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Datum: 26.01.2008Stadt: Essen

BENEATH THE MASSACRE in Deutschland. Und dann mit einem solchen Oberpackage. Das bedeutet Probleme: Man darf nämlich nicht so früh mit dem Saufen anfangen, dass man die kanadischen Frickel-Kings nur noch mit ’nem lallenden Trommelfell mitbekommt. Wenigstens dazu passen das Trinkverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln und die unfassbaren Bierpreise im Turock. Leute, 3 Euro sind auch keine Lösung. Außerdem muss man dann auch noch auf die ultragaye Verzehrkarte aufpassen. Bei Verlust zahlt man pauschal 50 Euro. Andererseits wieder geil: Ist man mit fünf Leuten da und trinkt jeweils zehn Gerstenkaltschalen, schreibt man einfach alles auf eine Karte und schmeißt diese dann anschließend weg. So werden aus unverfrorenen 150 Euro passable 50 – da ist dann auch noch ’n Shirt drin.

Und davon gibt’s natürlich reichlich bei einer solchen Vielzahl an guten Acts. Die Anheizerrolle fällt dem Gummersbacher-Knüppel-Kommando BY BRUTE FORCE zu. Shouter Kai aka Punkerismo hat den Bass einem Mensch gewordenen Staubwebel übergeben und wertet damit die Bühnenpräsenz erstmal ordentlich auf. Nach einigen verhalteneren Minuten kann die Band trotz schwachem Sound die Herrschaften vor der Bühne schließlich mitreißen und die „Knuckle Fighting Death Explosion“ verursachen. Prima Start in einen explosiven Abend.

INFECDEAD aus Duisburg hatten schon immer das Problem, am eigenen Anspruch zu scheitern. So auch dieses Mal. Obwohl Drummer Mike sicherlich zum Besten zählt, was die teutonische Trommel-Fraktion zu bieten hat, sorgen viel zu hektische und unsauber performte Gitarrengimmicks für Fragezeichen in den Gesichtern der meisten Anwesenden. Allerdings schlägt der neue Shouter seinen Vorgänger sowohl stimmlich als auch charisma-mäßig um Längen, sodass doch noch Hoffnung besteht.

Danach durften die Profis ran. Zunächst MAN MUST DIE, die mit ihrem modernen, von zahlreichen melodischen Momenten geprägten Sound zunächst für wohltuende und durchaus sinnvolle Abwechslung sorgen. Anders als auf dem „Human Condition“-Oberhammeralbum sorgt aber der immer noch recht breiige Sound nach einiger Zeit für Langeweile in den hinteren Reihen, auch wenn die Band an sich nix falsch macht und der Pit erstmalig richtig abgeht.

Tja, und dann ist der Moment von BENEATH THE MASSACRE gekommen: „The Surface“ ballert aus den Boxen. Der von der ersten Sekunde an glasklare Sound beweist, dass diese Jung hier nicht rumheulen, sondern Probleme als Herausforderungen sehen und diese dann souverän meistern. Meistern ist ein gutes Stichwort, denn spielen kann man dieses Inferno kaum noch nennen. Hier steckt Magie im Spiel oder zumindest der Teufel im Detail, anders ist die Präzision, dieser Wahnsinn nicht zu erklären. Basser Christopher Bradley, der beim Plausch kurz zuvor noch den absolut relaxten Metalbrother gegeben hat, tentakelt seitwärts über die Bühne wie eine dieser gemeinen Springspinnen. Gegen Shouter Elliot ist „The Rock“ ein Pantoffelheld und zu den anderen beiden Kollegen ist eigentlich nicht mehr zu sagen als dass dies höchstwahrscheinlich ein Fall für Fox Mulder wären, hätte man die X-Akten nicht längst begraben. BTM kloppen sich durch acht ihrer Highlights, wobei wie immer der Nackenbrecher „Nevermore“ mit seiner fiesen Synkope im Moshpart für beinahe orgiastische Momente sorgt. Das Publikum weiß nicht mehr ein noch aus. Die Mützen tragenden DESPISED ICON-Anhänger probieren den einen oder anderen verhaltenen Fußtritt, doch der ständig wechselnde Beat lässt die Gliedmaßen schlechtestenfalls in der eigenen Fresse landen. Bei den Jungs auf der Bühne dagegen gehen Spielfreude und Energieumwandlung Hand in Hand – in positiver Form, versteht sich. Nach „Totalitarian Hypnosis“ ist Schluss. Hatten die nicht gerade erst angefangen? Wo ist die Zeit hin?
BENEATH THE MASSACRE sind Krieg – und sonst keiner, Punkt.

Das gilt auch für COLDWORKER. Es gibt nur zwei mögliche Gründe, warum man die Jungs um den Ex-NASUM-Drummer Anders Jakobson nach den irren Kanadiern auf die Bühne lässt: Starstatus – was peinlich wäre, oder die musikalische Abgrenzung zu DESPISED ICON, die nach BENEATH THE MASSACRE nötig ist. COLDWORKER kippen ihren oldschooligen Death-Grind-Streifen auch prima in die Menge. Bei einem normalen Gig hätte man ihnen vielleicht auch echte Highlight-Qualitäten bescheinigen können, aber in diesem Billing können sie leider nicht punkten, auch wenn die straighte Mucke für viele Fans sicherlich eine willkommene Abwechslung darstellt. Mehr als beifälliges Nicken ist nicht drin, dafür ist der Sensations-Faktor der Musik und der Darbietung nicht hoch genug.

DESPISED ICON haben beinahe Heimspiel. Ihre Anhänger lungern schon seit Stunden lechzend vor der Bühne herum und gehen nun völlig steil. Jemand, der MISERY INDEX noch nie erlebt hat, würde meinen, hier müsse der Headliner auf der Bühne stehen. Und die Jungs genießen ihren Erfolg sichtlich. Klar, mit einem Album wie „The Ills Of Modern Man“ im Gepäck kann man so Manches ertragen. Auch die Tatsache, dass die eigenen Fans mehr mit Karate kämpfenden BMX-Kids zu tun haben als mit Metal. Und so halten sich die älteren Semester, denen Knochenbrüche aufgrund wirtschaftlicher Zwänge nicht ganz so egal sind, vornehm aus dem Pit zurück und genießen das Brachial-Kommando aus einer der hinteren Reihen. Irre tight, dabei aber weniger komplex und viel tanzbarer als BENEATH THE MASSACRE hauen die Herren ihre Hymnen ins Volk und werden gefeiert wie der Messias. Gut, dass der Frognoise-Anteil in der letzten Zeit etwas zurückgegangen ist, denn die rauen Vocals passen besser zur Mucke und verleihen dem Gesamtpaket mehr Druck und Gewalt. Daumen hoch und die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.

MISERY INDEX haben das, was andere Bands ewig suchen: Charisma. Jason Netherton und seine drei Kampfgenossen stürmen auf die Bühne und zeigen sowohl den staunenden Musikern der anderen Bands als auch dem sofort komplett ausrastenden Publikum, wie man eine vernünftige Death Metal-Show aufzieht. Da braucht man zunächst mal gute Songs mit der richtigen Dosis Technik, Geschwindigkeit, Groove und Eingängigkeit. Die MISERY INDEX-Jungs können in dieser Hinsicht mit einem Album wie „Discordia“, das nur aus Hits besteht, natürlich bestens auftrumpfen. Zudem gilt es, genug Persönlichkeit zu besitzen, um eine echte Aura aufzubauen – etwas das die Herren ebenfalls auf der Habenseite verbuchen können. Und so gilt für die nun folgende Stunde: „Ich habe keine Ahnung wie ich das überlebt habe, aber es war phantastisch“. Wenn sich „Dystopian Nightmares“ so anfühlen – na bitte, dann wird auf die utopische Heilewelt eben geschissen.

Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 10.02.2008 | 19:15 Uhr
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