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Datum: 22.09.2012Stadt: Donzdorf

Die Thrash Metaller DESTRUCTION sind aus der einheimischen wie internationalen Metalszene nicht wegzudenken, haben Schmier und Co. selbige doch seit ihrer Gründung im Jahr 1982 maßgeblich mitgeformt. Man braucht kein Mathematikstudium um festzustellen, dass die Herren in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum feiern und damit die Fans auch etwas davon haben muss natürlich eine neue Platte her. Jene hört auf den Namen „Spiritual Genocide“ und wir hatten Gelegenheit, uns die Scheibe im Hauptquartier von Nuclear Blast unter der Aufsicht von Bandkopf Schmier schon mal anzuhören:






„Exordium“
Ein Intro, wie es im Thrash Metal und auch bei DESTRUCTION inzwischen Tradition hat: Perlende Gitarren und ein verheißungsvoller Sprechpart verpassen dem Album einen atmosphärischen Einstieg.


„Cyanide“
Fließender Übergang vom Intro in kompromissloses Geballer, wobei sich spätestens ab der Strophe typisches DESTRUCTION-Riffing einstellt, wie man es von der Band seit jeher kennt. Die Nummer zeichnet sich zudem durch Schmiers charakteristischen Gesang aus und wartet mit eher kurzen Leadgitarren auf. Cool: „Cyanide“ nimmt ein abruptes Ende.


„Spiritual Genocide“
Der Titeltrack eröffnet mit einem sehr Schlagzeug-lastigen Part, auf den erneut DESTRUCTION-Riffs aus dem Lehrbuch folgen, diesmal allerdings mit interessanten Wendungen, die man so von der Truppe noch nicht kennt. Zur Mitte hin gibt’s ein cooles Wechselspiel aus Drums und Gitarre, im Anschluss ein kurzes aber prägnantes Solo und erneut einen ziemlich unerwarteten Schluss.


„Renegades“
Gleich zu Anfang wird hier ein ziemlich einprägsames Old School-Riff vorgestellt, das von einer stampfend-groovenden Strophe abgelöst wird. Im Refrain wird erneut Vollgas gegeben, was zu einem spannenden Kontrast führt, der vom urgewaltigen Mittelteil weiter intensiviert wird. „Renegades“ ist somit der bisher innovativste Song auf dieser Platte.


„City Of Doom“
Eine DESTRUCTION-Nummer, wie sie im Buche steht: Gleich zu Anfang ein vermeintlich altbekanntes Riff, auf das atmosphärische Sirenen über einem Groove-Part folgen, danach eine Strophe ganz im Stile der Band. Im Mittelteil stellt sich mit zweistimmigen Leadgitarren dann Innovation ein, was einiges raus reißt – sicherlich nicht die aufregendste Nummer auf „Spirtiual Genocide“, jedoch sorgt auch der auflösende Akkord am Ende für ein „Aha“-Erlebnis.


„No Signs Of Repentance“
Ein ziemlich kompromissloser Brecher, den man in ähnlicher Form auch schon auf anderen DESTRUCTION-Alben neueren Datums gehört hat. Das furiose, teils mehrstimmige Solo macht hier eine verdammt gute Figur und auch hier wird wieder sehr abrupt geendet.


„To Dust You Will Decay“
Hier gibt’s wieder originelle Einfälle: Perlende Akkorde im Intro sorgen für einen ebenso behäbigen wie atmosphärischen Beginn und stehen der mächtigen Riffkeule in der Strophe gegenüber. Im Refrain wurden Genre-typische Gangshouts verbaut und das Solo groovt ebenfalls gehörig, was bei DESTRUCTION eher neu ist. Insgesamt wartet „To Dust You Will Decay“ mit argem Gestampfe auf, was in schönem Gegensatz zur vorangegangenen Nummer steht und dem Album eine angenehme Wendung beschert.


„Legacy Of The Past“
Hier wurden SODOM-Fronter Tom Angelripper und TANKARD-Röhre Gerre als Gastsänger mit an Bord geholt und gemäß dem Titel geht es hier mit einem coolen Old School-Riff los. Die Strophe ist dabei schön eingängig und im Mittelteil wird erneut gegroovt, was im Song für Abwechslung sorgt. Wie es sich für eine Jubiläums-Nummer gehört wird hier im Text ein bekannter Song- und Albentitel er 80er nach dem anderen genannt. Das Solo fällt für DESTRUCTION-Verhältnisse ungewohnt eingängig aus und wird zum Schluss noch einmal von kompromisslosem Geknüppel abgelöst. Selbstverständlich einer der stärksten Songs der Platte.


„Carnivore“
Auf ein cooles Drum-Intro folgt ein extrem punkiger Einstieg, der von einer typischen DESTRUCTION-Strophe kontrastiert wird. Im Pre-Chorus regiert erneut der Punk und auch der vergleichsweise eingängige Refrain kokettiert mit dieser Facette der Vergangenheit der Musiker. Auch das überraschend eingängige Solo mitsamt nachvollziehbarer Melodie beweist, dass sich die Band in diesem Song von einer erfrischend anderen Seite zeigt – Cool!


„Riot Squad“
Einstieg mit kompromisslosem Geknüppel, das sodann in Groove umschlägt, allerdings wird in der Strophe wieder ordentlich Gas gegeben. Hin und wieder unerwartete Breaks, die sich ebenfalls ziemlich gut machen und im Mittelteil dann tonnenschweres Gestampfe. Die Leadgitarren machen diesmal nicht ganz so viel Spaß, aber dafür dürfte sich der Song bestens zum Headbangen eignen.


„Under Violent Sledge“
Im Einklang mit dem Titel ein ziemlich direkter Einstieg – mit fast durchgehendem Doublebass-Sperrfeuer ist die Nummer in ihrer kompromisslosen Attacke der ideale Rausschmeißer. Dazu gibt es einen eingängigen Gangshout-Refrain und die Leadgitarre wechselt sich zwischenzeitlich mit dem Gesang ab. Zum Abschluss gibt es auf „Spiritual Genocide“ also noch einmal puren Thrash Metal und „Under Violent Sledge“ ist wohl die gnadenloseste Nummer der Platte.


Angesichts ihres 30. Geburtstages scheinen sich DESTRUCTION auf ihre Wurzeln zu besinnen, ohne dabei die Gegenwart aus den Augen zu verlieren: Wenngleich nicht ganz so fulminant wie das ebenfalls zu einem Jubiläum veröffentlichte „D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.“ enthält „Spiritual Genocide“ doch alles, was die beteiligten Musiker in den vergangenen drei Dekaden geformt hat und ist so unüberhörbar ein waschechtes DESTRUCTION-Album, das alle Markenzeichen der Band enthält und doch mit einem gehörigen Maß an Abwechslung punktet.

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 22.11.2012 | 13:11 Uhr
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