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Datum: 25.06.2004Stadt: Köln

Im Biergarten des Underground zu Köln versammelte sich schon zeitig eine kleinere Menge durstiger und musikgieriger Personen um ein feines Paket Musik zu durchfeiern. Redrum Inc., Koroded, Hatesphere und Crowbar waren angesagt. Ein vielversprechendes Aufgebot!

Es eröffneten REDRUM INC. mit ihrem brachial-doomigen Metalcore und beackerten fleissig einige "schüchterne-weil-noch-nüchtern" Anwesende. Trotz der etwas unlebendigen Bühnenpräsenz der Musiker konnte Sänger "Mighty" durch souveränes Auftreten wenigstens einige Leute dazu bewegen, ihren Sicherheitsabstand aufzugeben und etwas näher vor der Bühne ab und an ihr Haupt zu bewegen. Geboten wurde eine metalcorige, teilweise schleppende Keule, in der Elemente aus CROWBAR, DOWN und sogar minimal MACHINE HEAD wieder zu finden waren. Leider fehlte mir immer mal wieder die zündende Idee dem jeweiligen Song einen unverkennbaren Charakter mit auf den Weg zu geben. Trotzdem fackelten die fünf Jungs ein technisch sauberes und, nicht zuletzt durch die Vocals, energiegeladenes Programm ab, dass sich nicht verstecken muß. Noch dazu ein absolut passender Opener an diesem Abend, der schonmal die Marschrichtung angab und sich auf mehr freuen ließ.

Nach einer kurzen Bierpause im Freien enterten KORODED die Bühne und zimmerten einen Arschtritt in den kleinen Raum, der sich gewaschen hatte. Sänger und Gitarrist der Kombo gaben sich äußerst spielfreudig und rotzten gekonnt ihren abwechslungsreichen Metalcore in die mittlerweile größer gewordene Runde. Die Songs konnten durchweg begeistern und hatten internationales Niveau. Sowohl der cleane Gesang als auch die Growls waren bestens an das Gesamtbild der Kompositionen angepasst, konnten in ihrer Gradlinigkeit direkt nachvollzogen werden und wirkten sich zündend auf die Menge aus. Obwohl Sänger Jan mir später mitteilte, dass seine Stimme aufgrund einer Nasennebenhöhleninfektion sehr angeschlagen sei, fand ich seine stimmliche Leistung und den eigenen Charakter in den Shouts äußerst überzeugend. So denke ich wäre es von Vorteil, wenn der Gute diese Krankheit so ausbauen würde dass sie chronisch wird.

HATESPHERE schlugen wenig später hart auf der Bühne auf und brachten, wie immer, alle zum Rasen und knallten ein Brett in das mittlerweile sehr gut gefüllte Underground, das seinesgleichen sucht. Mit deutlicher Spielfreude und zum Bangen animierender Songauswahl waren Hatesphere diesmal professioneller und trotzdem spritziger denn je zu beobachten. Die Thrashabrissbirnen des kürzlich erschienenen Albums "Ballet of the Brute" funktionierten live ebenfalls mit Bravour, obwohl sie auf CD nicht so direkt und frisch zündeten wie z.B. die Riffmonster der ersten Scheibe. Schön zu sehen, dass die volltätowierte Moshfront von HATESPHERE auch nach den Toureskapaden des letzten Jahres und den beiden Neuzugängen Schlagzeuger Anders Gyldenøhr und Zweitklampfer Henrik Jacobsen immer noch abgehen können wie Schmitz` Katze und dabei sichtlichen Spass haben.

Als wir einige Biere später vom Erfrischungstresen zurück kamen erklang bereits das ankündigende Intro von CROWBAR und Kirk Windstein hatte sich mit seinen Mitstreitern bereits in Pose gebracht. Kurz darauf rollten auch schon die ersten doomig-schleppenden Klänge über uns hinweg. Der kleine Raum war in Ehrfurcht erstarrt und die Melancholie der Songs brach sich an den schleppenden Gitarrenwänden, um danach in der Hoffnungslosigkeit zu versinken, die Crowbarsongs u.a. so einzigartig gemacht hat. Die Härte der Riffs zerfloss in Wehmut, die Wehmut kristallisierte pure Energie heraus, die in tonnenschweren Balken von der Decke tropfte und kurz über unseren Köpfen im Nichts verschwanden. So soll es sein. In den letzten Jahren hatte sich immer mehr bemerkbar gemacht wie sehr CROWBAR auf Kirk Windstein angewiesen ist und selbst mit ausgetauschten Bandmitgliedern immer noch zu songschreiberischen Höchstleistungen in der Lage ist und auch live nichts anbrennen läßt. All they had, they gave!

Shub

Autor: Thomas Kleinertz [shub] | 04.08.2004 | 17:49 Uhr
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