mit fassungloser Mine kapitulierend auf die beiden Löcher in der Bühne starrte. Bei Metal-Shows passiert sowas eben nicht so häufig... aber wie war das noch?! Hardcore-Gigs sind eben doch was anderes...

shilrak

Autor: Markus Jakob [shilrak] | 15.08.2003 | 11:50 Uhr
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