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Datum: 20.11.2015Stadt: Würzburg




Zum zehnten Male fällt in der Würzburger „Posthalle“ nun bereits der Doomhammer und zu diesem feierlichen Anlass pilgern anno 2015 erst recht Doom-Aficionados aus aller Herren Länder in die hiesige Main-Nekropole, denn auch das Line-Up zur Dezenniums-Doomsause kann sich wie immer sehen lassen...

.:PATH OF SAMSARA:.
Los geht es am Festivalfreitag für mich mit den Black Magic Rock´n´Rollern von PATH OF SAMSARA, die vor einem Bühnenaltar mitsamt Räucherstäbchen einen beeindruckenden und mitreißenden Auftritt zwischen Okkult-, Wave- und Hardrock abliefern.



Frontmann/Bassist Binyamin singt eindringlich und ausdrucksstark und Gitarrist Nikolaus liefert Riffs und Posen für die ebenso düsteren wie melodischen Weisen des Trios, das völlig zu Recht bei Ván Records gelandet ist und neben einem Querschnitt durch die bisherigen Veröffentlichungen, „The Black Lotos“ und [die aktuelle LP] „The Fiery Hand“, einen mehr als gelungenen Festival-Auftakt abgibt, weshalb nicht wenige Fans hernach in Richtung Merchandise-Ecke strömen.



.:SORCERER:.
Die schwedischen Epic Doom-Urviecher von SORCERER hatten vor fünf Jahren, beim „Hammer Of Doom V“ also, ihre Wiedergeburt gefeiert und sich nach ihrem Auftritt zum Weitermachen bzw. zur offiziellen Reunion und Arbeiten an ihrem ersten, offiziellen Album entschlossen, was letztendlich zur diesjährigen Veröffentlichung von „In The Shadow Of The Inverted Cross“ geführt hatte.



Dementsprechend dankbar zeigt sich Frontmann Anders Engberg in seinem geschnürten Hemd, als er sich nach dem Klassiker „ Born With Fear“ [vom ersten Demo der Band von 1989] und dem aktuellen „The Dark Tower Of The Sorcerer“ zunächst beim „Hammer Of Doom“-Publikum für die Existenz seiner Band bedankt. Nahtlos geht es weiter mit dem ebenfalls aktuellen „Lake Of The Lost Souls“, bevor mit „Northern Seas“ ein weiteres Bonbon [von der „Heathens From The North“-Compilation von 2004] dargeboten wird. Der kraftvolle, eingängige Epic Doom, der immer wieder an die Frühphase von QUEENSRYCHE erinnert und generell erfreulich viel klassischen Heavy Metal inkorporiert, findet begeisterten Anklang, so dass auch die folgenden, ebenfalls neuen Kompositionen, „Sumerian Script“ und „The Gates Of Hell“, weidlich abgefeiert werden.
Die Demo-Nummer „The Battle“ und auch „Prayer For A King“ sorgen ebenfalls für Begeisterung und SORCERER scheinen die Energie ihres Publikums förmlich zu reflektieren.
Mit dem Titeltrack ihres Debüts geht es bereits in die Zielgerade und die Bandhymne, „The Sorcerer“ [von der 1992er „The Inquisition“-Kassette] beendet einen erneut durchaus triumphalen, zumindest aber erinnerungswürdigen Auftritt von SORCERER, die ihr Publikum ebenfalls beklatschen...



.:PENTAGRAM:.
Zeit für die Headliner PENTAGRAM, die nach ihrer Reunion und ihrem bereits dritten Auftritt in Würzburg fast schon zum Inventar des „Hammer Of Doom“-Festivals zählen.
Doch, als die Band aufläuft, allen voran [der wie immer scheinbar mies gelaunte] On-Off-Gitarrist Victor Griffin an seiner verschrammten „Gibson Les Paul“, tänzelt ein schlanker, zwar sichtlich verlebter/vom Leben gezeichneter und gealterter, aber ausgesprochen vital wirkender Bobby Liebling auf die Bühne, ohne Plautze, dafür voller Energie...!
Los geht’s mit dem unvermeidlichen „Death Row“ und bereits hier frisst das Publikum Mr. Liebling, der wie eine Mischung aus Rumpelstilzchen und altgewordener Vampirtranse 'rüberkommt, aus der Hand, während der mitsamt seiner Mitstreiter mit dem Evergreen „All Your Sins“ [ebenfalls von „Relentless“ von 1985] und dem nagelneuen „Close The Casket“ durchzieht.



Die Zwischenansagen vernuschelt Bobby Liebling zwar nach wie vor in schönster OZZY OSBOURNE-Manier, wirkt dabei aber allzeit so sympathisch verstrahlt, dass man gar nicht umhin kann, als seinem seltsamen Treiben auf der Bühne - einer Mischung aus Ausdrucks- und Regentanz nicht unähnlich - mit grinsendem Wohlwollen zu begegnen. Sein Alter Ego an der Klampfe und Biker-Lookalike, Victor Griffin, agiert davon im Wesentlichen ungerührt aggressiv auf seiner Bühnenseite und rifft sich durch „Sign Of The Wolf“ [von „Relentless“] und „Forever My Queen“ [von der 1999er „Review Your Choices“]. Neue Tracks von der aktuellen „Curious Volume“-Scheibe wie „The Tempter Push“ werden dabei vom Mob ebenso gefeiert, wie ewige Klassiker aus dem PENTAGRAM-Kanon Marke „When The Screams Come“ [von „Day Of Reckoning“ 1987].
Die Mischung scheint offensichtlich zu stimmen, denn auch „Dead Bury Dead“ oder der Titeltrack der neuen LP passen heute in die Setlist neben den „Relentless“-Klassiker „Dying World“.
Basser Greg Turley, der nun auch schon fast zwanzig Jahre mit von der Partie ist, übernimmt neben Bobby Liebling noch am ehesten die Show und so spielen sich PENTAGRAM munter weiter mit „Devil's Playground“ oder „Relentless“ durch ihr Set, das mit „Last Days Here“ [von „Show 'Em How“ von 2004] und „Be Forewarned“ zwar bereits auszuklingen droht, aber erst mit dem Doom-Schlager „20 Buck Spin“ sein definitives Ende finden kann.

dkay

Autor: Dirk Konz [dkay] | 28.11.2015 | 16:14 Uhr
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