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Datum: 16.12.2013Stadt: Nürnberg

Alle Jahre wieder, kommt die Metal Queen... So sieht es jedenfalls aus, beehrt uns DORO PESCH doch seit geraumer Zeit regelmäßig zur Weihnachtszeit. In finsteren Ecken wird gemunkelt, dass sie jährlich zur Adventszeit ins Frankenland kommt, um den weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt zu besuchen, und, wenn sie dann schon mal da ist, im "Hirsch" gastiert.




Konzerte im Hirsch sind so eine Sache. Es handelt sich, bauartbedingt (alte Industriehalle), um einen relativ überschaubaren Club, was oftmals Fluch und Segen zugleich darstellt. Einerseits ist man als Fan nah an den Musikern. Andererseits ist, sollte ein Konzert recht gut besucht sein, das Gedränge oftmals groß. Des Weiteren ist die Bühne für fünf Musiker sehr klein bemessen, wobei das Adjektiv "klein" die örtlichen Gegebenheiten nur unzureichend beschreibt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Ordnungsamt vorschreibt, dass bei Konzerten nur eines der Bandmitglieder eine Schuhgröße von 43 oder mehr haben darf um akuter Platznot vorzubeugen..

Dieser Eindruck wird heute Abend noch verstärkt, der Hirsch ist voll, rappelvoll sogar. Und trotzdem werden an der Abendkasse noch Eintrittskarten verkauft! Lässt man seinen Blick durch das Publikum schweifen, so fällt einem sofort die bunte Mischung auf. Wir haben sowohl die Kutten- und Lederfraktion, als auch die glattgeföhnten Hemd- und Schalträger, die am nächsten Tag wohl wieder Versicherungen verkaufen oder in der Investmentabteilung arbeiten. Auch sind ganze Familien anwesend, die Söhne und Töchter mit Bandkappus, die Eltern eben in Outdoorkleidung, man weiß ja schließlich nie, was einen erwartet.




Und was dann erstmal kommt, sind NULLDB. Die vier Mannen aus Würzburg, welche 2008 den "Deutschen Rock- und Pop-Preis" in der Kategorie "Hard 'n'Heavy" einsacken konnten, dürfen mit ihrer Neuen Deutschen Härte eröffnen. Sowohl für mich, als auch für den Großteil des Publikums waren sie bisher ein unbeschriebenes Blatt. Dabei machen die Jungs eigentlich einen recht guten Job! Die dargebotenen Songs selbst haben alle einen gewissen Wiedererkennungswert, Hauptsänger Frank Kühnleins Stimme hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der von Dero (OOMPH!). Auf der Bühne nutzen sie den wenigen vorhandenen Platz voll aus und man merkt den Jungs an, dass sie Spaß an dem haben, was sie da machen. Während den neun gespielten Songs, hauptsächlich vom aktuellen Album "Endzeit" geht dieser Spaß auch auf das Publikum über, welches zwar nicht gleich in Begeisterungsstürme ausbricht, jedoch schlussendlich nicht nur aus Höflichkeit applaudiert. Mit "Purple Haze" hat sich sogar ein HENDRIX-Cover ins Set geschlichen, welches man von einer Band aus den Gefilden der NDH bestimmt nicht erwartet hätte. Respekt!
Das Einzige, was man NULLDB eventuell ankreiden könnte (!), ist die Konzeptionslosigkeit ihrer Bühnenoutfits. Da haben wir Sänger/Gitarrist Frank, der in Kutte auftritt, optisch könnte er ebensogut im Publikum stehen. Links neben ihm steht Bassist Matze, der eine Kombination aus Polohemd, Lokführermütze und Schottenrock trägt, während Mischa auf der anderen Seiten – oben ohne – seine rechte Körperhälfte schwarz angemalt hat. Dazu trommelt Schlagwerker Fabi stilecht in Hemd und Krawatte.

KNORKATOR haben einst bewiesen, dass Konzeptionslosigkeit sehr wohl ein Konzept sein kann – jedoch gehört es dann dazu, sich beständig selbst auf die Schippe zu nehmen und alles bis zum Exitus auf die Spitze zu treiben.






Um 21:20 Uhr hat schl"agt dann die Stunde: Die Grand Dame des deutschen Heavy Metal steigt mit dem WARLOCK-Cover "Out Of Control" in das fast zweistündige Set ihrer Tour zum 30-Jährigen Bühnenjubiläum ein. 30 Jahre sind eine lange Zeit! Trotzdem war DORO, sei es zu WARLOCK-Zeiten, oder eben Solo, nie wirklich in der Versenkung verschwunden. Das liegt wohl mitunter daran, dass sie konsequent Alben veröffentlicht hat, und – was noch viel wichtiger ist – diese Alben allesamt eine gewisse Qualität aufweisen, sowie auf große Experimente verzichten. Dafür lieben sie ihre Fans. Wie sehr sie das tun, wird gleich zu Beginn der Show deutlich, als sie einen Blumenstrauß auf die Bühne gereicht bekommt und diesen natürlich dankend annimmt. Nach einem kleinen Plausch mit dem Publikum geht es dann aber auch sofort weiter, wieder mit einem Klassiker aus WARLOCK-Zeiten – "I Rule the Ruins" –, nach dem mit "Rock Till Death" die erste Eigenkomposition folgt. Der Trend, unterm Strich mehr Sachen von WARLOCK zu spielen, zieht sich durch den Abend, wie ein roter Faden, was jedoch dem Spaß keinen Abbruch tut. Wie selten kommt man in den Genuss all dieser Klassiker in einer derart hohen Dichte! So darf freilich das balladesque "Für immer" genauso wenig fehlen, wie das rockige "Earthshaker Rock", welches heute in einem Schlagzeugsolo endet. Auch "We Are The Metalheads", die offizielle Wacken-Hymne ist ein Muss, gastiert DORO doch fast jährlich, zumindest als Special-Guest, auf dem weltgrößten Metalfestival. Als das Set, das heute ohne einer – bei 22 Songs sowieso unnötigen – Zugabe abgeschlossen wird, langsam auf sein Ende zusteuert, kommt DER Song, der wohl von wirklich jedem Metaller mitgesungen werden kann: "All We Are". Ein zeitloser Klassiker und meistgeh"orter DORO-Song auf Spotify, obwohl es sich auch hier eigentlich wieder um einen WARLOCK-Song handelt. Auf das obligatorische JUDAS PRIEST-Cover 'Breaking The Law', welches normalerweise auf keinem DORO-Konzert fehlen darf, wartet das Publikum jedoch leider vergebens.




Von Anfang an fällt auf, dass die sympathische Düsseldorferin noch hervorragend bei Stimme ist – ein Eindruck, der von dem am heutigen Tage glasklaren Sound (im Hirsch eher die Ausnahme!) nur noch verstärkt wird. Da hat der Tontechniker seine Hausaufgaben gemacht. Auch körperlich gibt sie alles und verausgabt sich bei ihrem Stageacting – und genau hier muss ich meinen Kritikpunkt äußern. Ich kann und will ihr nicht absprechen, alles gegeben zu haben, allerdings zeigt sie etwa alle 30 Sekunden die gleiche Pose. Das mag vielleicht an der schon erwähnten Enge der Bühne liegen, oder etwa an den 30 Jahren – allerdings wirkt der Auftritt dadurch doch recht durchchoreografiert. Für's nächste Mal wünsche ich mir persönlich etwas mehr Spontanität!




Alles in Allem ist das aber nichts, das so ein Konzerterlebnis trüben kann - alleine DORO spielt annähernd zwei Stunden, ohne den Auftritt künstlich in die Länge ziehen zu m"ussen, und dazu noch mit grandiosem Sound! Rechnet man dann noch die 45 Minuten hinzu, die NULLDB spielen durften, darf heute nicht nur das Metallerherz, sondern auch der Geldbeutel mehr als zufrieden sein.



Text: Florian Weigand
Editor: Michael [Sm62] Klimczak
Photographie: Michael [Sm62] Klimczak


Sm62

Autor: Michael Klimczak [Sm62] | 02.06.2014 | 04:58 Uhr
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