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Datum: 09.12.2012Stadt: Geiselwind

OBITUARY und CRADLE OF FILTH bereisen gerade unabhängig voneinander und mit jeweils eigenem Touraufgebot die deutschen Clubs. In Geiselwind haben sich die Veranstalter etwas besonderes einfallen lassen und bringen für einen einzigen Abend die insgesamt sieben Bands beider Touren auf eine gemeinsame Bühne. Eigentlich eine interessante Idee und mit 35 Euro pro Ticket bekommt man auch ganz schön viel für sein Geld geboten, wie kompatibel die Old-School-Death-Metal-Walze aus Florida und die exzentrischen Briten, die sich irgendwo zwischen Gothic und Black Metal nicht wirklich gut kategorisieren lassen, jedoch wirklich sind wird sich im Laufe des Abends herausstellen.

Da bis zum Ende des Abends ganze sieben Auftritte über die Bühne gehen müssen ist der Beginn bereits für 16 Uhr angesetzt. Leider ein bisschen früh für ein Konzert unter der Woche und so bleibt uns – wie vermutlich etlichen anderen – nichts anderes übrig als die ersten Bands aufgrund anderer Verpflichtungen ausfallen zu lassen. Nach meinen vorbereitenden Recherchen trauere ich den ersten Vertetern der beiden Touren – BLYND und THE AMENTA – nicht großartig nach, PSYCROPTIC mit Joe Haley hätte ich mir allerdings schon ganz gerne angesehen.



:: Macabre ::


Los geht es für uns also erst mit MACABRE aus Chicago. Oh, was hatte ich mich im Vorfeld auf diese Band gefreut. Die selbsternannten Erfinder des "Murder Metal" können mittlerweile auch schon auf eine 27-jährige Bandgeschichte und etliche Veröffentlichungen zurückblicken. Das besondere dabei: In all den Jahren hat MACABRE keinen einzigen Besetzungswechsel zu verzeichnen und so stehen Gitarrist und Sänger Corporate Death, Bassist Nefarious und Schlagzeuger Dennis The Menace wie eh und je gemeinsam auf der Bühne. Ilustre Bandhistorie hin oder her, von mir und vielleicht dem ein oder anderen Connaisseur abgesehen scheint die verrückten Amis niemand zu kennen. Dementsprechend skeptisch steht das bei weitem noch nicht vollzählige Publikum den sehr makaberen und mit viel schwarzem Humor vorgetragenen Liedern über bekannte Massenmörder der Menschheitsgeschichte gegenüber. Trotz der bedauerlich geringen Publikumsresonanz liefern MACABRE eine respektable Show ab. Frontmann Corporate Death erläuter zwischen den Songs kurz die Hintergründe zu der ein oder anderen Geschichte und untermalt seine Gesangsdarbietung mit abgefahrenen Grimassen.


Obwohl das nicht mehr ganz neue aber immer noch aktuelle Album "Grim Scary Tales" aufgrund der beschränkten Spielzeit für meinen Geschmack etwas zu kurz kommt haben MACABRE eine insgesamt sehr gute Auswahl mit allen wichtigen Songs von "Dahmer", "Murder Metal" und den älteren Alben getroffen. Darunter finden sich mit Peter Kürten ("The Vampire Of Dusseldorf") und "Fritz Haarmann der Metzger" auch zwei deutsche Fälle. Letzterer sogar mit komplett deutschem Liedtext, wodurch das Trio aus Chicago – leider erst gegen Ende des Sets – nochmal offensichtliche Pluspunkte beim Publikum sammeln können.

Von mir gibt es jedenfalls beide Daumen nach oben für eine leider völlig verkannte und unterschätze aber hervorragende, wirklich amüsante Death-Metal-Band.



::God Seed ::


Ich muss gestehen, dass ich bei dem ganzen hin und her um GORGOROTH / GOD SEED nicht mehr vollständige durchblicke. Das ist an dieser Stelle aber auch nicht so entscheidend. Die lebensgroßen Kreuz und die nackten Menschen die man von diversen umstrittenen Auftritten der Band kennt haben die Norweger zu Hause gelassen. In der Musichall ist bereits einiges für CRADLE OF FILTH vorbereitet und der Rest der Bühne bietet schon kaum genug Platz für die sechs Musiker, außerdem kann man ja dem Headliner nicht so einfach die Show stehlen. Ich nehme schwer an, dass die exzessive Bühnenshow auch für die anderen Termine der Tour nicht vorgesehen ist.


Während Sänger Ghaal langsam über die Bühne wandelt, die Hand immer wieder in Richtung Publikum zum Teufelsgruß erhabt und dabei einen Eindruck irgendwo zwischen erhaben und gelangweilt vermittelt, lässt das andere verbliebene Ex-Gorgoroth-Mitglied – Bassist King Ov Hell – seinem Bewegungsdrang freien Lauf und posiert was das Zeug hält. Und das so übetrieben, dass es fast schon ein wenig albern wirkt. Anders als zuvor bei MACABRE hat sich während der Umbaupause bereits eine größere Anhängerschaft vor der Bühne versammelt und ist vom ersten Akkord an voll bei der Sache. Neben Liedern von GOD SEEDs Debut "I Begin" bekommen die Fans natürlich auch eine Reihe von GORGORTH-Klassikern wie "Carving A Giant" oder "Sign Of An Open Eye" auf die Ohren.






Der anschließende Gig von OBITUARY kommt nur sehr langsam in die Gänge. Der Bereich direkt vor der Bühne ist zu großen Teilen schon in der Hand der CRADLE-OF-FILTH-Anhängerschaft, die sich für den kommenden Auftritt einen Platz ganz vorne zu Sichern versuchen. Der Show der Death-Metal-Veteranen aus Florida stehen sie dabei – zumindest zum Teil – merklich gleichgültig gegenüber. Und so stellt Gitarrist Trevor Peres bereits nach den ersten beiden Nummern die berechtigte Frage, ob man denn in den vorderen vorderen Reihen wohl Schlaftabletten genommen hätte. Erschwerend kommt hinzu, dass OBITUARY – ebenso wie alle Bands zuvor – nur die halbe Bühne zur Verfügung haben. Der hintere Teil ist bereits für CRADLE OF FILTH vorbereitet. Keine guten Rahmenbedingungen für eine Band, die eigentlich gerade selbst auf eigener Headliner-Tour unterwegs ist. Der sonst so bewegungsfreudige Frontschreier John Tardy posiert und mosht zwar dennoch was das Zeug hält, ist in seinem Aktionsradius jedoch deutlich eingeschränkt und selbst mit zwei Mannen weniger auf der Bühne als bei GOD SEED sind die Jungs doch ziemlich an ihren Platz gefesselt.


Wie für die gesamte Tour angekündigt gibt es auch in Geiselwind das Klassikprogramm von 1989 bis 1992. Im Klartext bedeutet das, dass es ausschließlich Material der ersten drei Alben – ja, damals waren die Jungs noch fleißig am Komponieren – "Slowly We Rot", "Cause Of Death" und "The End Complete" zu hören gibt. Passend dazu gibt es ein eigentlich ganz nettes Tourshirt, dass auf den Covern eben dieser drei Klassiker basiert. Eigentlich? Ohne jetzt hier die Grammatikpolizei raushängen lassen zu wollen, aber "Rotting Slow In Europe" klingt doch irgendwie falsch... Aber zurück zum Programm: Ich persönlich habe OBITUARY recht spät für mich entdeckt – um genau zu sein kurz nach der Reunion auf der Festivaltour – und ich vermisse ein bisschen Songs wie "Redneck Stomp" oder andere Kracher neueren Datums, aber das ist wohl Geschmackssache.

OBITUARY jedenfalls legen sich allen Widrigkeiten zum Trotz richtig ins Zeug, der Sound ist – wie von der Musichall nicht anders gewohnt – wirklich fett und verleiht den Klassikern die richtige Durchschlagskraft. So langsam kommen dann auch die Fans in Fahrt und gegen Mitte des Sets findet dann auch endlich der erste Crowdsurfer den Weg über die Menge in Richtung Bühne. Alles in allem wahrlich kein schlechter Gig und ohne die ganzen Spaßbremsen wäre es sicher richtig, richtig geil gewesen!





Ein Großteil der Death-Metal-Fans befindet sich bereits wieder auf dem Weg nach Hause als CRADLE OF FILTH rund 20 Minuten später unter großem Beifall die Bühne in der Musichall entern. Die akurat geschminkten Grufti-Herren und -Damen, die den OBITUARY-Gig in den ersten Reihen verschlafen, sind offenbar rechtzeitg wieder aufgewacht.

Los geht es mit "Tragic Kingdom" vom Album "Godspeed On The Devil's Thunder". In gewisser Weiße schließt sich damit der Kreis zu MACABRE, thematisiert diese Platte doch die Schandtaten des Gilles De Rais, der ebenfalls in einem Stück auf "Grim Scary Tales" verewigt ist. Von dort aus geht die musikalische Reise kreuz und quer durch die illustre Bandgeschichte der Engländer. Und natürlich wird auch das aktuelle Studioalbum "The Manticore And Other Horrors" ausgiebig vorgestellt und auf der Setliste gleich mit vier Titeln bedacht. Dabei gelingt es Dani Filth schon nicht, wenigstens einmal während der Ansagen auf sein schrilles und auf Dauer nervtötendes Gekreische zu verzichten. Ich gehe doch nicht auf ein Metalkonzert um mir Mädchenschreie anzuhören. Naja, besser als sein Klargesang, der auf der aktuellen Scheibe verstärkt Anwendung findet ist es allemal.


Während der Songs springt Herr Filth dann wie ein Gummiball über die Bühne, kreischt mal hier mal da ins Mikro oder verzieht sich in den Nebel der immer wieder aus dem Bühnenhintergrund kommt. Man kann davon ja halten was man will, aber eine hervorragende Bühnenpräsenz kann man dem Kerl keinesfalls absprechen. Das ganze geht sogar soweit, dass die anderen Musiker an ihren Instrumenten, die zweifelsohne einen ebensoguten Job machen, scheinbar zu unbedeutenden Statisten verkommen und zum Teil leider offenbar nur wenig Beachtung finden.

CRADLE OF FILTH war ja schon immer eine Band die polarisiert hat. Und während mir die Songs, das extrovertierte Auftreten, die ganze Schminke und die Kostüme irgendwie ein bisschen albern vorkommen geht ein Großteil des verbliebenen Publikums richtig gut auf die ganze Nummer ab. Von ein paar stimmlichen Schwächen an diesem Abend und einem etwas übereifrigen – und daher egozentrisch wirkenden – Frontmann kann man der Truppe objektiv betrachtet auch wirklich nicht viel vorwerfen.

Setliste:
Tragic Kingdom
Cthulhu Dawn
Funeral In Carpathia
Summer Dying Fast
Lilith Immaculate
Nymphetamine
For Your Vulgar Delectation
Born In A Burial Gown
The Forest Whispers My Name
The Unveiling Of O
The Abhorrent
Cruelty Brought Thee Orchids
Her Ghost In The Fog
From The Cradle To Enslave
Sinfonia



Die Idee zwei unabhängige Touren für einen oder wenige Termine zusammenzuführen finde ich nach wie vor großartig. Für CRADLE OF FILTH und OBITUARY hat es an diesem Abend aufgrund der geringen Schnittmenge in der Anhängerschaft allerdings weniger gut funktioniert. Die frühen Vorbands haben meist ohnehin schon einen schweren Stand. Wenn sie dann auch noch an einem Werktag um vier Uhr nachmittags auf die Bühne geschickt werden gräbt man ihnen noch zusätzlich potentielles Publikum ab. Aber mit ein bisschen mehr Planung ist das sicher eine feine Sache

Sm62

Autor: Michael Klimczak [Sm62] | 25.12.2012 | 02:01 Uhr
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