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Datum: 20.04.2017Stadt: Hamburg

ENDSEEKER – Listening-Session in den Chameleon Studios
Ein Abend in gemütlicher und tödlicher Atmosphäre






Am Todessternhimmel geht was auf. ENDSEEKER aus Hamburg laden in die wunderbaren Chameleon-Studios in Hamburg-Dulsberg ein, um einen ersten Lauschangriff auf die Musikpresse zu unternehmen. Nach der Debüt-EP „Corrosive Revelation“, die in der Szene durch einen originalgetreuen schwedischen Death-Metal-Sound und starke Songs aus deutschen Landen Eindruck machte, soll im Herbst 2017 über FDA Rekotz nun das noch unbetitelte erste Langeisen folgen.

Die Band selbst ist mächtig gespannt und sicherlich auch ein bisschen aufgeregt; denn bis vor ein paar Stunden wurden die bald aus den Boxen dröhnenden Songs noch "rough gemixed". Vorab gibt es Plausch, Bier und "Abendbrot" in fast partykellerartiger Atmosphäre. Dann wird es langsam Zeit. Es dürfen die Hallen betreten werden. Auf zwei unterirdischen Etagen verbirgt sich ein wahrer Schatz an alter Tonstudiokunst.



Während einer kleinen Führung durch die alten und gemütlichen "Gemäuer", spürt man regelrecht die glorreiche Vergangenheit - Udo Lindenberg, Tina Turner, Karell Gott mit Biene Maja und die Goldene Schallplatte von Gottlieb Wendehals für "Polonäse Blankenese" an der Wand inklusive. Produzent Eike Freese (Dark Age) erläutert: „Damals waren diese Studios eine Art Schlagerbutze, und es freut mich, dass es langsam zu einer Metal-Bude wird.“ (Eisbrecher, Die Apokalyptischen Reiter, Kärbholz etc.).



In Studio 3, wo die neue ENDSEEKER unter Zeitdruck in knapp 4 Wochen eingehauen wurde, darf Platz genommen werden. Für Biernachschub während der Death-Metal-Verkostung ist gesorgt. Die Band gibt kurze einläutende Worte und schon startet das Intro:
Die Richtung ist dermaßen klar. ENDSEEKER haben sich dem fetten urschwedischen Sound verschrieben, sogar original Equipment wie der berüchtigte HM2-Gitarren-Bodentreter wird verwendet. Man könnte meinen, die Heroen des Genres seien selbst am werkeln gewesen. Alle typischen Elemente sind vertreten: vom polternden Groove, den Soli bis hin zu den pfeifenden Rückkopplungen, die das Ganze schön Garagen-roh servieren. Es rumpelt ordentlich. Und trotz dieser "Verpflichtung" an die alten Ideale dieses Sounds sind ENDSEEKER frisch wie eine konservierte Moorleiche. Abgekupfert? Ja vielleicht. Mit Sicherheit sogar, aber mit Liebe. Und dadurch wirkt die Platte wie eine Frischzellenkur für den heutigen Death Metal, wie eine Rückbesinnung auf etwas Altes, das gut war und immer noch gut sein kann, wenn es denn gut gemacht ist. Hier wird das Ganze fortgeführt ohne das Rad neu zu erfinden, warum auch, wenn die Art, wie das Material rüberkommt, einfach Spaß macht, gerade weil es so authentisch und dennoch eigen und ziemlich heftig daherwummert.

Aber lassen wir die Band in Sachen 'Songs' selbst zu Wort kommen:





Flesh Hammer Prophecy
Nach dem Intro, der erste reguläre Song. Ein Klops von einem Opener. Alles was man am schwedischen Death Metal mag, ist hier vertreten.
Jury: „Ende der 80er Nihilist-Style, wenn man so mag."

Shredding Your Graven Image
Lenny: „Thematisch geht's, kurzgesagt, um religiösen Pöbel."
Jury: „Ein Song irgendwo zwischen dem Geballer und ein Bandhighlight."

Ballert trotzdem gewaltig, allein schon durch das reitende Schlagzeuggewitter. Schön vertracktes Teil, abgerundet mit großartigen Soli.

Worshipping The Bloodthirsty
Lenny: „Blutopferrituale alter Völker wurden hier freigeistig inszeniert. Es geht um den letzten Opfergang, die einhergehende Trostlosigkeit. Der Gedanke: Ich muss jetzt sterben. Für die gute Ernte enthauptet."
Jury: „Ein Midtempo-Banger à la Entombed trifft Down."

Passt.

Demon Spawn
Lenny: „Wenn jemand langsam in die Besessenheit abdriftet und darüber nachdenkt, wie 7 Milliarden Menschen auf elegante Weise ausgemerzt werden können."
Jury: „Der eigentliche Morgoth-Song und ganz klar auch eine Hommage an Dismember."

Black Star Rising
Für einige Mitglieder der Band geht hier ein Traum in Erfüllung, denn niemand geringeres als Marc Grewe von Morgoth hat die Jungs am Mikro unterstützt. Auf schlichte E-Mail-Anfrage kam die Zusage. „Wir haben uns bis zu letzt gefragt, ob Marc am besagten Studiotag überhaupt auftauchen würde. Weil ... es lief alles viel zu einfach." Die Zusammenarbeit war freundschaftlich, locker und reibungslos. Ein ordentlicher Schlagabtausch zwischen Marc und Sänger Lenny, der schmunzelnd erläutert: „Unser Depri-Song, ein bisschen EBM mit Gothic-Text."
Jury: „Das Stück hat einen punkigen Einschlag, und ein bisschen At the Gates, aber bloß nicht nach Göteborg schielen."

Powder Burns
Jury: „Dieses Cover ist unsere Huldigung an Bolt Thrower."

Dem muss nichts hinzugefügt werden.

Feasting On The Decomposed
Inhaltlich stand hier tatsächlich Jürgen Drewes Abmelk-Aktion im Live-TV Pate.

Lenny: „Es geht um ein gestörtes Mutter-Kind-Verhältnis. Die Mutter stillt und stillt und nimmt sich dann das Leben, doch die Brust stillt post mortem immer weiter."
Jury: „Der Armageddon-Song und technisch der anspruchsvollste. Definitiv ein Grower und das Herzstück der Platte."

Possessed By The Flame
Ein doomiger Song, der das Thema Selbstverbrennung behandelt.

Sänger Lenny: "Ein spezielles Birthday-BBQ."

Ein Album-Highlight!

Malicious Instinct
Lenny: „Einige Fische haben eine hinterlistige Jagdtechnik. Sie verbuddeln sich unterm Sand und warten, dass kleinere Fische über sie hinwegschwimmen. Zack. Das war's dann mit dem Leben. Der Song ist der Magenschließer!“
Jury: „Unsere Art progressiv nach Finnland zu schauen. Und Cannibal Corpse für Arme." – Lustig gemeint, aber sicher ein ganz dicker Klopper.

Das war's. Man möchte nicht unbedingt sagen: Scheiß auf Stockholm!, aber ENDSEEKER brauchen sich mit ihrem Output vor niemandem verstecken, auch nicht vor den Urvätern dieses speziellen Genre-Sounds. Kurzum: Abgeliefert.
Abschließend verdichtet sich die Runde im gemütlichen Klönschnack bis das Bier alle ist. Teilweise muss schon das an der Kasse im Getränkeladen um die Ecke gratis erhaltene 0,0% Alkohol enthaltene Hefeweizen getrunken werden. Es werden noch ein paar Fotos geknipst und so geht ein schöner Abend zu Ende. ENDSEEKER wünscht man mit ihrem Album das Beste für die Zukunft. Die Zufriedenheit merkt man ihnen jedenfalls an. „Scheiß drauf, was die andern sagen.“ Richtig.

Die nächste Live-Gelegenheit ist das Metal Bash am 13.05. in Neu Wulmstorf bei Hamburg.



Alle Fotos von www.konzertfotografie.hamburg, © Jan Termath
Text: P. Lugosi

P. Lugosi

Autor: Jan Termath [P³Hamburg] | 23.04.2017 | 14:45 Uhr
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