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Datum: 28.01.2012Stadt: Berlin

Alles begann damit, daß ich, bedingt durch einen Fehler in meiner Terminplanung, bereits einen Tag zu früh vor der Halle stand. Nach einem etwa fünfminutigen Gespräch mit der netten Security des K17 wurde mir das dann auch klar, die Aktion hatte aber zumindest den Vorteil, daß ich mitbekam, daß die Veranstaltung vorverlegt war. So schaffe ich es, einen Tag später, wenigstens rechtzeitig zur ersten Band.

Um 17:03 beginnen die Berliner Schwarzmetaller SHRIKE mit einem launigen "So, wir fangen dann jetzt mal an." Offenbar haben nicht viele Leute von der Vorverlegung des Abends mitbekommen, die Halle ist mit ca. 30 Leuten nur sehr mager besetzt. Zwischendurch fällt leider immer mal das Mikro aus, ein Problem, was den ganzen Abend nicht in den Griff zu bekommen ist. Stimmung kommt bedauerlicherweise nicht so richtig auf, es ist aber auch leer und kalt im K17. Gute Musik machen SHRIKE trotzdem, die Jungs verdienen sich heute einen Platz auf meiner "Im-Auge-behalten-Liste".

Schon zur zweiten Band gibt es die erste Verspätung, wir sind bereits eine Viertelstunde hinter dem Zeitplan. Als die Jungs von SYCON dann die Bühne betreten, kommt von der Dame neben mir als Erstes der Kommentar: "Ohh, sind die niedlich." Mir drängt sich die Frage auf, ob die 3 schon Bier trinken dürfen. Nichtsdestotrotz klingt das, was sie zu bieten haben recht erwachsen. Wenn die Combo es schafft, sich ein wenig von den hörbaren Einflüssen anderer Bands zu lösen, könnte da was draus werden. Potential ist vorhanden.

Als nächstes steht das FINSTERFORST-Nebenprojekt CRYPTIC FOREST auf dem Programm. Musikalisch haben beide Bands aber überhaupt nichts gemeinsam. CRYPTIC FOREST bieten melodisches Schwarzmetall an, daß ganz eindeutig von der musikalischen Verwandschaft aus skandinavischen Gefilden geprägt ist. Für mich klingen sie nach einer [ziemlich guten] Mischung irgendwo zwischen NAGLFAR, DIMMU BORGIR und IMMORTAL. Ich werde mir auf jeden Fall die EP bestellen und hoffe auf mehr.

Mit den Brandenburger Melo-Deathern von SUCCUBUS gibt es nun einen kleinen Bruch im bisher doch eher dunklen Verlauf des Abends. Die Halle ist inzwischen zu etwa 3 Vierteln gefüllt und es ist auch nicht mehr so kalt. SUCCUBUS heizen dem Publikum ordentlich ein und animieren doch einige Anwesende dazu, die Haare kreisen zu lassen. Auch hier sind deutliche Einflüsse aus dem Norden, speziell aus Göteborg, hörbar. Mir gefällt es richtig gut, aus meiner Perspektive die beste Band bisher.

Wir bleiben bei lokalen Bands und kommen zur ersten Änderung der vorab veröffentlichten Running Order: Statt FINSTERFORST jetzt schon auf die Bühne zu schicken, bekommen wir vorher die Berliner "Satanic-Black-Metal" [Eigenbezeichnung] -Band BOTRITIS CINEREA [Grauschimmelfäule] vorgesetzt. Mir persönlich ist das Geknüppel etwas zu stumpf, auch der Rest des Publikums scheint nicht überzeugt: Die Halle wird deutlich leerer, dafür ist es im Nebenraum an der Bar plötzlich voll.

Nun aber: Der Schwarzwald liegt in Berlin, FINSTRFORST betreten die Bühne. Richtig voll ist es zwar immer noch nicht, aber die Anwesenden, inklusive mir, haben Spaß. Mit viel Energie wird auf der Bühne herumgetobt, obwohl die Verhältnisse für immerhin 7 Musiker etwas beengt wirken. Leider fällt auch hier immer mal wieder der Gesang aus, ein defektes Funkmikro hindert den Sänger leider daran, die Party im Publikum fortzusetzen. Trotzdem ist es ein Vergnügen, den Baden-Würtemberger Waldschraten beim Musikmachen zuzusehen und zuzuhören. Für mich mit Recht als Headliner angekündigt und die beste Band des Abends.

Die undankbare Aufgabe, den Abend zu beenden, fällt UNLIGHT zu. Es dürfte schwerfallen, die Performance von FINSTERFORST noch zu toppen, zumal doch einige der Gäste mit dem letzten Ton der vorhergehenden Band den Abend beendet haben. Der Rest kann sich dafür nochmal das Hirn mit schönem. schnellem Black-/Death-Metal durchpusten lassen. Diesmal funktioniert das Gesangsmikrofon, dafür gibt es zwischendurch Probleme an den Drums. Dennoch überzeugt das, was wir von der deutsch-schweizerischen Kooperation geboten bekommen.

Man hätte aus dem Abend auch gut eine Mottoshow machen können. FINSTERFORST als Headliner anzukündigen, sie aber nicht als Letztes spielen zu lassen und außerdem mit diversen Black/Death-Metal-Combos zu umgeben, fand ich persönlich nicht so gelungen. Dazu kamen bei so ziemlich jeder Band technische Probleme, spaßig war der Abend trotzdem.

Jan Loewe

Autor: Jan Loewe [Jan] | 02.02.2012 | 14:36 Uhr
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