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Datum: 23.07.2012Stadt: München





Die in unregelmäßigen Intervallen stattfindende „G3“-Tour ist ein Event – allerdings nicht nur aufgrund ihres Seltenheitswertes. Auch nicht ausschließlich, weil mit den beiden Konstanten JOE SATRIANI und STEVE VAI zwei der anerkannt größten Saitenhexer aller Zeiten mit von der Partie sind. Und auch nicht lediglich aufgrund der Tatsache, dass mit STEVE MORSE ein weiterer Ausnahme-Musiker mit an Bord geholt wurde, der sein Talent zuletzt im Dienste der Hard Rock-Urgesteine DEEP PURPLE unter Beweis stellen konnte. Was die „G3“-Tour nämlich zu dem einzigartigen Event macht, das sie nun mal ist, ist die Tatsache, dass diese drei Musiker im Laufe eines solchen Abends gemeinsam auf einer Bühne stehen werden und damit aus dem Stehgreif Musikgeschichte schreiben. Entsprechend füllig geht es an diesem Montagabend dann auch zu, denn die über 2000 Karten, welche für die Münchner „Tonhalle“ verfügbar waren, sind im Vorfeld fast restlos über den Ladentisch gegangen – bei so viel Andrang ist ausgiebige Vorbereitung unabdingbar, weshalb es nicht verwundert, dass man nicht wie angegeben um 18:30 Uhr, sondern erst eine halbe Stunde später in die Halle darf.






.: STEVE MORSE :.
Punkt 20 Uhr geht’s los, wobei Mr. Morse die Bühne passend zu seinem Image recht lapidar und ohne irgendwelche Zeremonie betritt, als würde man jetzt erstmal seine Instrumente stimmen. Ab den ersten Tönen bietet der Mann jedoch instrumentelle Gitarrenmusik auf höchstem Niveau, wobei schnell auffällt, dass er neben eindeutig im Hard Rock verwurzelten Riffs auch Boogie- und Dixie-Rhythmen in sein Schaffen einfließen lässt. Wie das so ist, wenn nicht gesungen wird, wendet sich der Musiker nur selten bis gar nicht ans Publikum – einzig als er dem jüngst verstorbenen DEEP PURPLE-Keyboarder John Lord einen Song widmet, tritt er mal ans Mikrophon – und auch ansonsten schwebt der Gitarrist vornehmlich in abgehobenen Sphären der Konzentration, wie man auch seinem steten Grimassieren entnehmen kann. Während extrovertierte Bühnenpräsenz und Publikumsinteraktion also nicht unbedingt die größten Stärken des Klampfers zu sein scheinen, ist der Rest umso beeindruckender: Technisch ohnehin über jeden Zweifel erhaben bieten STEVE MORSE und Band eine schöne Mischung aus rockigen und ruhigeren Nummern, wobei auch der Sound von der ersten Minute an überzeugen kann und das Gebotene bestens zur Geltung bringt. Nach 45 Minute ist Schluss und den überschwänglichen Publikumsreaktionen nach zu urteilen war’s ein Erfolg.

Name Dropping
On The Pipe
Twiggs Approved
Here Now And Then
John Deere Letter
Flat Baroque/Book Of Dreams
Rising Power
Stressfest
Cruise Control






.: STEVE VAI :.
Dass Bühnenpräsenz offensichtlich nichts mit Gesang zu tun hat, beweist STEVE VAI nach einer humanen Umbaupause von knappen 15 Minuten – der zappelt nämlich ab dem ersten Stück von eine Ende der Bühne ans andere und wieder zurück und vermittelt in seinem Auftreten dabei einen ganz guten Eindruck, wie das wohl ausgesehen hätte, wenn Mick Jagger Gitarrist geworden wäre. Dank der Kombination von geradezu übermenschlichen technischen Fähigkeiten und ursympathischen Auftreten hat Mr. Vai das Publikum von Anfang an auf seiner Seite und macht damit natürlich deutlich mehr Stimmung. Da er seine neue Band aus Zeitgründen noch nicht hinreichend einarbeiten konnte, gibt es diesmal noch kein Material von seiner anstehenden Platte „The Story Of Light“, sondern nur altbekannte „Hits“, welche aber nicht weniger gut ankommen, weshalb der Mann eine Dreiviertelstunde lang von der dicht gepackten Halle abgefeiert wird. Musikalisch lässt sich natürlich auch bei Herrn Vai feststellen, dass er irgendwann mal ein Rock- bzw. Metal-Gitarrist war, allerdings ist das, was seine Solokarriere ausmacht, natürlich hochgradig experimentell, weshalb man heute eine gesunde Mischung aus vergleichsweise zackigen Fusion-Stücken und sphärischen Klangwelten hören darf.

The Audience Is Listening
The Animal
Tender Surrender
Building The Church
Whispering A Prayer
The Crying Machine
For The Love Of God






.: JOE SATRIANI :.
Mit Platte und Sonnenbrille sieht er ein bisschen aus wie Riddick mit Gitarre und nachdem sein Vorgänger schon eine recht beeindruckende Show abgezogen hat, beweist Meister Satriani nun, warum er der Chef der „G3“-Veranstaltung ist: Präsentiert sich der Mann bereits in seinen Ansagen wie ein routinierter Showmaster, so schafft er es auch durch die typischen Satriani-Posen und somit ohne ein einziges Wort zu sagen, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Die Setlist hat sich dabei in den vergangenen fünf Jahren nicht großartig gewandelt, weshalb man auch heute wieder Dauerbrenner wie „Flying In A Blue Dream“, „Ice 9“ oder „Satch Boogie“ zu hören bekommt. So ansprechend und technisch perfekt der Auftritt des Gitarrerros jedoch auch umgesetzt sein mag, lässt sich doch der Eindruck nicht abschütteln, das Ganze sei nicht viel mehr als das Vorgeplänkel zum eigentlichen Höhepunkt des heutigen Abends: Sobald die letzten Töne von „Surfing With The Alien“ verhallt sind werden nämlich die beiden Steves zurück auf die Bühne geholt, und dann ist es endlich Zeit für den „G3 Jam“. Wie immer haben sich die drei Herren dabei diverse Rockklassiker ausgesucht, die nun als Basis für wildeste Gitarrenmasturbation genutzt werden. Dabei gibt es zunächst das THE KINKS-Cover „You Really Got Me“ mit Satch am Gesang, gefolgt von einer Interpretation der CREAM-Nummer „White Room“, die heute auf sympathischste Art und Weise von Satriani-Keyboarder Keneally vorgetragen wird. Während die beiden Songs schon richtig Spaß machen, erlebt der Abend mit dem abschließenden NEIL YOUNG-Cover „Rockin’ In The Free World“ seinen magischsten Moment: Gesungen von Steve Vai bietet die Nummern mit ihrem hymnischen Charakter ohnehin schon den Idealen Song, um der Stimmung in der Halle Ausdruck zu verleihen und obendrein geben sich die drei Klampfer hier noch einmal auf beeindruckendste Art und Weise die solistische Klinke in die Hand. Dabei lässt sich eine interessante Dynamik ablesen, denn während die Herren Vai und Satriani fleißig interagieren und um die Wette posen, steht Mr. Morse, der sich auch nicht am Background-Gesang beteiligt hat, permanent leicht abseits. Wie dem auch sei, so viel Talent auf der gleichen Bühne bekommt man selten zu sehen.

Flyin In A Blue Dream
Ice 9
Satch Boogie
Dream Song
Crystal Planet
God Is Crying
Always With Me, Always With You
Surfing With The Alien

You Really Got Me
White Room
Rockin' In The Free World


Wer mit ausufernden Gitarrensoli und Instrumentalmusik von vornherein nichts anfangen kann, wird an einem Event wie der „G3“-Tour natürlich weder Spaß noch Interesse haben. All jene, die kreischende Gitarren für das höchste halten, dürften am heutigen Abend jedoch voll und ganz auf ihre Kosten gekommen sein und haben für den nicht gerade zurückhaltenden Preis von knapp 53 Euro immerhin drei Gitarren-Legenden sowie eine schlichtweg atemberaubende Jam-Session zu sehen bekommen. Dennoch ist es wahrscheinlich nicht verkehrt, dass die Herren ihre Einzelauftritte auf jeweils 45 Minuten beschränkt haben, denn anschließend wäre es wahrscheinlich doch ein bisschen fad geworden…

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 01.08.2012 | 11:44 Uhr
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