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Rope For No-Hopers
Experimental, Instrumental, Post Rock
5.5 von 7 Punkten
"Die Hoffnung stirbt zuletzt"
King Fear
King Fear [ EP ]
Black Metal, Black/Death Metal
4.5 von 7 Punkten
"Schwarzmetall von der Waterkant"
The Murder Of My Sweet
Bye Bye Lullabye
Female Fronted, Gothic Rock, Pop
3.5 von 7 Punkten
"Zucker bei die Fische!"
Kill Devil Hill
Kill Devil Hill
Doom Metal, Heavy Metal, Stoner Rock
5.5 von 7 Punkten bzw. 4 von 7 Punkten
"Vertonter Generationenvertrag / Solide bei kurzer Halbwertszeit"
.: NICHT EINGELOGGT
Band(s): | Share:
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| Datum: 17.01.2012 | Stadt: München | ||||
Obwohl sich die britischen Thrash Metaller EVILE mit drei Alben und Auftritten auf solch renommierten Festivals wie dem „Wacken Open Air“ schon lange von einer Newcomer-Band zum festen Bestandteil der aktuellen Thrash Metal-Szene mausern konnten, gilt die Truppe offenbar nach wie vor als Underground, denn erstens macht die Formation mit dem „Backstage Club“ im kleinsten Areal des Münchner Clubs Station und zweitens sind auch noch kurz vor der offiziellen Anfangszeit nur recht wenige Metaller in der Halle auszumachen - das verwundert, denn ihr neues Album „Five Serpent’s Teeth“ erhielt durchweg gute Kritiken und den Ruf als hervorragende Live-Band hat die Truppe ohnehin schon lange inne. Obendrein ist auch für die nötige Abwechslung gesorgt, denn neben den Crossover-Jungspunden von DR. LIVING DEAD! haben es auch die schwedischen Okkult-Metaller PORTRAIT aufs Billing geschafft.
.: DR. LIVING DEAD! :. Angesichts der Bühnendekoration würde es kaum verwundern, wenn anstelle von DR. LIVING DEAD! nun als erstes SUICIDAL TENDENCIES im „Backstage“ auftreten würden, allerdings ist das natürlich der Holzweg – das Quartett, welches heute der Posten des Anheizers ausfüllen soll, stammt nämlich noch nicht einmal aus Kalifornien, sondern aus Schweden, auch wenn die Truppe das selbst noch nicht so ganz mitbekommen zu haben scheint: Sieht man von ihren Totenkopfmasken ab, entsprechen die Herren aus Stockholm nämlich absolut dem Crossover-Stil der Westküste und auch musikalisch befinden sich DR. LIVING DEAD! eindeutig im Fahrwasser von SUICIDAL TENDENCIES. So haut die Truppe dem bisher leider noch recht kleinen Publikum mit großem Enthusiasmus rund zwei Drittel der Songs ihres bislang einzigen Albums um die Ohren, wobei die Schweden ihre Herkunft in jeder Beziehung hervorragend verstecken und amerikanischer wirken als die meisten Amis. Dabei kann sich die Band über exzellenten Sound freuen, wobei sich insbesondere Gitarre und Bass ganz ausgezeichnet verstehen – obwohl im „Backstage“ bisher noch nicht allzu viel los ist, springt bei so viel guter Stimmung der Funke auch auf die Anwesenden über, wobei die gesamte erste Reihe offenbar nur für DR. LIVING DEAD! das Haus verlassen hat und jeden Song der Herren Wort für Wort mitsingt – sehr zur Freude der Band. In einer halben Stunde bringt es die Combo auf immerhin zwölf Songs, was bei den teilweise recht kompakten Nummern ja auch kein Wunder ist. Intro World War Nine Slime From Above Hard Target Gremlins Night Revenge On John Dead End Life My Brain Is For Sale Streets Of Doc-Town Kill Me! UFO Attack Reptiles Beneath Dr. Living Dead
.: PORTRAIT :. Als nächstes sind die ebenfalls aus Schweden stammenden PORTRAIT gefragt, welche in eine ganz andere Kerbe schlagen als ihre Vorgänger: Musikalisch irgendwo zwischen MERCYFUL FATE und den späten 70ern bzw. frühen 80ern anzusiedeln wirken die Schweden – allen voran Sänger Per Karlsson und das ausladende umgedrehte Kruzifix um seinen Hals – in ihrem Auftreten reichlich affig, zumal man vermuten möchte, dass die Herren, wenn sie die Schminke erst abgewaschen haben, wieder nach Hause zu Mama müssen. Dass Herrn Karlssons Ansagen größtenteils aus “Hail Satan!“ bestehen und die Band ihre Interaktion mit dem Publikum durchweg auf ein absolutes Minimum beschränkt, hilft der Sache da auch nicht. Während ihre Musik sowie der Bühnensound grundsätzlich in Ordnung gehen, sind die teils ausufernden Arrangements und der zugegeben gewöhnungsbedürftige Gesang mit starker King Diamond-Schlagseite in Tateinheit mit dem erwähnten Gehabe ganz offensichtlich nicht die richtige Wahl für eine Tour, auf der vornehmlich Thrash Metal-affines Publikum zu erwarten ist und so ist bei den wenigsten Anwesenden viel mehr als ein verhaltenes Kopfnicken auszumachen, während sich der Bereich vor der Bühne immer weiter leert. Immerhin gibt es etwas zu lachen, denn neben den blödsinnigen Ansagen des Frontmannes sorgt auch der Deko-Schädel auf einem der Verstärker, als er zu Boden fällt und zerspringt, für unfreiwillige Komik. Gegen Ende machen PORTRAIT allerdings noch ein paar Punkte gut, als sie mit dem IRON MAIDEN-Klassiker „Phantom Of The Opera“ schließen – selbst, wenn dabei eine der Gitarren den Geist aufgibt.
.: EVILE :. Die Briten geben sich auch am heutigen Abend wie immer ursympathisch und in bester Spiellaune, wobei EVILE glücklicherweise auch die technischen Gegebenheiten auf ihrer Seite haben und ihr Sound mit bestechender Klarheit und Ausgewogenheit aus den Boxen kommt. Nach eigener Angabe wollen die Herren heute möglichst viel von ihrem neuen Album spielen und schon der Opener macht deutlich, dass Mr. Drake die Wahrheit spricht – später gibt es dann auch noch Perlen wie „Cult“ und „Eternal Empire“ zu hören. Doch auch das ältere Material der Thrasher aus dem Königreich soll nicht zu kurz kommen und so geht es gleich mit „Killer From The Deep“ weiter und zur Mitte des Sets kündigt der sympathische Fronter einen Old School-Block an, welcher mit „Enter The Grave“, „We Who Are About To Die“, „Thrasher“, „First Blood“ und „Bathe In Blood“ wohl aus den besten Songs des Debüts der Truppe besteht. Auch im Zuschauerraum ist mittlerweile natürlich wieder mehr los, wobei sich in der Mitte des überschaubaren Areals – sehr zur Freude der Band – rasch ein Moshpit bildet und spätestens zum bereits erwähnten „Thrasher“ lassen sich auch die ersten Crowdsurfer blicken. Sehr schön: Obwohl etliche der anwesenden Headbanger auf die Bühne klettern, um sich von dort aus in die Menge zu stürzen, nehmen es die abgestellten Ordner gelassen und stören den Spaß nicht. Ganz anders als ihre schwedischen Vorgänger tun sich EVILE durch enthusiastische Bühnenpräsenz hervor, wobei Leadgitarrist Ol Drake nicht nur mit etlichen atemberaubenden Soli brilliert, sondern auch mit seinem Bruder Matt um die Wette blödelt. Punkt 23 Uhr muss allerdings Schluss sein und so verabschieden sich die Thrash Metaller mit „Infected Nations“ und lassen ein zufriedenes Publikum zurück. Auch wenn PORTRAIT im Live-Betrieb offenbar lange nicht so ansprechend sind, wie ihre Alben es nahe legen, wurde dem Metalfan am heutigen Abend für den schlanken Preis von gerade mal 14 Euro doch einiges geboten: Während der Auftritt der Gastgeber EVILE von gewohnt hoher Qualität war, erwiesen sich die schwedischen Radaubrüder von DR. LIVING DEAD! als große Überraschung und sorgten mit ihrem Crossover Metal für ausgelassene Stimmung. Auch das übrige Preisniveau geht übrigens vollkommen in Ordnung, denn zehn Euro pro CD und 15 Euro für ein Shirt am Merchandise-Stand ist auf „größeren“ Tourneen schon lange nicht mehr der Normalfall. Nächstes mal vielleicht nur Thrash Metal, dann gibt es gar nichts mehr zu beanstanden… Metalviech | |||||
| Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 18.01.2012 | 11:20 Uhr | |||||
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