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Datum: 05.05.2008Stadt: Wörgl



Wo die Danish Dynamite Tour Vol. 1 neben den Headlinern HATESPHERE auch noch RAUNCHY und vor allem die angesagten Newcomer VOLBEAT zu bieten hatte, dürften die Meisten bei der zweiten Ausgabe wohl nur ILLDISPOSED kennen, denn THE BURNING und URKRAFT sind noch ein Stückchen davon entfernt, sich außerhalb der dänischen Grenzen einen Namen gemacht zu haben. Das schlägt sich zumindest in Wörgl auf die Besucherzahlen nieder, denn selbst bei der letzten Band des Abends ist der Saal gerade mal halbvoll.

.:THE BURNING:.
Leider hat der Verfasser dieser Zeilen es glatt geschafft, durch eine anreisebedingte Verzögerung THE BURNING zu verpassen und erst ab der Mitte von URKRAFT einzutrudeln. Deshalb erfolgt der Bericht über den Opener des Abends einfach durch die Worte der Band selbst, entliehen aus unserem Special zu dieser Tour: „Die Show ging schon ziemlich früh über die Bühne und da wir die Opener dieser Tour waren, waren noch nicht viele Leute da - außerdem hatte Johnnys Stimme auch schon bessere Tage. Eine der eher schlechteren Shows der Tour.”



.:URKRAFT:.
Obwohl das Konzert eh schon in der kleineren Halle des Komma Wörgls stattfindet, stehen während des Auftrittes von UKRAFT gerade mal so um die zwanzig Leute vor der Bühne. Neben des bereits genannten „Lineup-Problems“ dürfte auch ein Grund sein, dass einige lieber an der Bar in Ruhe ein Bier trinken oder einfach rauchen. Richtig gelesen, das Rauchverbot hat Österreich zwar noch nicht erreicht, trotzdem ist an diesem Abend das Qualmen in der Halle verboten. Dabei liefern die fünf Dänen eigentlich einen guten Gig ab, da gibt es nicht viel zu beanstanden. Es dürften zwar die wenigsten mit den zwei Alben der Jungs vertraut gewesen sein, trotzdem ist die Anerkennung der wenigen Anwesenden beachtlich und so können URKAFT an diesem Abend einige Tonträger unters Volk bringen.



.:ILLDISPOSED:.
Sowas muss man erst einmal erlebt haben: Während der Umbaupause, abgesehen vom Mann am Mischpult und ein paar Arbeitern, ganze zwei [!] Leute in der Halle und es stellt sich ernsthaft die Frage, ob die Mannen um Bo Summer so auch den Auftritt beginnen müssen. Ganz so schlimm ist es aber dann doch nicht und als die Herrschaften zu einem DEPECHE MODE-Song [?] die Bühne entern, kann man mit viel Optimismus von „halbvoll“ sprechen. Wie der mittlerweile zum Hauptsongwriter avancierte Gitarrist Jakob Batten bereits im Interview angemerkt hatte, hat die Band erst mal genug von netten Songs [ „Nach fünf Jahre langem Tragen von Kleidern und High Heels ist es ein gutes Gefühl, wieder Jeans anzuhaben...“]. Deshalb gibt es nach dem Intro „Let Go“ und den neuen Schwergewichten „The Key To My Salvation“ und „Weak Is Your God“ auch gleich mit „Purity Of Sadness“ aus dem Jahre 1995 sattes Double Bass-Geballer. Trotz des geringen Antrangs gibt sich die Band professionell engagiert und besonders Neuzugang Franz „Hellboss“ Gotschalk [ex-VOLBEAT] zeichnet sich durch große Spielfreude aus. Sowie auch mit einem dünnen Oberlippenbärtchen und dazu passender Vokuhila. Aber das sei nur am Rande erwähnt. Zentrum der Show ist natürlich Frontbulle Bo Summer, der neben Growls, die noch meist fieser klingen als auf Platte [man höre „Believe In Me“!], natürlich wieder die eine oder andere witzige Ansage parat hatte. Sei es eine Geschichte, wie sie am Nachmittag von einer alte Frau gefragt wurden „Seid ihr Wörgler?“, wie sie zwei Kugeln Eis für nur einen Euro bekommen haben [„…das ist toll, aber was heißt Gelato?“] oder die charmante Ankündigung, dass wenn man sich nachher nicht das neue Album „The Prestige“ zulegt, man vom neuen Gitarristen umgebracht wird. Bei allem Old School-Gehämmer wird das Erfolgsalbum „1-800 Vindication“ dann doch noch mit insgesamt vier Liedern bedacht, wobei hingegen der meist ziemlich unterbewerte Nachfolger „Burn Me Wicked“ nur mit einem [„Throw Your Bolts“] gewürdigt wurde. Überhaupt fehlen einige Klassiker wie etwa „Psychic Cyclus I-III“ schmerzlich in der Setlist, aber so ist das wohl bei einer Band, die schon ganze zehn Alben herausgebracht hat. Nach dem Ende des regulären Sets machen sich ILLDISPOSED [zum Glück] erst gar nicht die Mühe, um von der Bühne zu gehen, beraten sich kurz im Kreis und ballern dann noch zwei Kracher in die wenigen, aber doch weitgehend begeisterten Zuschauer.


Fazit: Im Gegensatz zur ersten Ausgabe der Danish Dynamite Tour, wirkt die zweite schon alleine durch den Bekanntheitsgrad eher wie „ILLDISPOSED plus zwei kleine Bands“. Dass das Ganze auch noch unter der Woche statt fand, tat wahrscheinlich sein übriges, den Andrang nach unten zu drücken. Trotzdem konnte das Gesehene [und natürlich Gehörte] durchgehend überzeugen, auch wenn die Atmosphäre wahrscheinlich noch einmal eine andere gewesen wäre, wenn der Laden voll und der Schweiß von der Decke getropft wäre. Zumindest die Kleidung am nächsten Tag hat es mir gedankt.

PS:
Die Setlist von ILLDISPOSED:

Let Go
The Key To My Salvation
Weak Is Your God
Purity Of Sadness
I Believe In Me
Throw Your Bolts
A Child Is Missing
Near The Gates
Still Sane
Dark
Ich bin verloren in Berlin
In Search Of Souls
------------------------
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Ammosarier

Autor: Amadeus Mader [Ammosarier] | 19.05.2008 | 21:06 Uhr
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