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Datum: 20.04.2008Stadt: München





Dass München kein guter Boden für Metal-Konzerte ist, dürfte mittlerweile bundes-, wenn nicht gar europaweit bekannt sein, so dass man sich eigentlich fast wundert, wie viele Bands dies immer noch nicht gemerkt haben, oder aber wirklich idealistisch zu Werke gehen – Geld verdienen lässt sich nämlich auf diese Tour schlecht in München.
Dass Ähnliches auch für die Hardcore-Szene gilt, lässt sich wohl daran festmachen, dass AGNOSTIC FRONT bei ihrem Tourauftakt das gleiche Schicksal ereilte, wie EXODUS bei ihrem Tourabschluss: miese Vorverkaufszahlen und geringe Aussicht auf eine Besserung der Situation an der Abendkasse: EXODUS, die bei fast allen anderen Konzerten auf der Tour in ausverkauften Hallen aufspielen durften, hatten nur knapp 200 Tickets an den Mann gebracht, bei AGNOSTIC FRONT samt Anhang lief es wohl noch schlechter, so dass die Hardcoreler vom "Backstage Werk", der großen Location des Backstage, zu EXODUS in die viel kleineren "Backstage Halle" verlegt wurden.

Etwas skeptisch, wie diese Genre-Kombination wohl zusammenpasst, betritt man also fast pünktlich um kurz nach sieben die Halle, wobei sich der Andrang trotz allem immer noch in Grenzen hält. Bei zwei Headlinern ist das eigentlich beinahe so peinlich, dass man sich wünscht, man könnte doppelt kommen, um den Bands zu zeigen, dass es auch Leute gibt, die ihre Shows zu schätzen wissen. In der Halle angekommen fallen als erstes die Merchandise-Preise positiv auf: 10€ für ein Tourshirt [wohl ein Sonderpreis, da es das letzte Konzert der Tour ist] und 15€ für CDs sind wirklich fanfreundlich und auch kaum noch zu unterbieten.

Überpünktlich um 19:30 Uhr betritt dann mit den Engländern EVILE die Supportband aus dem EXODUS-Tourtross die Bühne. Die jungen Thrasher, die schon als Support von MEGADETH viele Fans für sich gewinnen konnten, beweisen auch heute ab der ersten Minute, dass Thrash nicht immer aus den 80ern stammen muss, um zu rocken: Getrieben von stampfenden Drums jagt ein cooles Riff das nächste. Sänger Matt Drake, dessen Gesangsstil wohl einer der Hauptgründe ist, warum EVILE stets mit SLAYER verglichen werden, führt seine Band dabei souverän durch die Show: Technisch einwandfrei, unterstützt von glasklarem Sound, erobern die Newcomer die Herzen der [Thrash-] Fans im Sturm, so dass das Publikum schon bei den ersten Songs begeistert mitgeht, bangt und die Band mit "Hey"-Sprechchören vorwärts treibt. Angetrieben zu werden hat diese allerdings eigentlich fast nicht nötig, die Spielfreude steht allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. Spätestens Ol Drakes Frickel-Soli überzeugen dann den letzten Skeptiker, dass es sich hier um weit mehr als einen plumpen SLAYER-Abklatsch handelt.
Nach einem halbstündigen Hitfeuerwerk, bestehend aus "First Blood", "Thrasher", "We Who Are About To Die", "Battle In Blood" und "Killer From The Deep", ist mit "Enter The Grave" dann auch schon wieder der letzte Song für diesen Abend – und somit für diese Tour – am Start. Man kann sich jedoch schon jetzt sicher sein, dass dies nicht die letzte Show war, die diese Jungs in unseren Gefilden dargeboten haben.




Da EXODUS den Abend headlinen, sind nun die drei Hardcore-Formationen in den Spielplan eingeschoben: Sogleich füllen sich die ersten Reihen mit dem entsprechenden Publikum, größtenteils bestehend aus klassischen Hardcorelern, sowie Personen, die rein äußerlich auch auf einem Hip-Hop-Konzert nicht sonderlich aus dem Rahmen fallen würden: selbstbetitelte "Ghetto-Metal-Fans".

Mit den Belgiern DO OR DIE betritt dann nach einem epischen Intro die erste Band aus dem AGNOSTIC FRONT-Billing die Bühne.
Mit zwei Sängern sowie zwei Mikrophonständern für die Saitenfraktion ist man gesangstechnisch voll besetzt, was allerdings wider Erwarten nicht zur Erweiterung der Stilvielfalt genutzt wird: Beide Sänger klingen verhältnismäßig gleich, so dass ein magerer Stereoeffekt auch schon alles ist, was diese Besetzung an Vorteilen zu bieten hat.
Musikalisch relativ anspruchsvoll, kann man das mitgebrachte Publikum begeistern: Zur Freude aller anwesenden Thrasher tanzen sich die ersten Violent-Dancer warm, so dass sich schnell hinter den ersten Reihen eine als Tanzfläche genutzte Freifläche auftut.




Nach einer halben Stunde und einer bunt gemischten Setlist, die neben Songs wie "Die For You, Die For Them", "Darkened Skies", "Breakthrower" und "My Fear" auch die neuen Songs "Proved Wrong" und "Pray Fof Them" enthält, beendet man mit "Bella Famiglia" einen wohl durchaus als Erfolg zu verbuchenden Gig.


Um 21:00 Uhr sind nun THE HOODS an der Reihe, die offenbar als Ghetto-Metal zu definieren sind: Die Songs glänzen durch Innovationslosigkeit und Eintönigkeit, zwischen den Songs wird vom Ipod Musik eingespielt, die auch in jeder Gangster-Disse Anklang fände, und auch das Auftreten der Band passt zu diesem Image. Dem Publikum scheint aber auch dies zu gefallen und es unterstützt die Band mit "Hey"-Sprechchören, mitgesungenen Texten und einem Circle-Pit. Spätestens an dieser Stelle regen sich in der Thrasherbrust erste Zweifel, ob das wirklich Not tut, und vor allem, ob es gerecht ist, wenn diejenigen, die Tickets erstanden haben, dafür bestraft werden, dass andere dies nicht getan haben.
Spätestens als mit METALLICAs "Enter Sandman" das definitiv coolste Riff der Show halbgar angespielt wird, ist das letzte Fünkchen Verständnis seitens des Thrash-Publikums dahin. Doch auch dieser Gig bleibt im überschaubaren Rahmen von 30 Minuten und so gilt es nur noch eine "Gastband" bis zum Headliner zu überdauern.




Nach einer weiteren kurzen Umbaupause sind um 21:45 Uhr also AGNOSTIC FRONT dran, die ihr geplantes Elf-Track-Set stark kürzen müssen, da ihnen nur eine Spielzeit von 35 Minuten eingeräumt wird. Dass in dieser Zeit auch noch einer der Amps das Zeitliche segnet und so dazu beiträgt, dass die effektive Spielzeit noch etwas kürzer ausfällt, dürfte nicht jedem der im Publikum Anwesenden ungelegen kommen. Alle anderen gehen jedoch während des Gigs steil: Noch mehr Circle-Pits, noch mehr "Hey"-Rufe und noch mehr Violent Dancing tragen ihren Teil dazu bei, dass sich ein Großteil des für EXODUS gekommenen Publikums nur noch wünscht, dies alles nehme ein rasches Ende. Doch auch eine gute halbe Stunde kann eine lange Zeit sein, vor allem, wenn sie die dritte in Folge ist, die mit, für das durchschnittliche Metallerohr, nicht sonderlich abwechslungsreicher Musik gefüllt ist. Auch AGNOSTIC FRONT liefern sicher eine gute Show ab, jedoch ist in dieser Situation damit wohl dennoch niemandem so wirklich gedient: Die Thrasher verlieren nach drei genrefremden Bands schon beinahe die Lust, die Hardcore-Anhänger bekommen für ihr Geld nur ein stark gekürztes Set statt eines Headliner-Gigs. Da fragt man sich doch, ob es nicht in einem solchen Fall besser für alle wäre, ein Konzert abzusagen.




Doch um 22:40 Uhr ist es dann endlich so weit:
Das Licht geht aus für den Headliner, die Thrash-Legende EXODUS. Als Erster betritt der wiedergekehrte Drummer Tom Hunting die Bühne, um sogleich hinter seinem beeindruckenden Arsenal von Kesseln und Becken zu verschwinden. Darauf folgt der Rest der Band auf die Bühne, um ohne große Umschweife mit "Iconoclasm" vom aktuellen Machtwerk "The Atrocity Exhibition – Exhibit A" loszulegen. Schnell stellt sich heraus, dass der Sound leider nicht mehr so optimal ist wie noch bei den Bands davor: Gary Holts Gitarrenkünste müssen leider größtenteils Toms brachialem Drumming den Vorrang gewähren, und auch Rob Dukes Stimme kann sich nicht immer klar durchsetzen. Dies tut der Stimmung jedoch wenig Abbruch, fährt man doch sogleich spielfreudig mit Killern wie "A Lesson In Violence", "Children Of A Worthless God" fort. Die Metaller, die nun den vorderen Bereich der Halle wieder für sich eingenommen haben, wissen das Gebotene zu schätzen und gehen euphorisch mit: Headbangen und Mitsingen ist Pflicht, in der Kür wählen einige Stagediven und Crowdsurfen, was jedoch bei den restlichen Anwesenden nur auf mäßige Begeisterung stößt. Weiter geht es mit "Piranha" vom ersten Album, "Deathamphetamine" vom vorletzten Output "S.H.K.M." und "Blacklist". Munter zockt man sich so kreuz und quer durch die gesamte Bandgeschichte, angetrieben von Rob Duke, der rastlos über die Bühne jagt und einen bösen Blick nach dem anderen ins Publikum wirft.




Auf "And Than There Were None" von "Bonded By Blood" folgt "Bedlam", der letzte Track der neuen Scheibe, danach geht es mit "Strike Of The Beast" sogleich wieder zurück zum Debüt. Die Spielfreude der Jungs kennt keine Grenzen und Gary soliert sich am Bühnenrand die Seele aus dem Leib. Doch auch Zeit für kleine Späße muss sein: Einmal vertritt Rob Garys rechte Anschlagshand, damit dieser trinken kann, ein andermal lässt sich Gary von seinem Roady während des Spielens mit Bier füttern. So verfliegt die Zeit und man nähert sich in großen Schritten dem Ende der Show: Natürlich darf dabei auch "Shovel Headed Kill Machine" nicht fehlen, danach ist dann erst einmal Schluss.
Nach einer kleinen Verschnaufpause, die das Publikum mit "EXODUS"-Sprechchören füllt, kommt die Band für zwei weitere Tracks, "War Is My Shepherd" sowie das Riff-Feuerwerk "Bonded By Blood", zurück auf die Bühne.
Als nach diesen beiden Krachern noch Zeit für ein finales "The Toxic Waltz" bleibt, bei dem auch noch EVILE, wie bei Tour-Abschluss-Konzerten üblich, die Bühne entern und headbangend die letzten Riffs der Tour abfeiern, bleibt kein Wunsch mehr offen.

Das Publikum nimmt auch die Zugaben dankbar in Empfang und feiert EXODUS, nachdem der letzte Ton verklungen ist, gebührend ab: Die Musiker kommen aus dem Händeschütteln nicht mehr heraus, und erst als der letzte Drumstick geschmissen und das letzte Plektrum verteilt ist, kann die Band die Bühne verlassen.

Insgesamt kann man guten Gewissens von einem gelungenen Abend sprechen, wenn man von dem bei EXODUS nicht immer optimalen Sound und der doch eher unglücklichen Bandzusammenstellung absieht.

Morg

Autor: Moritz Grütz [Morg] | 22.04.2008 | 00:05 Uhr
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