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Datum: 28.04.2011Stadt: Leipzig

Für IN EXTREMO stand an diesem Wochenende ein kleiner Marathon an, denn nach circa zwei Monaten Tour, wurden am 28. und 29. April 2011 in Leipzig gleich zwei Konzerte hintereinander gegeben. Grund: Viele, viele Menschen. Man mag es kaum glauben, aber auch der Donnerstag lockte eine geballte Meute in das Haus Auensee, die sich am frischen Mittelalter-Pop der Berliner Barden ergötzen wollte. Die Stimmung war indes gut und das Personal gewohnt professionell und distanziert, was sich in der ein oder anderen merkwürdigen Aktion herauskristallisierte; dennoch, ohne größere Probleme oder Unannehmlichkeiten trieb der Zeiger gen Konzertbeginn und damit in die starken Biker-Arme der Hamburger OHRENFEINDT!

Mir war das AC/ DC Revival-Trio zugegeben kein Begriff und doch gibt es sie bereits seit 1994, wie das Internet verrät. Die lange Musikpräsenz merkte man den Herren aber auch an, denn an Können und Professionalität mangelte es bei diesem Posten gewiss nicht. Auch die Menge konnte gut beisteuern und ging nach diversen Startschwierigkeiten ordentlich mit. Doch war dies bei groovig-treibendem Hardrock mit gepflegter Blues-Attitüde auch nicht sonderlich schwer, denn mitgenommen haben OHRENFEINDT allemal. Vor allem die angenehm raue Stimme des Fronters Chris Laut gab einen guten auditiven Fixpunkt her. Nur der obligatorische, “Ihr seid das lauteste Publikum“-Trick wollte nicht so ganz funktionieren, denn laut war Leipzig an diesem Abend nicht wirklich. Sei es drum, denn es gab ja noch andere Fragen zu stellen, wie die nach der Sex-Affinität [ging schon eher gut] und die nach dem Biker-Braut-Leben, welche ebenfalls schleppend anlief, da augenscheinlich nur zwei bis vier Motorrad-liebende Weiblein anwesend waren.

OHRENFEINDT ließen sich aber auch nicht beirren und zogen ihr Programm konsequent durch. Dabei zeigten sie eine, für Hardrock-Bands beinahe erschreckende politische Korrektheit: Nicht trinken, wenn man fahren muss, für Kinder spenden und aufeinander aufpassen! Das war der allgemeine Mitgift-Kanon des Abends, der aus den Boxen der Hamburger Werner Beinhart-Kombo schallte. Gespielt wurde, soweit rückzuverfolgen, viel der neuen Platte „Schwarz auf Weiß“ und einiges von dem 2005er Silberling „Rock 'n' Roll Sexgott“; allesamt sehr gut dargeboten und definitiv mit Liebe zum Detail zusammengeschustert. Gitarrist Dennis Henning lieferte dabei bodenständige Soli ab und Drummer Flash Ostrock, mit kosmetischer 70er-Jahre Reminiszenz, sorgte dafür, dass alles kräftig nach vorn geht. Insgesamt eine sehr erfrischende und angenehme Vorband, die mit guten Eindrücken die Bühne verließ. Die Setlist des Abends, mit herzlichem Dank an Sänger Chris Laut, sah wie folgt aus:









„'N Job in 'ner Bank" [Schwarz auf Weiss]
"Zu jung, zu schnell" [Schwarz auf Weiss]
"Nicht die Nerven verlieren" [Fernweh]
"Motormädchen" [Schwarz auf Weiss]
"Sie hat ihr Herz an St. Pauli verloren" [Schwarz auf Weiss]
"Schwarz auf Weiss" [Schwarz auf Weiss]
"Rock'n'Roll Sexgott" [Rock'n'Roll Sexgot]
"Ohrenfeindt" [Mit Vollgas & Blaulicht]



Nun war es dann endlich soweit, dass man nach zwei in Ruhe konsumierten Getränken, den Startbefehl für IN EXTREMO gab. Licht aus, Projektor an! Projektor? - Kino? Ja, so in etwa, denn IN EXTREMO beginnen nun mit einem quasi Live-Trailer, der ihr neues Symbol, den siebenzackigen Stern, nebst Wolken, und zu guter Letzt auch das Bandflugzeug präsentiert. Nur ein kurzer visueller Ansporn, um dann direkt mit dem aktuellen Titeltrack „Sterneneisen“ loszutreten.

Das ging auch ordentlich nach vorn und war überraschend besser als das, was man vom Album gewöhnt war. Den Anschluss machte dann das 2008er „Frei zu sein“, was auch den nicht aktuell involvierten Hörern etwas Honig um den Bart schmierte. Danach ging es direkt mit „Liam“ von „Mein Rasend Herz“ weiter, in welchem Dr. Pymonte seine feinen Harfe-Künste in den Lichtschein stellen konnte. Eine ruhige, aber intensive Nummer, welche IN EXTREMO wunderschön auf die Bühne gebracht haben. Auch das folgende „Erdbeermund“ konnte überzeugen und bewies, dass die „alten“ Titel noch gut in den Knochen sitzen und ohne Probleme in die neue Bühnenpräsenz übergehen. Mit „Zigeunerskat“ wurde dann erst einmal die aktuelle Scheibe bedient und die weit ausladende Bühne ging in einem Pyro-Flammenmeer unter.

Zu fotografieren war dies nicht, da das Haus Auensee die eigenartige Angewohnheit hat, allen Fotografen aufzuerlegen, die Kameras einzusacken, sofern man das Konzert noch weiter begleiten möchte; eine etwas unschöne Eigenart, muss man sagen. Im Gedächtnis blieb das Feuer dennoch, denn es brannte fast ununterbrochen in meterhohen Glut-Geisieren gen Publikum.

Mit „Vollmond„ wurde man letztlich entschädigt, denn die bis dato recht gute IN EX-Vergangenheit wurde an diesem Abend kräftig zelebriert. „Unsichtbar“ brummte folgend aus allen Rohren, oder vielmehr aus dem riesigen Berghorn, welches plötzlich quer über die Bühne ragte und omnipräsent in allen Ohren wütete. Das Letzte Einhorn beschrie diesen Titel als Erinnerung an seine Straßenmusiker-Karriere, zeigte aber, dass er jene Zeit gut überwunden hat. Danach gab es eine zwar bekannte, aber dennoch schon zum Klassiker gewordene Perle mit dem Namen „Herr Mannelig“. Schön simpel und grundlegend dargeboten, bekam man hier eine kurze Rückentsinnung an die Essenz von IN EXTREMO. Ein Folk Metal Standard, der gut ins Ohr geht und nicht nur das Publikum in Freudentänze versetzte.

Auch „Horizont“ zeigte die Herren von ihrer besseren Seite, wenngleich Herr Rhein etwas unmotiviert und stellenweise sehr ungesprächig wirkte. Möglicherweise krank, oder einfach nur kaputt? Das weiß man nicht. - Klar ist nur, dass die eigentliche Rampensau heute eher träge im Stall lag, wenn sie nicht gerade singen musste. Der Schlager-Pop-Titel „Siehst du das Licht“ konnte dann auch nicht viele Punkte einfahren, ebenso wenig wie „Stalker“; beides Nummern, die meiner Meinung nach irgendwie nicht in das IN EX-Portfolio passen und auch live eher halbherzig und fremd klingen, zumal die eingespielten Background-Vocals bei letzterem doch eigentlich unter der Spielkunst der sieben Vagabunden liegt. Eine Wiedergutmachung folgte durch den „Sängerkrieg“-Song „In diesem Licht“ und einem Letzten Einhorn, welches mit viel Gefühl und Herz ausgezeichnet die Seele und Stimmung dieser Nummer rüberbrachte.

„Hol' die Sterne“ machte den Anschluss und es reifte der Gedanke, dass die Band selbst nicht so überzeugt von ihrem neuen Material ist, denn irgendwie sank die Motivation stetig, sobald ein solcher auf dem Zettel stand. Um so bestätigender, dass mit „Spielmanns Fluch“ der ganze Saal in ekstatische Tanzwut versetzt wurde und auch ein Michael Rhein, ein Flex und Lutter glückliche Gesichter machten. Und auch „Küss Mich“ blieb nicht unbetanzt, denn die Menge wurde zusehends aufgeschlossener und sang aus voller Kehle. Nur einige alt-gediegene Herrschaften verstanden sich nicht so gut auf die junge Musik-Generation und griffen Leute aus dem Circle Pit, der sich in der Mitte aufgetan hatte, um ihnen die Unrichtigkeit ihres Verhaltens zu schildern. Dann doch lieber in die Peripherie ausweichen, zumal das Haus Auensee wirklich keine akustischen oder visuellen Dunkelecken aufweist.

Es folgte der neue Party-Hit „Viva la Vida“; und im Anschluss, wer hätte es gedacht und amüsanter Weise kannten es die wenigstens, abgezählt an den Mitsingenden: „Rotes Haar“ von „Weckt die Toten“! Zauberhaft und angereichert durch ein feines Solo des Van Lange. Auch „Sängerkrieg“ und „Auf's Leben“ gaben noch zwei gute Erinnerungen mit auf den Weg, bevor es in das obligatorische Rückrufen überging.

Zu lange ließen sich die Herren auch nicht bitten und mit dem neuen „Gold“ und seiner prägnanten Zeile, „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, ging es in eine kurze Rückrunde, die vielversprechend begann und explosiv endete. Weitergeführt wurde der Kampf nämlich mit „Rasend Herz“, welches ordentlich nach vorn ging und schließlich abgerundet durch das „Sünder Ohne Zügel“-Meisterstück „Omnia Sol Tempera“, bei welchem mit viel Knall, Flammen und Funken der erfolgreiche Abend zu Bette getragen wurde.

Es war ein gutes und aufreibendes Konzert gewesen, das IN EXTREMO an diesem Abend auftischten. Die Setlist war ungemein ausgewogen und der neue Silberling erstaunlich wenig in Anspruch genommen, was aus subjektiver Sicht eine gute Entscheidung war, dem Publikum aber auch nicht zu missfallen schien. Abgesehen davon, dass der Fronter etwas missmutige Züge an den Tag legte und den ein oder anderen Ruf aus dem Publikum mit doch eher beleidigenden Aussagen kommentierte, war es eine gute Leistung, die IN EXTREMO hier an den Tag legten. Auch der neue Drummer Specky T.D. Machte eine gute Figur und muss sich hinter seinem ehemaligen Kollegen nicht verstecken. Wie schon propagiert, live sind und bleiben die sieben Vagabunden eine deftige Hausnummer! Bis auf's nächste Mal!

Setlist:

„Sterneneisen“
„Frei zu sein“
„Liam“
„Erdbeermund“
„Zigeunerskat“
„Vollmond“
„Unsichtbar“
„Herr Mannelig“
„Horizont“
„Siehst du das Licht?“
„Stalker“
„In diesem Licht“
„Hol' die Sterne“
„Spielmanns Fluch“
„Küss Mich“
„Viva la Vida“
„Rotes Haar“
„Sängerkrieg“
„Auf's Leben“

ZUGABEN:

„Gold“
„Rasend Herz“
„Omnia Sol Tempera“

Necrologue

Autor: Tobias Naumann [Necrologue] | 09.05.2011 | 11:09 Uhr
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