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Datum: 08.12.2006Stadt: Dortmund

Kaum ein Ereignis hat die Metalwelt im Jahr 2006 so beschäftigt wie die nach wenigen Wochen ausverkauften Deutschland-Gigs der Eisernen Jungfrauen. Mit „A Matter Of Live And Death“ hat man ein überragendes, aber bei den Fans keinesfalls unumstrittenes Album auf den Markt geworfen. Daher gab es im Vorfeld der Konzerte nicht wenige Unkerufe, als durchsickerte, dass MAIDEN jeden Abend die gesamte Scheibe herunterzocken wollten.

Aber das alles ist ja noch gar nicht Thema, als um kurz nach acht der Vorhang in der ausverkauften Westfalenhalle fällt und die Band die Bühne betritt, die momentan als heißestes Eisen gehandelt wird, das der metallische Nachwuchsmarkt in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Und das hat natürlich neben marketingstrategischen Überlegungen auch einen für Fans nachvollziehbaren Grund: Matt Heafy und TRIVIUM bedienen jedes Metal-Klischee, ohne dabei so pathetisch ’rüberzukommen wie HAMMERFALL oder SACRED STEEL. Der Gig ist schlicht und ergreifend die Show von vier Jugendlichen, die genauso viel Feuer unterm Arsch haben wie METALLICA ein gutes Vierteljahrhundert zuvor. Das gefällt jung und alt, weil es ein rebellisches Potential beinhaltet, das an einem Abend wie diesem so ziemlich jedem hier gut tut. Und da TRIVIUM mit „The Crusade“ ein gutes Stück vom nicht wirklich massenkompatiblen Metalcore abgerückt sind, der noch den Vorgänger „Ascendancy“ beherrschte, gibt’s keinen Widerspruch, als Heafy die Anwesenden nett bittet: „Bang your heads for us“. Begleitet wird das feste Nicken von Reißern wie „Ignition“, der Gänsehautgarantie „Anthem (We Are The Fire)“ oder dem furios herausgekotzten „To The Rats“. Das Stageacting der schwarz gekleideten Herren entspricht der nostalgischen Reiseroute. Ein netter Auftritt, der am Thron des Headliners zwar zu keiner Sekunde wackeln kann (was auch daran liegen mag, dass TRIVIUM nie im Leben der volle Sound zugestanden worden ist), aber durchaus Kurzweil durch gute Songs vermittelt. Mal schauen, was die Zukunft für diese Jungs noch so alles bereithält

Endlose Umbaupause. Während man sich durch die Menschenmassen einen Weg vor die Bühne bahnt, dröhnt alles, was songtechnisch im Rock-Olymp logiert, aus den P.A.-Boxen. „Doctor Doctor“, „Schools Out“, „Indians“ – ein schöner Party-Sampler, der von den herumstehenden ca. drei Generationen ordentlich abgefeiert wird. Gott sei Dank geht dann irgendwann doch noch das Licht aus. Die bange Frage lautet nun: Tun sie es wirklich?

Intro. Dann Nickos „Haha“, und „Different World“ bricht los. Die Band erscheint in der Kulisse einer Stalingrad-mäßigen, zerbombten Stadtruine. Lichtkompositionen aus düsterem Rot, Grün und Blau verhelfen dem Zuschauer/Zuhörer zur richtigen Stimmung. An den Seiten erheben sich Stacheldrähte, in denen „Gefallene“ hängen. Die visuelle Umsetzung lässt also keine Wünsche offen. Was ist aber mit der Musik? Zunächst fällt auf, dass Bruce Dickinson vortrefflich bei Stimme und vom ersten Ton an voll da ist. Die Gitarren dagegen sind natürlich wie immer zu leise. Dafür liefern Bass und Drums wie üblich das volle Brett im Kellergeschoss des instrumentalen Hochhauses. Dickinson und Harris rennen wie irre über die ziemlich geräumige Bühne – für die beiden grau melierten Herren muss so ein Gig einer Olympiade gleichkommen: Respekt! Der ewig grinsende Dave Murray ist da schon lockerer [und langsamer] unterwegs und achtet eher auf die korrekt-filigrane Umsetzung seiner Soli. Adrian Smith, die vielleicht coolste Sau der gesamten alten Heavy Metal-Welt bläht dagegen ständig die Backen auf, als würde es ihn unglaubliche Kräfte kosten, sich die Riffs aus dem Ärmel zu zaubern. Bewegungen und Mimik sind seit über zwanzig Jahren fester Bestandteil einer jeden Maiden-Show, aber trotzdem schwingt die Authentizität in jeder Note mit. Bei Janick Gers verhält sich das etwas anders. Dass der Mann spielen kann, ist klar. Aber dieses nervige Getue bei jedem Anschlag (und davon hat der Gute gerade mal zehn Stück pro Song), und das ewige Herumschmeißen der Klampfe. Sorry, aber dieser Typ ist für mich, was das Stageacting angeht, der Dieter Bohlen des Metal. Und außerdem: Es mag ja sein, dass Mr. Gers es nicht ertragen kann, jeden Abend die Soli zu reproduzieren, die auf der Platte zu finden sind und sich deshalb lieber Variationen ausdenkt, die seiner momentanen Stimmung entsprechen (so etwas erzählt er ja immer in Interviews). Aber ein einziges Mal wäre es doch schön, die originalen Leads zu hören, anstatt in jedem Song das gleiche belanglose Gedudel serviert zu bekommen. Mich beschleicht langsam das Gefühl, dass Janick Gers das Üben nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen zählt. Zu Nickos Drumming muss man nix sagen. Der Man ist auf seinem Sektor seit Jahrzehnten das Maß aller Dinge und wie immer auch heute wieder eine Bank.

„Guten Abend Dortmund. We’re Iron Maiden and These Colors Don’t Run“. Sie tun es also. Jawohl, nun ist es klar: Wir werden das gesamte Album hören. Das Backdrop wechselt. Eddie-Soldaten, die sich grimmig auf dem Weg zur Front machen, treten ins Bild. Die Band gibt alles, um erste Mitsing-Parts freizuschaufeln. Das Publikum ist begeistert, aber für MAIDEN-Verhältnisse nicht textsicher genug. Bei „Brighter Than A Thousand Suns“ muss Bruce seine Stimme zum ersten Mal an diesem Abend durch gefährliches Terrain führen und gleicht sie damit der kriegerischen Umgebung auf der Bühne an. Die Dynamikwechsel kommen live um einiges gewaltiger und beeindruckender als auf CD. Dank Licht, Bombast und Spielwitz werden auch kantigere Nummern wie diese tanzbar. Recht Unkantiges wie „The Pilgrim“ ist natürlich sowieso prädestiniert, um das Bangervolk ohne viel Aufhebens zu erfreuen. Der Song geht live ab wie Schmitz’ Katz. Bei „The Longest Day“ wird die Westfalenhalle von einer Gänsehaut überzogen, der nur wenige widerstehen können – was für eine geniale Hymne.

Danach nimmt sich Mr. Dickinson, der sich für diesen Abend extra in sein schwarzes Jackett geworfen hat, die Zeit, dem Publikum für das baldige Erreichen der Goldmarke und den Charterfolg von „A Matter Of Life And Death“ zu danken. Recht unspektakulär geht es mit „Out Of The Shadows“ weiter, bevor die „Reincarnation Of Benjamin Breeg“ wieder zum Abschädeln einlädt. Adrian Smith lächelt überlegen durch seine aufgeblähten Backen, weiß er doch, dass das Jahrhundertriff in diesem Song von ihm stammt. Simpel und effektiv – so muss es sein. Das Publikum ist begeistert, aber MAIDEN haben den besten Song der neuen Scheibe zu diesem Zeitpunkt ja noch vor sich. Als Steve Harris das Bass-Intro zu „For The Greater Good Of God“ zupft, hüpfen die ersten Leute in meiner Nähe schon los, obwohl es eigentlich noch gar nix zu hüpfen gibt. Als der harte Teil einsetzt, rumpelt es um mich herum. Die Bridge kommt, und meine Sicht ist versperrt, weil jetzt alle hüpfen. Verdammt, bin ich auf einem verfluchten Hardcore-Gig oder was? Egal, Dickinsons Performance ist zum Kleiderzerreißen. Der Song ist jetzt schon ein Klassiker und wird bestimmt nicht mehr so schnell aus dem Programm genommen.

Bleiben noch „Lord Of Light“ und „The Legacy“, um diese Album-Präsentation abzuschließen. Bei Letzterem bleibt einem ansonsten fehlerfreien Bruce Dickinson erstmalig die Stimme in den ganz hohen Passagen weg. Ein böses Omen? Zumindest muss man dieser Band für ihren Mut gratulieren. Andere Gruppen dieser Größenordnung nehmen nur neue Alben auf, um auf Tour gehen und die alten Kammellen unters Volk bringen zu können. Dabei werden dann ein bis drei Nummern der aktuellen Veröffentlichung herausgehauen und das war’s. MAIDEN dagegen stehen seit jeher zu allen ihren Outputs. Dafür gebührt ihnen Respekt.

Nach dem Abschluss von „A Matter Of Life And Death“ kann endlich der Klassiker-Abend beginnen. Also schnell in Position gestellt – uns tatsächlich kommen die Eisernen Jungfrauen gleich mit einem Überkracher rüber: „Fear Of The Dark“ explodiert in der unvorbereiteten Menge. Die Folgen sind unbeschreiblich. Die ausflippende Dame vor mir springt in ihrer Euphorie völlig unrhythmisch nach hinten und hätte mir beinahe einen ganz peinlichen Abgang beschert. Stattdessen wird die Lady souverän und ohne viele Worte in die richtige Position zurückgestellt. Weiter feiern, yeah! Unheimlich: Das MAIDEN-Publikum singt nicht nur die Texte, sondern auch die Mucke mit, was teilweise dazu führt, dass die Fans lauter sind als die gesamte Band. Vollrausch, wundervoll. Aber halt, wieso spielen die jetzt „Iron Maiden“? Das würde ja bedeuten, dass danach Schluss ist. Ein kurzer Blick zur Uhr bestätigt, dass dem unmöglich so sein kann. Dann haben die halt was geändert. Augen geradeaus: Ein Panzer steigt aus den Tiefen der Bühnenhölle empor. Die Luke öffnet sich und Eddie entpuppt sich als Schütze. „Iron Maiden’s gonna get you, wherever you are. Thank you and good night, from Eddie - and from the boys.” Wie bitte? Nach 90 Minuten sollen 55 Euro schon abgearbeitet worden sein? Man glaubt’s nicht. Keiner in meiner Nähe scheint das zu tun. Und als MAIDEN nach kurzer Zeit wiederkommen, scheint auch alles in Butter zu sein. Dickinson verkündet, dass man aufgrund der tollen Fans im nächsten Jahr noch mal für ein paar Gigs zurück nach Deutschland kommen wird und sagt dann „Two Minutes To Midnight“ an. Der Evergreen jeder Metaldisco wird gefolgt von „The Evil That Men Do“ und natürlich „Hallowed Be Thy Name“. Dieser Song kann noch so alt werden, und wird doch nie etwas von seiner unglaublichen Faszination verlieren. Das definitive Heavy Metal-Evangelium.

Und danach ist Schluss. Die Meute verharrt ungläubig. Schließlich ist MAIDEN eine fannahe Band. Trotz der gesalzenen Eintrittspreise sind hier Arbeiter am Werk, die ihre Anhänger nicht verarschen. Das würden die doch nie…

Das Licht geht an. Buhrufe, Kopfschütteln. Knappe 100 Minuten hat der Spaß gedauert. Da wäre mehr drin gewesen. Nicht falsch verstehen – der Abend war auch so Gott. Aber für 3-4 Nummern mehr hätte die Puste bei solch horrenden Preisen ruhig reichen dürfen. Die völlige Wut packt mich aber dann am Merch-Stand: 35 Euro für ein simples T-Shirt. 20 Euro für ein Programmheft. Das ist kriminell, anders kann man es nicht bezeichnen. In meinen Augen um einiges krimineller als die Straßenverkäufer, die die Shirts vor der Halle für weniger als die Hälfte anbieten.

Ne Jungs, ihr seid zwar immer noch die musikalische Sensation, aber in Sachen mieser Kommerz auf dem besten Weg eure Reputation zu vergeigen. Think about it!

Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 09.12.2006 | 19:27 Uhr
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