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Datum: 05.10.2012Stadt: Würzburg



Die Macher des „Hammer Of Doom“-Festivals haben bekanntlich auch ein Herz für Death bzw. Thrash – oder, wie das ja heutzutage politisch korrekt genannt wird: Extreme Metal und deshalb steigt dieses Jahr zum ersten Male in der bewährten Würzburger „Posthalle“ das „Hell Inside“-Festival.

Der Festivalfreitag beginnt bereits ab 13.30 Uhr und bietet damit zwar definitiv „value for money“, ist allerdings nicht gerade arbeitnehmerfreundlich, so dass [nicht nur mir] DEMIGORGON, CEREBRAL BORE, die niederländischen Melodic Death/Thrash Metaller IZEGRIM, ZOMBIE INC., die deutschen Thrasher von CRIPPER, die tödlichen Amis von REVOCATION, die schwedischen Old School-Deather EVOCATION, die Deathcoreler von JOB FOR A COWBOY und bedauerlicherweise auch die reformierten britischen Thrasher von ONSLAUGHT zwangsläufig durch die Lappen gehen.



.:DYING FETUS:.
Dafür bin ich aber - immerhin ziemlich pünktlich - bei den Brutal Deathern von DYING FETUS vor Ort, die der [s.o.] bereits vorgewärmten „Posthalle“ u.a. mit „Justifiable Homicide“ einen ordentlichen Scheitel zu ziehen wissen. Der Sound ist drückend und einfach brutal, was dem Trio natürlich gut in den Kram passt: den „Killing On Adrenaline“-Track „Fornication Terrorists“ widmet Frontmann/Gitarrist John Gallagher daher charmant allen anwesenden Ladies, bevor es mit „Homicidal Retribution“ [von ihrer „War Of Attrition“-LP von 2007] und „Pissing In The Mainstream“ [von „Destroy The Opposition“] weiter geht.



Basser Sean Beasley bangt enthemmt an seinem Tieftöner und Trommler Trey Williams deckt die „Posthalle“ mit einem Trommelfeuer an Blastbeats ein.
Zum guten Schluss wird noch „Kill Your Mother/Rape Your Dog“ in die bereits windelweich geprügelte Menge geballert.



.:ARCH ENEMY:.
Nach dem letztjährigen Gastspiel der schwedisch-deutschen Erzengel-Allianz in der Geiselwinder „Eventhalle“ im Rahmen des „Christmas Metal“-Meetings, wo die Band – sichtlich tourmüde – doch arg routiniert und leblos zugange gewesen war, hatte ich, ehrlich gesagt, keine besonders hohen Erwartungen an den heutigen Gig.
Doch es kommt meist ja bekanntlich anders, als man denkt, denn bereits mit dem Opener, „Yesterday Is Dead And Gone“ [von der immer noch aktuellen „Khaos Legions“-Scheibe], zeigt sich die komplette Truppe derart motiviert und energetisch, dass man nicht umhin kann, dies zu honorieren. Frontfrau Angela Gossow fordert für das nachfolgende „My Apocalypse“ nicht weniger als „blutige Nasen und fliegende Matten“ und wird vom Mob prompt beliefert.
Gut, die „revolutionären“ Videoprojektionen, Bühnendekoration und Kostüme bzw. das auf das „Khaos Legions“-Design abgestimmte Outfit von ARCH ENEMY mag Geschmacksache sein, aber zumindest wirkt die Show diesmal - im Gesamtpaket mit dem abgelieferten Budenzauber - nicht allzu aufgesetzt.
Außerdem haben ARCH ENEMY längst mehr als genug Hits und Gassenhauer im Gepäck, um auch den letzten Nörgler zum Verstummen und Mitbangen zu bringen: auf das ebenfalls aktuelle „Bloodstained Cross“ folgt mit „Bury Me An Angel“ nämlich eine Uraltkamelle vom 1996er „Black Earth“-Album, gekrönt von einem Drumsolo von Daniel Erlandsson.
Nach „Under Black Flags We March“ kann sich Frau Gossow einen kleinen, nicht unlustigen Seitenhieb auf die – mitterweile bekanntlich schon wieder mit neuer Sängerin agierenden – Kollegen von NIGHTWISH nicht verkneifen, bevor die „Posthalle“ auch schon den „Anthems Of Rebellion“-Schlager „Dead Eyes See No Future“ von 2003 serviert bekommt.
Selbst Basser Sharlee D'Angelo wirkt lebendiger denn je und auch Saitenfex/Mainman Michael Amott scheint der Weggang seines kleinen Bruders bzw. Zuwachs in Form des ex-ARSIS-Gitarristen, Nick Cordle, regelrecht beflügelt zu haben, wie sein JOE SATRIANI-artiges Solieren nahelegen möchte.
Schon immer politisch widmet Frontamazone Angela ihrer regierenden Namensvetterin Merkel den Song „Revolution Begins“ [von „Rise Of The Tyrant“ von 2009], bevor es mit „We Will Rise“ und – natürlich – dem unvermeidlichen, allmächtigen „Doomsday Machine“-Nackenbrecher „Nemesis“ in die Zielgerade geht.
ARCH ENEMY beweisen hiermit jedenfalls/allemal nachdrücklich, dass sie ihren Headlinerslot tatsächlich verdient haben und auch fürs „Hell Inside“-Festival noch „hart“ genug sind...!



dkay

Autor: Dirk Konz [dkay] | 12.01.2013 | 22:03 Uhr
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