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Datum: 06.10.2012Stadt: Würzburg



Der Festivalsamstag des „Hell Inside“-Festivals wartet ebenfalls mit einem beeindruckenden Billing auf, das – wie bereits am Vortag – bereits in den Mittagsstunden zum gemütlichen Beisammensein, Headbangen und Feiern einlädt.
Somit sind auch heute bereits diverse Extremmetall-Kapellen wie etwa VERMIN, WILD ZOMBIE BLAST GUIDE, ON FALLEN SAINTS, KALI YUGA, DAWN OF DISEASE und die schwedischen Crossover-Skate Thrash-Epigonen von DR. LIVING DEAD mit ihrem Programm durch.

.:RESURRECTION:.
RESSURECTION aus Tampa, Florida um Frontmann Paul Degoyler machen als reanimierte Old School-Death Metaller ihrem Namen im wahrsten Sinne des Wortes alle Ehre und präsentieren eine durchaus solide Schlachtschüssel in schönster, althergebrachter SIX FEET UNDER-Tradition. Geboten bekommt die „Posthalle“ dabei u.a. „Torture Chamber“ [von ihrem 1993er Debüt, „Embalmed Existence“] und „Death By Desire“ von ihrer, immer noch aktuellen „Mistaken For Dead“-Scheibe.



.:ENTRAILS:.
Die schwedischen Old School-Deather und ENTOMBED-Fanatiker von ENTRAILS belegen hernach, dass das Death Metal-Genre keinen Wert auf gutes Aussehen legt bzw. beweisen auch klanglich Mut zur Häßlichkeit. Über "Euthanasia", "Entrails", "Blood Red" oder "Crawling Dead" schroten sich die Skandinavier derart beherzt und herrlich altschulisch durch ein Potpourri der schönsten Weisen ["End Of Existence", "To Live Is To Rot", Slithering Below"] ihres Debüts „Tales From The Morgue“ und des aktuellen „The Tomb Awaits“-Opus, dass Fans von NIHILIST über CARNAGE bis DISMEMBER das Pipi im Auge gestanden haben dürfte...
Als Zugabe gibt's noch "Eaten By The Dead" und "Unleashed Wrath": So und nicht anders geht „Svensk jävla dödsmetall"!

.:LOUDBLAST:.
Die Franzosen von LOUDBLAST liefern anschließend ein klanglich deutlich differenzierteres Set ab und spielen sich – allerdings eher statisch und etwas unspektakulär – durch ein Best-Of ihrer bisherigen Scheiben, von „Disincarnate“ über „Sublime Dementia“ bis zur aktuellen „Frozen Moments Between Life And Death“ von 2011. Kein Wunder, dass sich die Halle leert und damit ein etwas dürftiges Bild bzw. keine sonderlich motivierende Kulisse für die Musiker bietet.
Schade, denn dieser exklusive Live-Auftritt der Mannen um Stéphane Buriez dürfte ein eher rar gesätes Event gewesen sein...

.:IMMOLATION:.
Die New Yorker Tech/Brutal Deather von IMMOLATION hatten sich zwar erst „neulich“, sprich Ende 2010 gemeinsam mit NAPALM DEATH in derselben Location die Ehre gegeben, aber einmal ist bekannt kein Mal!
Sichtlich guter Dinge ballert die Band aus Yonkers um Basser/Frontmann Ross Dolan dann auch Tracks wie das aktuelle „Majesty And Decay“ oder „What They Bring“ [von ihrer „Providence“-EP] in die Menge. Der Sound ist beeindruckend klar und brutal, so dass die Gitarrenkunststücke des – nach wie vor – weidlich grimassierenden und posierenden Klampfers Robert Vigna ordnungsgemäß zur Geltung kommen können.



Von ihrem 1991er Debüt, „Dawn Of Possession“, kommt der Opener, „Into Everlasting Fire“, und von „Here In After“ [von 1996] „Under The Supreme“.
Dolans schwarzlockige Matte scheint immer länger zu werden, ganz im Gegensatz zu so manch dürrer Haarpracht in der Fanschar – egal, denn mit dem Band-Klassiker „Dawn Of Possession“ muss das Gastspiel von IMMOLATION auch schon wieder enden.



.:MARDUK:.
Nach soviel Death Metal wird es nun aber allerhöchste Zeit für etwas Schwarzwurzelsound und wer könnte das besser als die Herren Mortuus und Morgan von MARDUK!
Los geht der schwarzbunte Reigen mit „Nowhere No-One Nothing“ von „Wormblood“, gefolgt von „The Black Tormentor Of Satan“ [von „Heaven Shall Burn...“ von 1996]. Das „Hell Inside“-Publikum verfolgt die schwarze Messe willig und so kann es mit „Those Of The Unlight“ von anno 1993 auch schon weiter gehen.
Mortuus knurrt kurze, pointierte Ansagen und die Band – allesamt stilsicher in Corpsepaint – zeigt sich bestens eingespielt, wie auch „Slay The Nazarene“ [von „Nightwing“] und nicht zuletzt „Throne Of Rats“ [von „Plague Angel“] nachdrücklich demonstrieren.
Getaucht in reichlich blutrotes Licht und noch mehr Trockeneisnebel stapft Gitarrist und Mainman Morgan samt seiner ramponierten Gitarre misanthropisch über die Bühne und liefert mit tiefschwarzen Riffs unablässig Material für weitere Black Metal-Geschosse wie „Opus Nocturne“ und „Within The Abyss“ [von den „Fuck Me Jesus“- bzw. „Here's No Peace“-EPs].
Der Scheiterhaufen lodert nun in aller Pracht, so dass „Baptism By Fire“ und „Panzer Division Marduk“ [vom gleichnamigen Album von anno 1999] da genau richtig kommen, bevor mit „Souls For Belial“ von der aktuellen „Serpent Sermon“-LP Schluss ist.



.:ASPHYX:.
Nachdem die Kollegen von MARDUK das Feld in Sachen Kriegspropaganda bzw. -prosa damit bereits vorbereitet bzw. verbrannte Erde hinterlassen haben, tun sich die Death Metal-Veteranen von ASPHYX nicht mehr sonderlich schwer, die „Posthalle“ geschlossen hinter sich zu bringen.
Mit Abrissbirnen wie „M.S. Bismarck“ und „Death...The Brutal Way“ wird zeitnahe eine eindrucksvolle Bresche geschlagen und... dann muss Frontmann und Rampensau Martin van Drunen erstmal eine Pause machen: „Mann, ich werde langsam zu alt für diese Sch...!“.
Macht nix, kurz verschnaufen, Bierchen nachschütten und weiter mit „Last One On Earth“ und dem aktuellen „Deathhammer“. Der ergraute van Drunen ist sichtlich angetrunken, aber allerbester Laune und plaudert leutselig mit seinem Publikum, bevor es mit „Eisenbahnmörser“ [von „Death... The Brutal Way“ von 2009] auch schon weiter im Text geht.
Gitarrist Paul Baayens und Basser Alwin Zuur bangen, was das Zeug hält und Drummer-Urgestein und ASPHYX-Mainman, Bob Bagchus, schlägt den adäquat death-doomigen Beat/Takt.
Dazu passt – nomen es omen – natürlich auch „We Doom You To Death“ von der aktuellen „Deathhammer“-Scheibe und mit dem tödlichen Trio „The Rack“, „Wasteland Of Terror“ und „Asphyx [Forgotten War]“ als vorgezogenes Encore machen ASPHYX den Sack endgültig zu...!



Fazit: Mehr Death Metal-Vollbedienung als beim ersten „Hell Inside“-Festival dürfte 2012 schwerlich drin gewesen sein...!

dkay

Autor: Dirk Konz [dkay] | 12.01.2013 | 23:51 Uhr
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