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Datum: 25.01.2011Stadt: Hamburg

BRING ME THE HORIZON sind sicherlich ein zweischneidiges Schwert. Von den einen als Band, die neue Maßstäbe setzt, gehypet - von anderen für den Erfolg und die relativ gut zugängliche Musik verachtet. Erst vor wenigen Monaten haben die fünf Engländer mit "There Is A Heaven..." ihr neues Album veröffentlicht und mit diesem im Gepäck sind sie derzeit mit den ARCHITECTS und den Amis THE DEVIL WEARS PRADA unterwegs. Alles Bands, die gut und böse in sich vereinen. Das neue Album der ARCHITECTS erschien am Konzerttag und bringt viele Veränderungen im Vergleich zu den Vorgängern mit sich, die nicht jedem schmecken. Dazu THE DEVIL WEARS PRADA, eine Band, die offen zu ihrem christlichen Glauben steht und dafür ebenfalls gehasst und geliebt wird. Zusammen also ein interessantes Tour-Paket, welches im Grünspan [Hamburg] die Bühne zerlegen will.

Das Grünspan selber ist an diesem ausverkauft und - wie man es erahnt hat - ziemlich teenagerlastig. Zum Teil kommen die jungen Küken aufgrund von Alterskontrollen trotz erstandener Karte nicht mal in den Club. Keine Frage, die Bands sind derzeit ziemlich angesagt, die Ablehnung einiger Metalheads ist daher schon verständlich [wenn auch unsubstantiiert]. Der Sound an dem Abend ist recht gut, wenngleich die Bude erst bei BRING ME THE HORIZON erst wirklich erzittert [ob dies am Mischer an sich oder an dem weit verbreiteten Gerücht liegt, dass erst der Headliner das volle Programm fahren darf, bleibt natürlich ungeklärt].




.:THE DEVIL WEARS PRADA::
Da sich vor dem Grünspan bereits vor Einlass eine lange Schlange gebildet hat und Schlange stehen nicht schockt, kommt man erst entspannt mit den Letzen in den Laden. Die Folge ist, dass man von THE DEVIL WEARS PRADA noch zwei Songs zu sehen bekommt, die darauf schließen lassen, dass die Band live Spaß macht. Positiv fällt auf, dass die teilweise vorhandenen cleanen Gesangsparts live ebenso gut und sauber dargeboten werden, wie auf Platte. Und beeindurckend ist auch, dass der Tastendrücker mehr abgeht als der Rest der Band zusammen. Fazit: kurz, aber gut!




.:ARCHITECTS:.
Bereits vor Beginn des Auftritts der fünf Briten werden laute Rufe mit dem Bandnamen laut, was zeigt, wie beliebt die Band ist. Kein Wunder, war "Hollow Crown" doch ein ziemlich durchschlagender Brecher der Band. Das neue Album "The Here And Now" steht seit heute in den Läden und ließ bei Vorab-Videos erkennen, dass die Architekten ihren Sound [leider!] drastisch verändert haben. Und so ist es auch live sehr zwiespältig. Knallen die Songs der Vorgängeralben wie "Early Grave" oder "Follow The Water", bei denen Sänger Sam Carter sich die Seele aus dem Leib brüllt, noch volles Mett, so verheissen die neuen Tracks nichts Gutes. Viel cleaner Gesang, viele Hooklines, oft im typischen Intro-Strophe-Refrain-Bridge-Schema verpackt. Leider kann kein einziger Song des neuen Albums live überzeugen, wenngleich die angereiste Menge dies stellenweise anders sieht und die neuen Sachen lauthals mitsingt [wie gesagt, Hooklines]. Auf der einen Seite vortrefflich, auf der anderen Seite langweilig, verlassen die ARCHITECTS nach ca. 45 Minuten die Bühne und hinterlassen einen zwiegespaltenen Eindruck.




.:BRING ME THE HORIZON:.
Viel hat man über die Band gehört und gelesen. Szeneband, vorhersehbar, live eher Durchschnitt. Aber: völlig falsch! BRING ME THE HORIZON zerlegen das Grünspan in Schutt und Asche, von der ersten bis zur letzten Minute. Sänger Olly Sykes keift sich durch die Songs der beiden letzten Alben "Suicide Season" und "There Is A Heaven...", unterstützt am Mikrofon von Gitarrist Jona Weinhofen [Ex-I KILLED THE PROM QUEEN & BLEEDING THROUGH]. Die Band ist live absolut überzeugend, spielt die Songs tight und mit fettem Sound, nicht ohne hier und da mal eine kleine Variation einzubauen. Interessant auch, wie BRING ME THE HORIZON es schaffen, die vor allem auf "There Is A Heaven..." vermehrt auftretenden Samples live umzusetzen. Kleine Highlights, wie das Duett mit Sam Carter von den ARCHITECTS bei "The Sadness Will Never End" [welches von Carter auch auf dem Album "Suicide Season" eingesungen wurde], bereichern die Show nur nnoch umso mehr. Die Menge feiert die Band und des öfteren werden ganze Passagen mitgegröhlt. Der "Vorteil" der Band ist zudem, dass Olly Sykes offensichtlich einfach nicht singen kann, so dass er sich den ganzen Abend die Stimmbänder kaputtschreit [eine Leistung, die so mancher gestandene Metalsänger erstmal hinbekommen sollte]. Es bleibt daher die Hoffnung, dass BRING ME THE HORIZON nicht ebenfalls "weicher" werden wie es der Fall bei den ARCHITECTS ist. Nach ca. 70 Minuten inklusive kurzer Zugabe ist Schluss und mal von jedem Trend und jedem Hype abgesehen war das Konzert ein verdammtes Highlight. BRING ME THE HORIZON sind live definitiv zu empfehlen!


trapjaw

Autor: Andy W. [trapjaw] | 30.01.2011 | 00:51 Uhr
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