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Datum: 29.10.2011Stadt: Würzburg



Bereits zum sechsten Male fällt nur schon der Doomhammer in der unterfränkischen Nekropole Würzburg und erneut wurde von den Veranstaltern ein hochkarätiges Billing zusammengestellt, dessen erster Höhepunkt bereits am Vortage mit dem ebenso exklusiven, wie auch extensiven Auftritt von MANILLA ROAD im Rahmen der heuer erstmalig organisierten „Epic Night“ stattgefunden hatte.
Aber auch der eigentliche „Hammer Of Doom VI“-Festival-Samstag hat es natürlich in sich bzw. schwer was los...
Bereits im Vorfeld des „HOD VI“ war es ja bekanntlich zum ersten „Skandal“ der Festival-Historie gekommen, als die eigentlich als Headliner geplante Doomlegende CATHEDRAL ihren angekündigten Auftritt bereits ziemlich zeitig abgesagt hatte, weil die, ebenfalls im Billing befindlichen bzw. direkt vor CATHEDRAL auftretenden, Niederländer von THE DEVIL'S BLOOD mit ihrer, nicht an Tierblut sparenden, Show sich so gar nicht mit den veganen/vegetarischen und v.a. tierschützerischen Ansichten und Prinzipien von Lee Dorrian und Co. vereinbaren ließen.
Einerseits konsequent, andererseits aber halt auch gleich doppelt Pech für die Fans der britischen Doom-Urväter, die somit nun doch nicht mehr in den Genuß eines Abschiedskonzertes ihrer Lieblingsband kommen, weil sich CATHEDRAL ja bekanntermaßen nach ihrer nächsten und finalen Platte aus dem Doom-Business zurückziehen wollen.

.:FORSAKEN:.
Nach der o.g. MANILLA ROAD-Vollbedienung vom Vorabend und einer kurzen Nacht beginnt das „Hammer Of Doom VI“ für mich heute mit den Maltesern von FORSAKEN.
Das altgediente Quartett aus Fgura ist bester Laune, allen voran der gelockte Frontmann Leo, der sich als Fan großer Gesten und – für Doomverhältnisse ja eher ungewöhnlich – rechter Springinsfeld entpuppt, der mit seiner Performance und Bühnenshow für gute Stimmung sorgt.
Los geht’s mit „Sins Of The Tempter“ [von ihrer immer noch aktuellen „After The Fall“ von 2009], gefolgt von „Dominaeon“ von anno 2005 und gleich hinterher noch „Wretched Of The Earth“ von der gleichen Scheibe. Die Gitarre von Sean produziert eher traditionell bis stereotype, aber allemal effektive Doomriffs, dafür klingen aber die Trommeln wie ein schlechter Abklatsch von METALLICAs Rohrkrepierer „St. Anger“ seinerzeit, was sich auch leider während des gesamten FORSAKEN-Gigs nicht ändert. Nicht so schlimm, denn die Fans und die Band erfreuen sich unterdessen bereits an „Aidenn Falls“ und „Serpent Bride“, bevor die Malteser mit „Carpe Diem“ [von „Anima Mundi“ von 2004] und dem dramatischen „Via Crucis“ - einer älteren Kamelle von der „Iconoclast“-EP – in die Zielgerade gehen.



.:BLOOD CEREMONY:.
Die Kanadier von BLOOD CEREMONY sorgen im Anschluss für die nötige Abwechslung im ansonsten straighten Old School-Doom-Billing des „HOD“: zum einen ist natürlich die ansehnliche Frontfrau und Organistin Alia O'Brian ein Hingucker, zum anderen bietet der präsentierte Psychedelic Rock der Band aus Toronto u.a. mit „The Great God Pan“, „Return To Forever“ oder „My Demon Brother“ quasi klanglich Erholung für vom vielen Doom bereits angeschlagene Gemüter.
Wirklich Weltbewegendes oder übermäßig originelle Kompositionen präsentieren BLOOD CEREMONY zwar nicht und insgesamt erinnert hier so manches an die Kollegin JEX THOTH, aber die Melodien und Harmonien von Songs wie „Oliver Haddo“ [von ihrer diesjährigen „Living With The Ancients“-Scheibe] sind – vom Flöten- und Orgelspiel von Mrs. O'Brian aufgelockert - allemal hörens- bzw. sehenswert. „I'm Coming With You“ vom Debüt und „The Witch's Dance“ [wie passend!] und „Hymn To Pan“ beenden das Hexentänzchen auch schon wieder.
Ach ja, einen barfüßigen spielenden Basser wie BCs Chris Landon sieht man auch nicht allzu oft auf einem Metal-Festival...



.:LORD VICAR:.
Die finnischen True Doomster von LORD VICAR sind in Sachen „HOD“ ja bereits alte Bekannte, haben aber diesmal auch noch eine neue Scheibe namens „Signs Of Osiris“ im Gepäck, von der manches Schmankerl dargeboten wird.
Frontmann Chritus – bereits am Vorabend voll wie ein Eimer und ausgesprochen leutselig im Publikum unterwegs – mit schütterem Blondschopf und Fusselbart ist wie immer sympathisches Aushängeschild der Band um ex-REVEREND BIZARRE-Klampfer Kimi „Father Peter Vicar“ Kärki, verfügt immer noch über beeindruckende Bühnenpräsenz und zeigt sich bestens bei Stimme.
Der Sound [v.a. der Drums] ist plötzlich eine Wucht und die aktuellen Songs kommen um einiges eingängiger und teilweise beinahe „rockig“ 'rüber, als noch auf dem eher sperrigen Debüt „Fear No Pain“. Zu Gehör gibt es außerdem den Song „The Fear Of Being Crushed“ von ihrer ebenfalls diesjährig veröffentlichten Split-EP mit FUNERAL CIRCLE und insgesamt hätten LORD VICAR mal wieder nicht mehr Doom sein bzw. verkörpern können...!

.:YET SO FAR:.
Bei YET SO FAR hat man es mit einer Reinkarnation des alten REVELATION-Line-Ups zu tun, d.h. Schwergewicht Dennis Cornelius [of OVERSOUL-Fame] an der Gitarre und WHILE HEAVEN WEPT- bzw. TWISTED TOWER DIRE-Bassmann Jim Hunter am Tieftöner, die heute Abend überwiegend Songs vom „...Yet So Far“-Album der Ami-Doomster von anno 1995 darbieten.



Los geht es mit „Within The Answer Lies“, gefolgt von dem „...Yet So Far“-Trio „Soul Barer“, „Eternal Search“ und „Alone“, die allesamt ordnungsgemäß abgefeiert werden. Vollkommen zu Recht, denn wesentlich fetter und v.a. härter hätten sowohl Sound als auch Riffs nicht sein können! WHW-Basser Jim Hunter bangt und malträtiert seinen Bass, während Frontgorilla Dennis Cornelius [von den Ausmaßen her einem gewissen „Sexy T“, seinerzeit bei CROWBAR, nicht unähnlich] seinen Klampfen- und Mikrofonjob zwar etwas stoisch, aber ausgesprochen konsequent durchzieht.
Mit „Finished With You“ folgt wohl eine YSF-Eigenkomposition, dann gibt es mit „Fallen“, „Morning Sun“ und „Little Faith“ bereits den nächsten mächtigen und bereits finalen Doom-Dreierpack aus besagtem REVELATION-Album und YET SO FAR verabschieden sich unter großem Applaus von der Bühne.



.:THE DEVIL'S BLOOD:.
Mit großer Spannung werden anschließend die aufgrund o.g. CATHEDRAL-Absage auf den Headliner-Slot gerutschten holländischen Okkultrocker von THE DEVIL'S BLOOD erwartet.
Warten trifft es denn auch ganz gut, denn ausgiebiges Warten ist erst mal angesagt, weil TDB-Mainman Selim Lemouchi erstmal ausgiebigst zum Soundcheck mit seinen beiden [!] Gitarristenkollegen übergeht und hier wirklich nichts dem Zufall überläßt bzw. seine Bandkollegen ausgesprochen energisch bezüglich weiteren Feintunings drillt. Aber Demokratie bzw. feinfühlige Angestelltenführung sind in Satanistenkreisen wohl ohnehin eher eine Seltenheit und letzlich ist THE DEVIL'S BLOOD einzig und allein Lemouchis Baby.
Während die Herren Musiker also noch ganz ins Gitarrenstimmen und Soundperfektionieren vertieft sind, verhüllen und verkleben die Roadies der Niederländer sorgfältig die Monitorboxen – man darf sich also auf ein [Schweine-]Blutbad gefasst machen.
Naja, ganz so schlimm ist es dann doch nicht, wenn auch die blut- und schweißgetränkte Ledermontur von Selim, die er offensichtlich bei jedem Auftritt bzw. Ritual seiner Band anhat, einen mehr als unangenehmen, um nicht zu sagen: ekelerregenden Geruch, gleichsam dem Hauch von Tod und Verwesung, verströmt...
Die Band kommt schweigend, von Kopf bis Fuß blutverschmiert und unter massiver Trockeneisbenebelung auf die geschmackvoll rot und schwarz dekorierte/verhängte Bühne, in deren Mitte dasselbe okkulte Symbol prangt, das auch die kommende bzw. aktuelle THE DEVIL'S BLOOD-Platte, „The Thousandfold Epicentre“, ziert und Bandleader Selim steht mit gereckter Frittengabel wie eine Salzsäule am ganz linken Bühnenrand.
Was vorgenanntes Soundcheck-Gebahren betrifft, so hat sich die Warterei tatsächlich mehr als gelohnt, denn einen klareren und gleichzeitig volleren Sound hat man den ganzen Abend nicht gehört, als THE DEVIL'S BLOOD wortlos ihren Auftritt bzw. ihr heutiges Ritual beginnen.



Eine Ansage oder sonstige Kommunikation mit dem Publikum unterbleibt konsequent, denn hier soll offenkundig nur die Musik für sich sprechen bzw. das [Opfer-]Ritual untermalen.
Die – ebenfalls blutige - Sängerin Farida „The Mouth“ Lemouchi, die Schwester von Bandgründer Selim, interpretiert die Kompositionen ihres Bruders mit drängender, beeindruckend kraftvoller und klarer Stimme, die mancher Souldiva durchaus Konkurrenz machen könnte.
Die Gitarristen spielen mit traumwandlerischer Sicherheit und einer fehlerfreien Expertise, die nur noch staunen läßt: scheinbar mühelos und ohne jegliche Kommunikation untereinander wechseln die drei Klampfer sich mit Rhythmus- und Leadgitarrenspiel ab, mal soliert der eine, dann wieder der andere, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres auf dieser Welt.
Da hilft wohl nur üben, üben, üben!
Eine konkrete Setlist nachzuvollziehen fällt schwer, denn das dargebotene Ritual/seltsame Schauspiel folgt einer ganz eigenen Dramaturgie, sämtliche Songs fließen homogen ineinander, ohne dass der Spannungsbogen jemals nachzulassen droht. Ziemlich sicher waren aber die diversen „Hits“ des TDB-Debüts, namentlich „The Time Of No Time Evermore“ und „Christ Or Cocaine“ und natürlich diverse künftige „Hits“ von der aktuellen „The Thousandfold Epicentre“-LP, u.a. „On The Wings Of Gloria“, „Cruel Lover“, „Die The Death“ und der Titeltrack, „The Thousandfold Epicentre“, dabei.
Selbst wenn man das vielleicht verstörende Auftreten/Erscheinungsbild und das eben miterlebte, blutige Ritual dieser Band als vermeintlichen, lediglich medienwirksam aufbereiteten Mummenschanz abzutun geneigt ist oder die okkult-satanistischen Überzeugungen und Praktiken eines Selim Lemouchi nicht teilen will: die musikalische und kompositorische Klasse von THE DEVIL'S BLOOD und die vermittelte obskur-morbide Aura und Faszination ist dennoch unbestreitbar.
Auch wenn es sich letztlich doch „nur“ um 70s-lastigen, etwas psychedelisch-verschwurbelten, melodieseligen, nicht zu harten Rock handeln mag, der – wie Selim Lemouchi mehr als offen zugibt – schwer von u.a. ROKY ERIKSON, alten IRON MAIDEN und alten JUDAS PRIEST beeinflusst ist, gilt doch auch hier: die Mischung macht's und dieses schaurig-schöne, bittersüße, tiefschwarze, aber allzeit hoffnungslos-verführerisch-melodisch-süffige Gebräu hat nun mal dieses gewisse Etwas.
Mit THE DEVIL'S BLOOD klingt ein weiteres „Hammer Of Doom“-Festival in der Würzburger „Posthalle“ jedenfalls quasi teuflisch gut gelungen aus.
Das „HOD VII“ kann kommen – Doom or be doomed!

dkay

Autor: Dirk Konz [dkay] | 09.11.2011 | 23:36 Uhr
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