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Datum: 21.05.2011Stadt: Wien

Wenn eine Ausnahmetruppen der deutschen Metalszene sich wieder einmal auf einer Bühne blicken lässt und das obendrein für nur eine einzelne Show, dann kann man dafür schon einmal quer durch fast ganz Österreich pendeln.




.: PROMETHEUS :.
Nachdem ich die aufgrund der langwierigen Anreise NONSTOP ROBOT und STONE CIRCUS verpasst hatte, geht für mich der Konzertabend gleich mit der letzten der drei Vorgruppen los. Das österreichische Trio PROMETHEUS passt nicht schlecht zur Hauptband, denn obwohl sie sich stilistisch schon sehr stark von DISILLUSION unterscheiden, hat ihr Sound trotzdem eine Gemeinsamkeit: Irgendwie schwer zu beschreiben. Die Tatsache, dass einer der Zuschauer meint „Wie Deathcore, nur halt langsamer“ und ein anderer darauf erwidert „Nein, wie MACHINE HEAD, nur schneller“ sagt wohl einiges. Objektiv kann man aber festhalten, dass die drei Jungs wirklich einen amtlichen Sound auf die Bühne bringen, wofür ein gelegentlichen Einsatz einer 7-Saitergitarre nicht ganz unerheblich sein dürfte. Auch das gesangliche Zusammenspiel von Gitarrist und Basser bringt eine eigene Note, auch wenn das ein bisschen differenzierter gestaltet werden könnte. Der Viper Room hat sich jedenfalls mittlerweile respektabel gefüllt und PROMETHEUS werden mit viel Applaus bedacht. Ein sehr professioneller Auftritt, die vielen DISILLUSION-Shirts im Publikum sprechen jedoch Bände, worum es heute Abend wirklich geht.




.: DISILLUSION :.
Die Band arbeitet ja nun schon seit geraumer Weile an einem Nachfolger zum 2006 erschienen „Gloria“, neue Songs gibt es heute Abend trotzdem nicht, eben sowenig von der Demo „Three Neuron Kings“. Das ist zwar irgendwie schade, angesichts des gebotenen Songmaterials – ausschließlich von den zwei bisherigen Alben der Band – kann man sich aber wohl kaum beklagen. Eröffnet wird das Konzert mit „...And The Mirror Cracked“ und an den euphorischen Reaktion gleich zu Beginn ist abzulesen, dass einige Leute sehr lange auf diese Show gewartet haben. Überhaupt wird an diesem Abend so ziemlich jede Zeile mitgesungen und spätestens als selbst die Teile gegröhlt werden, die nur auf der Studio-Version zu hören sind, bedankt sich Frontmann Andy mit einem breiten Grinsen. Auch der Rest der Band wirkt ausgesprochen gut gelaunt und gibt sich technisch keine Blöße. Drummer Jens Maluscka kommt dabei mit einem erstaunlich minimalistischen Schlagzeug-Set aus und sorgt zusammen mit SAFI-Basser Matthias Becker für ein wuchtiges Fundament. Nach dem leicht abgekürzten Opener, steht als nächstes ein „Gloria“-Block an, bestehend aus „Too Many Broken Cease Fire“, „Dread It“ und „The Black Sea“, wobei gerade der Anfang von letzterem unglaublich heavy klingt und sich deutlich roher als das Original präsentiert. Höchst erstaunlich, wie die leicht überstilisierten Songs des Zweitlings auch live hervorragend funktionieren. „The Hole We Are In“ wechselt etwa mühelos von tief gestimmten Gitarrengrooves zu elektronischen Zwischenparts. Wer allerdings mit der [zugegeben recht kleinen] Diskographie der Herrschaften aus Leipzig vertraut ist, wird wohl auch gespannt auf das über 14 Minuten lange „Back To Times Of Splendor“ warten und auch das wird wenig später geboten. In voller Länge, zur Abrundung gefolgt von „A Day By The Lake“. Das mächtige „Gloria“ beendet dann das reguläre Set, angesichts der lauten Zugabe-Rufe kommt die Band aber nicht um ein weiteres Lied herum. „Don't Go Any Further“ beendet das Konzert, welches trotz formidabler Setlist irgendwie viel zu kurz war.

Was soll man da zum Abschluss groß sagen? Angesichts des intimen Rahmens, des großartigen Songmaterials und einer gut gelaunten und spielfreudigen Band dürfte es wohl niemand in dem zu 2/3 gefüllten Viper Room gegeben haben, der an diesem Abend unzufrieden nach Haus gegangen ist.

Hier noch die komplette Setlist:

 „...And The Mirror Cracked“
„Too Many Broken Cease Fires“
"Dread It“
"The Black Sea“
"Alone I Stand In Fires“
"The Hole We Are In“
"Save The Past“
"Back to Times of Splendor“
"A Day by the Lake“
"Gloria“
-------
"Don't Go Any Further“

Ammosarier

Autor: Amadeus Mader [Ammosarier] | 12.06.2011 | 10:38 Uhr
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