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Datum: 24.03.2011Stadt: Bamberg



Das Gastspiel der Thrash-Titanen von SLAYER und MEGADETH – quasi die halbierte/abgespeckte Version der „Big Four“-Tournee kürzlich – unter dem Motto „European Carnage“ in Franken wurde bereits auf einer [über-]regionalen Veranstaltungs- und Eventsite trefflich wie folgt angekündigt: „Das Königstreffen des Thrash- und Speedmetal! Seit über 25 Jahren sind diese Bands die Referenzen in Sachen ultimativer Härte bei pfeilschneller Gangart und touren jetzt erstmals gemeinsam in Deutschland. Eine Herausforderung für jede Hallenstatik.“
So kann man das durchaus formulieren...



.:MEGADETH:.
Nach einem langen Arbeitstag und noch längerer Anfahrt gelange ich allerdings ungünstigerweise und leider erst reichlich spät vor Ort, wo MEGADETH vor proppenvoller Hütte bereits in den letzten Zügen ihres Sets liegen, d.h. die wiedervereinten Daves – Mainman Mustaine und Original-Bassist Ellefson – und ihre Bandkollegen spielen bereits „Symphony Of Destruction“.
Der Sound in der Halle ist hierbei allerdings unschön höhenlastig und die Becken von Drummer Shawn Drover viel zu dominant. Nach der obligatorischen Rockstar-Künstlerpause und kurzer politisch-kritischer Ansprache seines Frontmanns/Flitzefingers mit der roten Wallemähne lässt sich das Thrash-Quartett zu „United Abominations“ dann aber doch nochmal auf die mit einem riesenhaften „Vic Rattlehead“- und Band-Backdrop geschmückte Bühne bitten.



Der Sound erholt sich kurzerhand, das finale Mustaine-Solo ist, wie immer, beeindruckend und die Band verabschiedet sich freundlich und unter Verbeugung: „Ihr wart großartig und wir waren MEGADETH!“.



.:SLAYER:.
Das Schöne an so einem SLAYER-Konzert ist ja irgendwo die Beständigkeit und verlässliche Live-Qualität dieser Band und die Aussicht auf bzw. eigentlich Gewissheit für einen gelungenen Konzertabend ohne viel Gedöns und Schnörkel. Thrash Metal pur und unverfälscht sozusagen.
Das ist auch glücklicherweise anno 2011 noch so geblieben:
Es folgt ein kurzer Umbau, währenddessen zu beiden Seiten der, ansonsten schwarz verhängten Bühne die allseits bekannten/beliebten/umstrittenen Adler mit dem SLAYER-Emblem als überlebensgroße Versionen hochgehievt und - natürlich - giganteske Verstärkertürme enthüllt werden. Diese initial etwas karg und fast sogar cheesy wirkende Bühnendekoration erweist sich unter reichlich Trockeneisbenebelung bzw. im Rahmen der folgenden, schlichten, aber effektiven – stilsicher überwiegend rot gehaltenen – Licht- und Bühnenshow dann allerdings als durchaus wirkungsvoll.
Gewohnt unprätentiös kommt die Band, zu allererst Drumlegende Dave Lombardo, auf die Bühne der „Stechert-Arena“ und steigt ohne viel Worte mit dem Titelsong ihrer aktuellen Veröffentlichung, „World Painted Blood“, in ihr Set ein.
Es folgt „Beauty Through Order“ und unter frenetischen „Slayer! Slayer! Slayer!“-Rufen des Bamberger Mobs wird mit „War Ensemble“ auch schon der erste Klassiker [von „Seasons In The Abyss“] angestimmt
Mit „Postmortem“ und „Blood Red“ geht es genauso klassisch weiter, zu „Dead Skin Mask“ gibt es ein paar einleitende Worte von Tom Araya und anschließend gleich noch „Silent Scream“ und den „Show No Mercy"-Evergreen „The Antichrist“.



Die Band spielt auch mit Aushilfsklampfer Gary Holt auf der rechten Seite absolut tight, allerdings ist der – solide riffende - EXODUS-Mainman so ziemlich der einzige, der sich/seinen Kopf - trotz schütterer Haare – ab und an etwas bewegt.
Egal, der Umstand, dass eben Holt den Original-SLAYER-Gitarrero Jeff Hannemann [nach einer Infektion/Operation am rechten Unterarm] auf der aktuellen Tour der Totschläger vertreten muss und auch Arayas Rückenleiden dürfte inzwischen allgemein bekannt sein und Kahlkopf Kerry King hat sich live showtechnisch ja noch nie wirklich ein Bein ausgerissen - dafür ist Lombardos Punch und Präzision aber mal wieder allererste Sahne.
Mit „Americon“ wird nochmals der Schwenk in Richtung aktuelle Scheibe unternommen, „Seasons In The Abyss“ ist ohnehin Pflichtprogramm und nach „Snuff“ herrscht dann durchgehend Klassikeralarm, was unmissverständlich bereits in Richtung Konzertende und Zielgerade deutet: allein schon das unverkennbare „South Of Heaven“-Intro mobilisiert die letzten Reserven bei sämtlichen Anwesenden, bei „Raining Blood“ jammert die Nackenmuskulatur bereits vernehmlich, aber: Nichts da!, denn es gibt noch „Black Magic“ zu überstehen bzw. durchzubangen, bevor das zwingende „Angel Of Death“ endlich Erlösung à la SLAYER bietet.
Zack! und schon geht die Saalbeleuchtung wieder an und Araya bedankt und verabschiedet sich schnell noch - wie weilands Kollege Mustaine - mit ein paar wohlmeinenden Worten bei seinen fränkischen Fans: „Danke fürs Kommen! Wir sehen uns!“.
SLAYER eben.


dkay

Autor: Dirk Konz [dkay] | 27.03.2011 | 22:26 Uhr
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