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Datum: 14.04.2012Stadt: Würzburg



Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft - das mag ja als schnöde betriebswirtschaftliche Binsenweisheit zutreffen, in Sachen Metal-Show wirkt das am heutigen 14. April 2012 allerdings eher geschäftschädigend, denn in hiesigen, unterfränkischen Gefilden hat der geneigte Metalhead heute wirklich die Qual der Wahl: nicht nur die Teutonenstahl-Legenden von ACCEPT mit HELL spielen ganz in der Nähe in Geiselwind, in Lichtenfels steigt das „Ragnarök“-Festival für alle Heidenmetaller, in Schweinfurt zocken diverse Untergrund-Kapellen beim „Moshball“, unweit im Würzburger „Immerhin“ findet das „CataDoombs“-Festival mit CONAN, OBELYSKKH, B.SON und BLACK CAPRICORN statt und schlussendlich ist im fabelhaften „B-Hof“-Gewölbekeller überwiegend Melodic Death Metal mit BLEEDING RED, PARASITE INC., ALL WILL KNOW und SOULBOUND angesagt.

.:SOULBOUND:.
Als der „B-Hof“ geentert wird, spielen letztere noch vor ziemlich leerer Hütte, präsentieren sich aber dennoch engagiert und bieten neben einem ordentlich rockenden Sound zwischen freundlichem Metalcore und Melodic [Death] Metal auch noch einen sympathischen Frontmann, der zudem eine gewisse Ähnlichkeit mit Matthias Sammer [no offense intended!] hat.
Der Basser soliert abschließend zweifelsfrei eindrucksvoll, dann ist auch schon wieder Schluss...

.:ALL WILL KNOW:.
Mittlerweile sind immerhin fast vierzig Leute vor Ort, so dass die Kulisse für ALL WILL KNOW aus Würzburg bzw. Darmstadt nicht ganz so spärlich ausfallen muss.
Mit Gitarrist Jan Jansohn [ex-ADORNED BROOD, ex-AGATHODAIMON] hat man hier sogar so etwas wie Szene-Prominenz im Line-Up, aber auch so haben AWK einiges zu bieten: präsentiert wird nämlich durchaus abwechslungsreicher, ziemlich zeitgemäßer Sound im Spannungsfeld zwischen Metalcore, Modern Metal und sehr sauberem Melodic Death Metal, allerdings auch mit wenig Ecken und Kanten.


Dennoch laufen die Songs vom AWK-Debüt "conflict." wie "A Dying Heart", "The Weakest Spot" oder "Static" durchaus gut 'rein. Shouter Steve "KiAi" straft mit seinem Gesang seine schmächtige Statur Lügen und so wissen auch "Devolution", "Feeding The Aftermath", "Heliopolis" und "Mental Teardown" zu überzeugen. Mit "Counting Stars" soll schon Schluss sein, aber als Dreingabe gibt es schließlich auch noch "Another Day To Die".

.:PARASITE INC.::
Die Aalener Melodic Deather von PARASITE INC. machen sich anschließend nicht minder unverdrossen ans Werk, hauen gleich zu Anfang „Bleve“ 'raus und legen mit „Back For War“ gleich nochmal nach.



Das Line-Up wurde bekanntlich mittlerweile durch Kevin "Juan" Sierra [HACKNEYED] verstärkt und der neue Klampfer harmoniert offenbar prächtig mit seinen Landsmännern – Frontmann Kai glänzt mit launigen Ansagen und, auch wenn der Sound nicht ganz optimal ist, legt das Quartett ein energetisches Set hin, das nicht nur in den ersten Reihen für gute Stimmung sorgt. Kein Wunder, denn bei Songs wie „Function Or Perish“ [die 2011er Single-Veröffentlichung], dem neuen Track „Time Tears Down“ und „Armageddon In 16:9“ vom Debüt ist nichts als Mitgehen angesagt!


Das Drumming von Benjamin Stelzer ist wuchtig und präzise, die Gitarren machen ordentlich Druck und die Schwaben lassen mit Melodic Death-Krachern wie den - ebenfall neuen - „Pulse Of The Dead“ und „In The Dark“, sowie „Unmeant Outcast“ keinerlei Langeweile aufkommen, sondern beschließen mit „End Of Illusion“ einen mehr als soliden Gig, der ihnen doch hoffentlich etliche neue Fans bescheren wird...

.:BLEEDING RED:.
Zeit für die derzeitigen Newcomer in Sachen teutonischer Extreme Metal-Klänge, namentlich BLEEDING RED aus Spraitbach/Schwäbisch Gmünd, die sich nunmehr anschicken, ihr Debüt, „Evolution's Crown“, live in Unterfranken zu promoten.
Frontmann/Gitarrist Timo zeigt sich ob der – unglaublicher- bzw. seltsamerweise immer mehr schwindenden – Zuschauerkulisse trotzdem ausgesprochen motiviert, auch wenn sich zu dieser vorgerückten Stunde nur noch knapp 25 Nasen die Ehre [was ist da los, Unterfranken?] geben bzw. lange genug ausharren, um sich von BLEEDING RED und dem von ihnen kredenzten Cocktail aus [ganz herrlichem] Melodic Death/Black und Thrash Metal einen ordentlichen Scheitel ziehen zu lassen.


Songs wie „Thoughtcrime“ und „Unmaster“ schrauben dennoch zeitnah' sämtliche noch anwesenden Rüben ab [v.a. die von MN-Kollege Sammy!], Timo im ärmellosen DISSECTION-Shirt schreit sich förmlich die Seele aus dem Leib, sein Klampfenkollege Manuel besticht nicht nur durch sein präzises Riffing, sondern v.a. durch seine unglaublich lange Matte und auch Drummer Fabian läßt nebenbei amtlich die Frisur kreisen.
Zwischendurch beweisen BR auch noch Humor und Musikwissen, als sie ganz kurz mal „Caravan“ von Jazzlegende DUKE ELLINGTON anspielen, bloss um „Involution“ und [die DISSECTION-Huldigung] „Goddess Of Black“ gleich hinterher zu ballern.



Mit „Calling For Your Downfall“ endet bereits dieser absolut überzeugende und mitreißende Auftritt, der erneut untermauert, dass der herrschende „Hype“ um diese Kapelle absolut berechtigt ist, denn homogener und headbangfreundlicher kann man diese Art Musik eigentlich kaum noch spielen...!

dkay

Autor: Dirk Konz [dkay] | 03.05.2012 | 21:44 Uhr
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