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Datum: 17.04.2010Stadt: Würzburg



Extreme [Death] Metal hat längst seine eingeschworene Hörerschaft, ebenso wie darauf spezialisierte Plattenlabel, so dass es allerhöchste Zeit für eine europaweite Konzertreise von Relapse Records-Künstlern war, die in Form der „Thrash And Burn“-Tour selbst vor Mainfranken nicht Halt machen sollte.

Nachdem MAN MUST DIE die komplette Tour nicht mitfahren können, haben die Amis von REVOCATION die Rolle des ersten Supports an der Backe und, weil der Abend offenbar pünktlich begonnen hat, ihr Set auch bereits beendet.

.:BENEATH THE MASSACRE:.
Stattdessen gibt es gleich mal Vollbedienung von und mit BTM, die sich zwar in letzter Zeit nicht unbedingt rar auf deutschen Bühnen gemacht haben, aber eine immer wieder sehenswerte Show auf die Bretter bringen. Der Bizeps von Frontmann Elliot Desgagnés ist dank regelmäßigen Hantelstemmens mittlerweile auf beinahe beängstigenden Umfang angeschwollen, was zusätzlich zu alkoholbedingter Euphorie seinem gewohnt aggressiven Stageacting Ähnlichkeit mit einem, nun ja, betrunkenen Gorilla verleiht.


Aber Dünung hin oder her, v.a. die „Dystopia“-Songs wie „Reign Of Terror“, „Our Common Grave“ oder „Harvest Of Hate“ knallen immer noch ordentlich, Elliots Bruder bzw. Basser Dennis post mit seinem Fünfsaiter und die Moshparts der Kanadier sind nach wie vor erste Sahne.



.:ORIGIN:.
Die Tech-Grinder aus Topeka präsentieren zwar keine brandneue Platte, dafür aber mit Mica "Maniac" Meneke ihren neuen Shouter, der mit bodenständig-sympathischem Auftreten, Black Metal-Gestik und v.a. seinem gegabelten Kinnbart Sympathiepunkte einfahren kann.
Zu Gehör gibt es zumeist Stoff von ihrer „Antithesis“-Scheibe wie „The Aftermath“, „Wrath Of Vishnu“ oder „The Beyond Within“, aber auch die älteren Alben werden mit „Implosion Of Eternity“ [von der 2002er „Informis Infinitas Inhumanitas“] oder „Reciprocal“ [von „Echoes Of Decimation“] bedacht.


Die schwindlig machenden Gitarrenspirenzchen, aber auch die schlichtweg wahnwitzige Bassarbeit von Mike Flores wissen nachhaltig zu beeindrucken und so sorgen ORIGIN nicht nur in den ersten Reihen bei ihren Die Hard-Anhängern für Begeisterung und offene Münder.
Mit „Perversion Of Hate“ endet dieses wahrhaft große Tech-Death-Grind-Kino allerdings auch schon wieder, wobei es sich die Band sympathischerweise nicht nehmen lässt, die komplette erste Reihe vor der Bühne abzuklatschen und sich damit für die lebhafte Unterstützung bei ihren Fans zu bedanken.

.:DYING FETUS:.
Nach enervierend langem Umbau und Soundcheck dann mit DYING FETUS endlich die amtierenden Schwergewichtsmeister in Sachen Grind-Death.
Nachdem ich die Herren zuletzt vor geschätzten zehn Jahren in den beengten Räumlichkeiten eines mittelfränkischen Jugendclubs [seinerzeit noch auf Morbid Records und zusammen mit den Labelkollegen von DERANGED und DEFACED CREATION unterwegs] erlebt hatte, kann den Brutalo-Amis seitdem ein beeindruckender Gewinn an Bühnenprofessionalität definitiv nicht abgesprochen werden.
Los geht’s mit „Eviscerated Offspring“ vom allerersten Album „Infatuation With Malevolence“, gefolgt von „Absolute Defiance“ von „Killing On Adrenaline“ und „Epidemic Of Hate“ von „Destroy The Opposition“.

Die Warterei hat sich aber zumindest soundtechnisch gelohnt, denn nicht nur der Basssound des unablässig bangenden Sean Beasley ist zwar infernalisch laut, aber dabei unglaublich klar und drückend, so dass der Begriff „Powertrio“ hier und heute wortwörtliche Bedeutung bekommt.
Drummer Trey Williams tickert und blastet unglaublich exakt und mit ordentlich Punch, John Gallaghers Riffs sind einfach nur brutal und so wird man u.a. von „Your Blood My Wine“, „Killing On Adrenaline“ oder „Ethos Of Coercion“ [vom immer noch aktuellen Album „Descend Into Depravity“] in Grund und Boden geballert und geht mit dem guten Gefühl nach Hause, endlich wieder mal eine richtig ordentliche Tracht Prügel in Sachen Brutal Death bezogen zu haben.

dkay

Autor: Dirk Konz [dkay] | 24.05.2010 | 00:10 Uhr
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