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Datum: 11.11.2013Stadt: Wien




Ein ziemlich interessantes Packag macht sich diesen Herbst auf den Weg, um die kleineren Clubs Europas unsicher zu machen – die amerikanischen Death Metal Legenden von INCANTATION haben sich mit den norwegischen Blackies von RAGNAROK zusammengetan und bringen außerdem noch die Italiener von FORGOTTEN TOMB und die Japaner von SURVIVE mit. Ursprünglich sollten eigentlich IMPIETY die Clubs in Schutt und Asche legen, aber diese mussten aufgrund eines Problems mit ihrem Gitarristen absagen. Daraufhin sprangen FORGOTTEN TOMB kurzfristig ein. RAGNAROK und FORGOTTEN TOMB wollte ich mir nicht entgehen lassen und so machte ich mich auf den Weg in den Viper Room im Wien, nur um festzustellen, dass kleinere Konzerte an einem Montag Abend nicht viele Leute anziehen. Gut, es mag damit zusammenhängen, dass INCANTATION ihre Zeit hinter sich haben und RAGNAROK von den Black Metal Fans immer schon eher stiefmütterlich behandelt wurden, aber dass auch FORGOTTEN TOMB kaum Leute anlocken konnten, verwirrte mich dann doch etwas. Aber was soll’s, eine intime Atmosphäre ist ja schließlich auch etwas Feines.




SURVIVE

Vor gut zehn Leuten und einigen Menschen, die einfach an der Bar blieben, mussten sich dann die japanischen Thrash Metaller von SURVIVE beweisen, die es [zumindest in Europa] wohl gewohnt sind, dass sie vor kleineren Mengen auftreten müssen. Sie ließen sich davon wenig beirren und feuerten einige Riffsalven in die Menge, die zeigten, dass hier keine vollkommenen Neulinge unterwegs sind. SURVIVE gibt es immerhin schon seit 1998 und sie haben auch schon eine beachtliche Anzahl von Alben veröffentlicht. Reaktionen vom Publikum gab es allerdings kaum; dafür zeigten sich die Gitarristen Ryo-Suke und Masuru „Nemo“ Nemoto umso begeisterter, wenn einzelne Fans die Fäuste in die Luft reckten oder ihren Kopf schüttelten. Insofern also ganz nett, als dass man noch die Chance hatte, direkt mit den Musikern auf der Bühne zu kommunizieren. Musikalisch gibt es, wie gesagt, eigentlich nichts auszusetzen und wer auf moderneren Thrash Metal steht, der sollte SURVIVE ruhig einmal anchecken. Auch die Band selbst agierte sehr sympathisch und ein Bandmitglied sollte später am Abend noch voller Begeisterung reagieren, als er feststellte, dass ein Freund von mir sich für 15 Euro ein Shirt der Band geleistet hatte. Eine kleine Anekdote am Rande.




FORGOTTEN TOMB

Knappe zehn Minuten nach dem Auftritt von SURVIVE machten sich meine heimlichen Headliner von FORGOTTEN TOMB daran, ihre Instrumente zu stimmen und die Bühne für ihren Auftritt vorzubereiten. Vor der Bühne versammelten sich währenddessen doch noch ein paar Leute, wobei ich nach wie vor das Problem hatte, relativ alleine in der ersten Reihe zu stehen. Sei es wie es sei, FORGOTTEN TOMB begannen zwar unspektakulär aber dafür stilsicher und ließen die Musik für sich sprechen. Hin und wieder gab es kleinere Raucheinspielungen, aber abgesehen vom sehr aktiven Bassisten Algol, der sich sichtlich über Zuspruch von den Zuschauern freute, gab man sich eher statisch und minimalistisch. Dies ist allerdings kein großes Problem, wenn man die depressive und tendenziell eher langsame Musik von FORGOTTEN TOMB bedenkt. Herr Morbid und Konsorten spielten dabei bekannte und unbekanntere Songs von verschiedenen Alben und natürlich auch von ihrer derzeit aktuellen Scheibe „… and Don’t Deliver Us from Evil“ [selbige und noch einige mehr konnte man übrigens als Vinyl-Scheibe für den fairen Preis von 15 Euro am Merchandise-Stand erwerben]. Dabei fiel vor allem auf, dass der Sound wirklich gut abgemischt war und man so die durchaus detailreiche Musik von FORGOTTEN TOMB auch genießen konnte. Musikalisch also ein auf jeden Fall tighter Auftritt, dem leider nur wenige Fans beigewohnt haben. In einem späteren persönlichen Gespräch mit Algol zeigte sich dieser allerdings nicht besonders erschüttert über die geringe Zuschaueranzahl und führte diese vor allem auf den Montag Abend zurück. Wer nach dem Auftritt noch Lust hatte, sich mit FORGOTTEN TOMB zu sozialisieren, der konnte sich noch zu der Band an die Bar setzen. Drummer Asher gesellte sich später auch noch ins Publikum, um den Gig von INCANTATION zu beobachten. Nach 45 Minuten war der schmissige Auftritt vorbei und RAGNAROK begannen, die Bühne aufzubauen.




RAGNAROK

Die Norweger von RAGNAROK, die ihr erstes Demo 1994 [!] veröffentlicht haben, schienen diejenige Band zu sein, die am meisten Leute anlocken konnten. Die ersten paar Reihen füllten sich nämlich tatsächlich etwas, als die vier Mannen mit Corpsepaint bewaffnet die Bühne stürmten. Allerdings mussten RAGNAROK für diese Tour auf Gastsänger Venomenon [den man von NÀTTSÒL kennt] zurückgreifen, weil ihr momentaner Sänger HansFyrste nicht von seiner Arbeit wegkonnte. Dies sollte sich allerdings keineswegs negativ auswirken, denn Venomenon stellte sich als sehr fähiger Sänger heraus, der auch ordentlich Bühnenpräsenz ausstrahlen konnte. Überhaupt ist der Charme, den RAGNAROK auf der Bühne verbreiten können, großartig. Sänger VENOMENOM keifte und geiferte die Songs in die Menge und feuerte das Publikum an, während Bassist DezeptiCunt den nordischen Riesen gab und Bassist Bolverk voller Energie Riffs in die Menge feuerte und von den Reaktionen des Publikums total begeistert war. Über seinen Frontleuten thronte dann noch Drummer und Bandleader Jontho, der seinen Job mehr als ordentlich machte. 45 Minuten also, in denen Fans von norwegischem Black Metal voll auf ihre Kosten kamen und zudem noch eine sehr sympathische und unprätentiöse Band erleben durften. RAGNAROK spielten sowohl neuere Songs wie „Sword of Damocles“ als auch Klassiker wie „In Nomine Satanas“. Dass man dabei zwischen den Songs keine große Variation bemerkt hat, spricht ja eigentlich eher für als gegen die Band und so konnte man sich voll und ganz auf die Monotonie und die schier unendliche Energie von RAGNAROK einlassen. Sänger Venomenon traute sich sogar, die Anfänge von Songtitel ins Publikum zu schreien und sich von den paar Leuten eine Reaktion zu erhoffen. Diese kam, wenn auch hauptsächlich von einzelnen Personen, tatsächlich und so kann man wohl zweifellos sagen, dass man hier mit RAGNAROK den eigentlichen Headliner des heutigen Abends gesehen hat. TOTALABRISS!




INCANTATION

Als die Amerikaner von INCANTATION nach einer kurzen Umbauphase die Bühne betraten und mit ihrem Death Metal loslegten, hatte sich die Menge schon wieder etwas aufgelöst. Trotzdem ließen sich die Herren zunächst nicht beirren und begannen loszulegen. Bald mussten sie aber feststellen, dass die Reaktionen aus dem kleinen Publikum doch eher mäßig ausfielen und dass kaum jemand einen Song der amerikanischen Legenden zu kennen schien. Führte das am Anfang fast noch zu Beleidigungen des Publikums [„Come on, you quiet fucks!“], begann man dies im Laufe des Abends mit einer ordentlichen Portion Selbstironie zu nehmen. Die fehlende Reaktion des Publikums lässt sich allerdings nicht nur auf die geringe Anzahl an Menschen zurückzuführen, sondern auch auf die Spielfreude der Amerikaner. Zwar gaben sich Sänger und Gitarrist John McEntee und Drummer Kyle Severn durchaus Mühe, die Leute anzuheizen, aber gerade Alex Bouks strahlte eine dermaßene Langweile aus, dass keine wirkliche Stimmung aufkommen konnte. Nichtsdestotrotz darf man nicht behaupten, dass einem hier musikalisch nichts geboten worden wäre. Die Songs von INCANTATION hauen immer noch ordentlich rein und es ist eigentlich verwunderlich, dass sich niemand mehr so wirklich dafür interessiert. Da die Amerikaner außerdem eine deutlich längere Spielzeit hatten als die Vorbands, konnten sie auch einen schönen Überblick über ihre Diskographie geben und auch ältere Titel wie „Iconoclasm of Catholocism“ zum Besten geben. Als dann allerdings niemand die älteren Songtitel mitschreien konnte, mussten sogar John und Kyle lachen und schienen sich ihrem Schicksal gefügt zu haben. Zwar wurde die Stimmung etwas besser, als das Publikum sich etwas in den Death Metal „eingegroovt“ hatte, aber im Vergleich zum Höllenfeuer von RAGNROK blieben INCANTATION ein laues Lüftchen – das gilt zumindest für den Viper Room in Wien. Ohne Zugabe – wie bei allen Bands – machte man dann Schluss und schickte die Metal-Fans kurz vor Mitternacht zurück in die österreichische Kälte.

Auch wenn es schade ist, dass diese Tour so schlecht besucht war, so hatte dies dennoch zumindest den Vorteil, dass man problemlos mit den Musikern reden und Bier trinken konnte. Dazu kamen noch die wirklich tollen Auftritte von RAGNAROK und FORGOTTEN TOMB. Als Besucher konnte man den Abend so auf jeden Fall als Erfolg verbuchen, noch dazu weil man schöne Vinyl-Platten für 15 Euro abstauben konnte. Auch wenn die Bands wohl nicht allzu glücklich waren, zeigten sich zumindest die Vorbands alle von ihrer besten Seite und bedankten sich teils persönlich bei den einzelnen Zuschauern für ihr Kommen und ihre Reaktion. Eine schöne Sache, diese Metal-Szene.

Squiggofant

Autor: Jonathan Jancsary [Squiggofant] | 16.11.2013 | 13:50 Uhr
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