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Datum: 04.11.2003Stadt: Frankfurt/Main

Das neue IRON MAIDEN-Album! Die angeblich letzte Hallen-Tournee der Band! Die Erwartungen, die mit „Dance Of Death“ [trotz guten Durchschnitts] nicht erfüllt wurden, hatte man also an diesen Abend in der Frankfurter Jahrhunderthalle. Etwas ernüchtert, ganze drei €uronen fürs Parken bezahlen zu müssen, enterte man dann die eigentlich für vornehmere Veranstaltungen ausgelegte Lobby, wo man die gleiche Anzahl € gegen ein leckeres 0,3er Radeberger tauschen konnte... oder einen Döner im Hamburger-Brötchen erstehen konnte... kostengünstige vier € übrigens.
Die Merch-Preise allerdings ließen meine Begleiter und mich nur noch müde lächeln... 30 € für ein Shirt, 75 für einen Kapuzen-Pulli... und das bei dem Artwork. Die Shirts der Support-Band kosteten genauso viel... Als ob 53 Ocken für das Ticket nicht genug gewesen wären.

Aber nun die Meckerei beiseite und dem musikalischen Teil zugewandt. Als ALS FUNERAL FOR A FRIEND die Bühne enternten, hatte ich alles erwartet – aber keine Metalcore-Combo! Die Menge konnte demzufolge auch weniger etwas mit der aus Hardcore, Metal, Nu-Metal und College Rock bestehenden Mixtur anfangen, wobei sie ihre Sache allerdings wirklich gut machten und die Fans mit MAIDEN, MAIDEN-Rufen auf den Hauptact einstimmten. Hätten, wie noch am Vorabend in Stuttgart GAMMA RAY auf den Brettern gestanden, wäre der erste teil des Abends sicherlich anders ausgefallen. Schade um eine Truppe, die eigentlich anderes Publikum verdient[!] hätte.

Nachdem die Meute diesen „Fremdkörper“ in ihren Power Metal-Herzen überstanden hatte gings dann mit „Wildest Dreams“ los und alles war gebannt. Zuerst wollte der Sound nicht wirklich mitspielen, was sich aber im Laufe der nächsten zwei Songs gab und die typischen Melodien fast schon glasklar durch den Äther schallten. Was sich allerdings nicht mit der Zeit erholte, war Bruce Dickinson, der mit einer Erkältung zu kämpfen hatte und er so einige Male schwächelte. Aber selbst ein gehandicapter Dickinson steckt fünf Säcke Nachwuchs-Kreischer locker in die Tasche und so machte es nicht wirklich viel aus, dass der Meister –selbst im Phantom-der-Oper-Köstum– einige Male von sich ablassen musste. Agil ging auf der Bühne der Jahrhunderthalle aber allemal zu, denn mit gleich fünf „beweglichen“ Charakteren geht’s wohl kaum ohne Gewusel. Dieses fand im übrigen vor einer Burg als Bühnenbild statt, zwischen deren Zinnen -meist passend zum Song- Eddie’s Fratzen in Flaggenform gezogen wurden.
Die Setlist erstreckte sich großteils über das neue Album und einige Evergreens wie „Can I Play With Madness“ oder „The Trooper“. Zum Abschluß der Rund 100 Minuten bekam man mit den Zugaben [darunter „Number Of The Beast“, „Run To The Hills“, „Fear Of The Dark“] noch mal die Bedienung, die man sich gewünscht hatte.

Alles in allem eigentlich enttäuschend, wenn IRON MAIDEN nicht so verdammt geil wären, denn eine andere Truppe [außer vielleicht die Ausnahmen METALLICA oder MANOWAR] könnte sich so etwas nicht leisten. Das Preisleistungs-Verhältnis war mit quasi 50 cent pro Spielminute etwas unten durch, die oben angesprochenen Preise brauche ich wohl nicht nochmals aufzuführen und die Setlist hätte auch abwechslungsreicher sein können.

Trotz allem war es ein Abend, den man nicht so schnell vergessen wird, denn die Jungfrauen haben es live einfach drauf wie nur wenige. Spaß gemacht hat es allemal, wenn man vom Kostenfaktor absieht.

shilrak

Autor: Markus Jakob [shilrak] | 06.11.2003 | 22:38 Uhr
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