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Datum: 26.10.2007Stadt: Freiburg




Im Zuge der Co-Headliner-Tour von GRAVEWORM und DISBELIEF zu ihren aktuellen Veröffentlichungen „Collateral Defect“ und „Navigator“ machte der Tourtross auch im beschaulichen Freiburg einen Zwischenstopp, um den hiesigen Fans den ansonsten üblichen Anfahrtsweg in die Schweiz, nach Frankreich oder nach Karlsruhe und Stuttgart zu ersparen. Mit am Start waren auf dieser Konzertreise noch die Kollegen von IN SLUMBER und DEADBORN, sodass hier regelrecht von einer Label-Tour von Massacre Records die Rede sein konnte. Der erste Dämpfer erfolgte jedoch sogleich, da IN SLUMBER am Eingangsbereich von den Plakaten gestrichen waren und an diesem Tag aussetzten, sodass nur drei Bands auf die Bretter sollten, was die meisten Anwesenden anfangs aber gar nicht wirklich mitbekamen. Schade eigentlich, denn mit dem Material ihrer gelungenen aktuellen Scheibe „Scars: Incomplete“ im Gepäck hätten die Österreicher sicherlich keine schlechte Figur abgegeben. [soulsatzero]




.: DEADBORN :.
Demnach ging es sofort mit DEADBORN aus dem nahe gelegenen Baden-Baden los, die leider vor dem Problem standen, dass sich erst maximal vierzig Nasen vor der Bühne befanden, wobei sich das Crash aber nach und nach noch ausreichend füllte. Von Anfang an hatte die Band, die sich musikalisch irgendwo zwischen DECAPITATED, SUFFOCATION und ein wenig NECROPHAGIST bewegt, vor allen Dingen mit dem schwammigen Sound zu kämpfen, der im Crash allerdings auch keine Seltenheit ist. Im Laufe der ihnen zugestandenen halben Stunde besserte sich dies aber zum Glück, sodass der technische Death Metal und die energische Performance der Jungs dann besser zur Geltung kamen. Solche Mucke lebt einfach von vorne bis hinten von einem guten und transparenten Sound, damit die Nuancen zum Tragen kommen, wie es der Band hervorragend auf der ersten Full Length „Stigma Eternal“ gelungen ist. Das Hauptaugenmerk befand sich mit „Coma Timecode“, „Back To The Blackness“, „Stigma Eternal“, „Malformed Magnificence“ und dem Schädelspalter „Pain Is God“ dann erwartungsgemäß auf dem starken neuen Material, während mit dem allseits bekannten „Condemned To Perdition“ auch ein älterer Song eingestreut wurde, der begeistert aufgenommen und mit fliegenden Haaren kommentiert wurde. Insgesamt ein guter Auftritt der talentierten Süddeutschen, die sicherlich bald auf den größeren Festivals zu finden sein werden. Etwas mehr Zuspruch von Seiten des Publikums wäre nicht verkehrt gewesen, aber vielleicht lag es auch schlichtweg daran, dass DEADBORN dieses Jahr bereits zweimal in Freiburg gespielt hatten. [soulsatzero]




.: DISBELIEF :.
Bis die ersten Töne des Intros vom Co-Headliner DISBELIEF vergangen waren, wurde es vor der Bühne glücklicherweise ein wenig voller als beim Opener. Trotz allem war das Crash den kompletten Abend über weit davon entfernt, einen zufriedenstellenden Zuschauerschnitt aufweisen zu können. DISBELIEF ließen sich von dieser Tatsache allerdings nicht beirren und machten das Beste daraus: Sie rockten drauf los und rissen das Publikum zum ersten Mal an diesem Abend aus seinem Dornröschenschlaf. Mit dem neuen Album „Navigator“ im Gepäck lag das Hauptaugenmerk der Songauswahl mit Liedern wie „When Silence Is Broken“, „The Thought Product“, „It’s Simply There“ oder dem Titelstück natürlich auf dem aktuellen Output. Natürlich kredenzten die Hessen auch Werke älteren Datums. So konnte mich v.a. mein Lieblingsstück aus vergangenen Tagen, „Misery“ vom 2001er Durchbruchsalbum „Worst Enemy“, begeistern. Die vier Instrumentalisten sorgten mit ihren doomig-noisigen Kreationen jedenfalls für mächtig Druck. Erhaben thronte dabei über allem nur noch die eindrucksvolle Stimme von Sänger Jagger, welche sich irgendwo zwischen Lemmys rauchigem und John Tardys [OBITUARY] rotzigem Organ bewegt. Alles in allem spielten DISBELIEF einen überzeugend guten Gig, der durchaus eine größere Zuschauermenge verdient gehabt hätte. [sk]




.: GRAVEWORM :.
Bei den danach aufspielenden GRAVEWORM scheiden sich wohl die Geister. Die einen lieben den melodischen Black Metal der Südtiroler, die anderen halten sie lediglich für eine weitere 08/15 Rip-Off-Band im sowieso schon überfüllten Sektor. Da sich der Schreiber dieser Zeilen eher zur zweiten Kategorie zählt, fällt ein detaillierter Bericht leider flach – eine objektive Beschreibung des Gesehenen muss der Fairness halber jedoch trotzdem erfolgen. Denn die Band scheint für die meisten Anwesenden das Hauptargument für ihr Erscheinen gewesen zu sein. Vor der Bühne herrschte jedenfalls vermehrter Andrang sowie das größte Bewegungspotenzial des Abends. Für so manchen Fan muss es da allerdings wie eine Hiobsbotschaft geklungen haben, als der im AC Milan-Trikot angetretene Sänger Stefan Fiori verkündete, dass die von vielen verehrte Keyboarderin Sabine Mair krankheitsbedingt[?] den Weg nicht mit nach Freiburg hatte antreten können. Der Lust am Headbangen tat diese Information aber keinen Abbruch und so moshte sich das Publikum in den ersten Reihen weiter vergnügt durch das Set der Norditaliener, welche, vom neutralen Standpunkt aus betrachtet, für die meisten einen würdigen Headliner des Abends darstellten. [sk]


Alles in allem war das Konzert zwar gut besucht, aber längst nicht ausverkauft, nachdem der Club eine halbe Stunde nach Einlassbeginn fast wie leergefegt war, was auch mit dem Eintrittspreis von fünfzehn Euro für drei Bands zu tun haben könnte, die einfach noch nicht so viele Leute ansprechen wie beispielsweise NAPALM DEATH vor einem Jahr, die mit drei weiteren Bands antraten und weniger Eintritt verlangten. Ähnlich war es auch um die Stimmung bestellt: Nachdem das Publikum bei DEADBORN noch etwas verschlafen erschien, erwachte dieses bei den wuchtigen Brechern von DISBELIEF zum Leben, was sich auch bei GRAVEWORM fortsetzen sollte – von wirklich frenetischem Abgehen war allerdings nicht so viel zu spüren. [soulsatzero]

sk, soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 08.11.2007 | 19:27 Uhr
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