.: SUCHE
    Erweiterte Suche
Interviews mit Jag Panzer, etc.
Reviews von Jag Panzer, etc.
CD Review: Jag Panzer - The Deviant Chord

Jag Panzer
The Deviant Chord


US-Metal
5 von 7 Punkten
"Große Gefühle, harter Stahl"
CD Review: Stallion - From The Dead

Stallion
From The Dead


Heavy Metal
4 von 7 Punkten
"Holpriger Ritt"
CD Review: Stallion - Rise And Ride

Stallion
Rise And Ride


Heavy Metal
5 von 7 Punkten
"Hengstgeschwindigkeit!"
CD Review: Stallion - Mounting The World [EP]

Stallion
Mounting The World [EP]


Heavy Metal, NwobHM
5 von 7 Punkten
"Grundsolide 80er-Huldigung"
CD Review: Mortician - Mortician

Mortician
Mortician


Heavy Metal
4.5 von 7 Punkten
"Purer Untergrund"
Mehr aus den Genres
CD Review: Macbeth - Imperium

Macbeth
Imperium


Heavy Metal, Thrash Metal
6 von 7 Punkten
"Full Metal Macbeth - Großes Kino!"
CD Review: Communic - Conspiracy in Mind

Communic
Conspiracy in Mind


Melodic Speed Metal, NwobHM, Teutonic Metal, US-Metal
5 von 7 Punkten
"Erben von Nevermore?!"
CD Review: Axel Rudi Pell - The Crest

Axel Rudi Pell
The Crest


Hard Rock, Heavy Metal
5.5 von 7 Punkten
"Der 13. Streich – still fuckin' good!"
CD Review: Motörhead - Better Motörhead Than Dead - Live At Hammersmith [2 CD]

Motörhead
Better Motörhead Than Dead - Live At Hammersmith [2 CD]


Heavy Metal, Rock'n'Roll
Keine Wertung
"Nö Sleep Since Hammersmith"
CD Review: Stormwitch - Season Of The Witch

Stormwitch
Season Of The Witch


Heavy Metal
4.5 von 7 Punkten
"Rückkehr mit Schönheitsfehlern"
CD Review: Evanescence - Synthesis

Evanescence
Synthesis


Ambient, Atmospheric Rock
5.5 von 7 Punkten
"Alte Songs in neuen Kleidern?"
CD Review: Emil Bulls - Kill Your Demons

Emil Bulls
Kill Your Demons


Alternative, Modern Metal
5 von 7 Punkten
"Den Dämonen an den Kragen"
CD Review: National Suicide - Massacre Elite

National Suicide
Massacre Elite


Thrash Metal
5.5 von 7 Punkten
"Neues von der Schnetzel-Elite"
CD Review: Cripper - Follow Me: Kill!

Cripper
Follow Me: Kill!


Thrash Metal
4.5 von 7 Punkten
"Mir nach, ich folge euch!"
CD Review: Ram - Rod

Ram
Rod


Heavy Metal
5 von 7 Punkten
"Ramrod, der Zerstäuber"
  
Band(s):
Jag Panzer Homepage Metalnews nach 'Jag Panzer' durchsuchenJag Panzer
Metalnews nach 'Mayfair' durchsuchen Mayfair
 Mortician Homepage  Mortician Facebook Metalnews nach 'Mortician' durchsuchen Mortician
Metalnews nach 'Stallion' durchsuchen Stallion
Share: 
Datum: 24.04.2014Stadt: Dornbirn [AT]




Dass die Heavy und Speed Metal Szene im kleinen „Ländle“ [Vorarlberg] durchaus ausgeprägt ist und dass alle möglichen Damen und Herren aus dem Dreiländereck immer mal wieder in das Städtchen Dornbirn pilgern, um dort diverse Underground-Bands dieses Genres betrachten zu können, ist kein Geheimnis. Dieses Mal haben die Veranstalter aber ein wirkliches „Schmanckerl“, um nicht zu sagen eine echte Legende, in der Hinterhand – die US-Metaller von JAG PANZER haben sich bereit erklärt, einen Tag vor ihrem Auftritt beim „Keep It True“-Festival in Dornbirn Halt zu machen und eine Clubshow zu spielen. Die Nachricht, dass „The Tyrant“ [Harry Conklin] himself das „Ländle“ beehren und mit JAG PANZER unter anderem das ganze Debütalbum „Ample Destruction“ zum Besten geben wird, verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der hiesigen Metalszene. Kein Wunder also, dass auch ich mich an einem frühlingshaften Donnerstag Abend auf den Weg in das Café Schlachthaus mache, um mir die Herren anzuschauen.
Dabei zeigt sich die Location von Anfang an gut besucht [Tickets waren auf 250 Stück limitiert] und mit drei Vorbands – STALLION, MORTICIAN [AT] und MAYFAIR – hatte dieser Abend auch abgesehen von JAG PANZER einiges zu bieten. Eine Tatsache die den Abendkassenbetrag von gerade einmal 18 Euro noch kleiner wirken lässt. Am Merchandise-Stand trifft man dann die gut gelaunte Crew von JAG PANZER, welche „Ample Destruction“-Shirts für faire 15 Euro verkaufen. Dazu gibt es auch passende Hoodies, Hosen, Backpatches und eigentlich alles, was das Herz eines True Metallers erfreut. Auch STALLION verkauften ihre Shirts für 14 Euro. Eine runde Sache; schnell ein T-Shirt eingesackt und dann auf in den Konzertbereich, wo gegen 20:10 Uhr STALLION loslegen.




STALLION

STALLION kommen aus Deutschland und spielen eine recht traditionelle Mischung aus Heavy und Speed Metal und sind – wahrscheinlich auch im Rahmen des momentanen „Retro“-Hypes – im Underground nicht ganz unbekannt. Dabei sollte sich im Laufe des Gigs zeigen, dass dies nicht unberechtigt ist. Zunächst war ich aber recht überrascht von der Tatsache, dass unter diesen sehr jugendlichen Musikern ein etwas älterer Hüne herausragt, den man problemlos als Peter Steele der Speed Metal Szene beschreiben könnte. Wie sich herausstellte kann ich meinen Augen noch trauen, denn bei STALLION spielt tatsächlich Oliver Grbavac, den Death Metal Fans sicher als Gitarristen von FLESHCRAWL kennen. Nun aber doch zurück zur Musik und hier machen STALLION von der ersten Minute an alles richtig. Sie gehen in die Vollen und spielen dabei die bekannten Songs der ersten und einzigen EP „Mounting The World“. STALLION haben dabei wohl ein paar Die-Hard Fans mitgebracht oder die Band hat es schon geschafft, sich in Vorarlberg endgültig durchzusetzen, denn die Reaktionen des gut gefüllten Konzertraums sind enthusiastisch und voller Begeisterung. Selbst als jemand, der die Songs nicht so gut intus hat, muss man zugeben, dass Tracks wie „Killing Time“ oder „Give It To Me“ gerade live einiges können. Auch die Singspiele funktionieren recht gut, wobei STALLION das etwas gewagte Experiment starten, bei einem neuen und nicht veröffentlichten Song das Mitsingen zu initiieren. Das klappt nicht ganz, aber macht nichts, bei den bekannten Songs läuft das wie am Schnürchen. Dass man dabei das Rad nicht neu erfindet und durchaus bei klassischen Bands Quellen der Inspiration gesucht und gefunden hat, spielt keine Rolle. Live rockt das Ding einfach und als STALLION am Ende ihres circa 45 Minuten Gigs noch die Cover-Version „Heavy Metal Rock’n Roll“ von ROCK GODDESS und das bockstarke „Canadian Steele“ spielen, gibt es kein Halten mehr. Kein Wunder, dass die Herren nach diesem Gig schon in Bälde aufbrechen mussten, um heute auf dem „Keep It True“-Festival zu spielen. Einen Platz auf dem Festival haben sie sich – nicht zuletzt aufgrund des energiegeladenen und charismatischen Frontmannes – verdient. Daumen nach oben!




MORTICIAN

Wenn es um Vorarlberg und klassischen Heavy Metal geht, dann kommt man um die Band von Gitarrist Tommy Lee Metzler und Bassist Patrick Lercher nicht vorbei – richtig, von MORTICIAN ist die Rede, die schon in den 80er Jahren musiziert haben und im Jahre 2011 ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf die Welt losgelassen haben. Bevor die vier Herren allerdings loslegen, kommt es zu einer recht ausgiebigen Umbauphase mit anschließendem Soundcheck. Weil es dabei leichte Schwierigkeiten zu geben scheint, verzögert sich der Auftritt von MORTICIAN etwas. Aber um circa 21:15 Uhr geht es dann los und 45 Minuten echten Stahls erwarten den geneigten Zuhörer beziehungsweise die geneigte Zuhörerin. Auch die Vorarlberger „Legenden“ können eine gute Menge an alten und neuen Fans um sich scharen und so wird der Gig natürlich zu einem Heimspiel. Sänger Daniel Khan lässt da auch gar keinen Zweifel aufkommen, springt mit dem Mikro ins Publikum und lässt diverse Fans die Refrains der Songs mitsingen. Auch sonst funktioniert die Kommunikation zwischen Band und Publikum perfekt, was ja auch kein Wunder ist. Neben bekannten Songs wie „Worship Metal“ oder „Reflection of Your Soul“ gibt es auch einen neuen Song zu hören, der hoffentlich irgendwann einmal auf einer CD zu finden sein wird. Auch hier versucht man sich an einem Mitsingspielchen, da der Song – laut Band – zwar neu aber lyrisch keineswegs kompliziert sei. Tatsächlich handelt es sich um eine recht direkte Nummer und so klappt es auch mit dem Publikum. Wie schon STALLION haben sich auch MORTICION ihren Übersong „Mortician“ bis zum Schluss des Gigs aufgespart und können damit das kleine Dornbirn noch einmal zum Kochen bringen. Als Support von JAG PANZER passen die Vorarlberger wie die Faust aufs Auge; ist ihre ganze Musik doch letztendlich eine Huldigung an den klassischen Heavy Metal. Kollege und Heavy Metal Experte Thomas Meyns, der die Scheibe der Band im Jahre 2011 bewertet hat, lügt nicht, wenn er schreibt, dass „sich die Österreicher vornehmlich an Genre-Traditionalisten und Fans gradlinigen Metals, die auch ohne Hochglanzproduktion leben können und gerne den Kontakt zur Basis wahren“ richten. Besser kann man die Band und diesen Auftritt nicht beschreiben.




MAYFAIR

Nach einer guten Viertelstunde ausgiebigen Soundchecks begeben sich dann die zweiten Lokalmatadore von MAYFAIR auf die Bühne, die sich sichtlich freuen, hier spielen zu dürfen und auch freundschaftlich mit MORTICIAN verbandelt sind. Man kennt sich halt im „Ländle“. Musikalisch gibt es nun aber einen brachialen Wechsel, was irgendwie auch schon dadurch angedeutet wird, dass sich zunächst deutlich weniger Leute in der Konzerthalle aufhalten [vielleicht rauchen die aber auch alle draußen?]. Auf jeden Fall haben MAYFAIR mit klassischem Heavy Metal sehr wenig zu tun, stattdessen spielt man einen etwas komplexeren und teilweise verträumten Prog-Metal, der vor allem durch die deutschen Texte von Sänger Mario hervorsticht. Textstellen wie „Schlage mein Herz, schlage“ [so heißt auch das neueste – im Jahre 2013 – veröffentlichte Album der Herren] und die generell eher auf Gefühle und Emotionen abgestimmte Musik, stellt nun einen ziemlichen Bruch mit der bisher dargebotenen Musik dar. Trotzdem versammeln sich zunehmend mehr Menschen vor der Bühne und einige Die-Hard Fans versuchen von Anfang an Stimmung zu machen. Unter anderem spielen MAYFAIR an diesem Abend Tracks wie „Madame Pest“, „Die Flucht“, „Schlage mein Herz, schlage“ und „Firestorm“; somit präsentieren die Vorarlberger eigentlich Songs aus allen Schaffensperioden. Nicht umsonst witzelt Sänger Mario, dass einige der hier Anwesenden noch nicht einmal geboren waren, als ein gespielter Song geschrieben wurde. Kein Wunder, immerhin gibt es MAYFAIR seit 1989, auch wenn es im Laufe der Jahre lange Auszeiten gab. Dass der ganze Auftritt – der mich lyrisch und stimmungsmäßig manchmal an eine Mischung aus NOCTE OBDUCTA zu „Sequenzen“-Zeiten und SAMSAS TRAUM erinnert hat – am Ende dazu geführt hat, dass nicht nur alte Fans begeistert, sondern auch neue dazugewonnen werden konnten, zeigt sich am deutlich ansteigenden Applaus. Nichtsdestotrotz gibt es auch einige Gäste, die dieser Musik doch eher ratlos gegenüberstehen und sich wohl innerlich mehr auf JAG PANZER freuen.




JAG PANZER

Als dann gegen 23:15 die Amerikaner von JAG PANZER die kleine Bühne in Dornbirn betreten, gibt es für einige Fans – die teilweise weite Reisen auf sich genommen haben – kein halten mehr. Sobald Sänger Harry – besser bekannt als „The Tyrant“ – die Bühne auch nur ansatzweise betritt [sei es auch nur für einen kurzen Soundcheck], wird er frenetisch empfangen und eine ganze Reihe von Menschen wollte mit ihm abklatschen und ein Foto bekommen. Dabei zeigte sich der gut 50jährige extrem fannahe, erfüllte alle Wünsche und hat sichtlich seine Freude damit, dass JAG PANZER nach wie vor aktuell sind und dass sich sogar in den kleinsten Dörfern von Österreich JAG PANZER Fans finden. Als „The Tyrant“ dann feststellt, dass JAG PANZER zum ersten Mal in Österreich spielen [und vor allem zum ersten Mal in dieser Besetzung], da freut man sich im „Ländle“ umso mehr, dass Österreich gerade bei uns „entjungfert“ wird. Und die Mannen John, Mark, Joey und Rikard – die alle laut Harry irgendwie seine besten Freunden seien – um den Tyrannen des amerikanischen Schwermetalls haben ihren Ruf bei diesem Gig eindrucksvoll verteidigen können. Anstatt gleich mit „Ample Destruction“ loszulegen, werden zuerst Songs von ihrem ersten Demo beziehungsweise ihrer ersten EP „Tyrants“ gespielt. Diese werden von den anwesenden Fans gierig aufgenommen und man kann auch am Alter diverser Fans sehen, dass diese wohl die Scheiben bei ihrer Veröffentlichung erworben und gehört haben. Als dann „Licensed To Kill“ [der Opener von „Ample Destruction“] erklingt, sind die ersten Reihen durchgehend am Headbangen und recken ihre Fäuste bei jeder nur möglichen Gelegenheit in die Lüfte. Der simple Refrain von „Warfare“, dem nächsten Song des ersten Albums, wird gnadenlos mitgebrüllt und so geht es eigentlich immer weiter. Vorarlberg schwächelt lediglich dann, als es darum geht, den Namen des nun kommenden Songs zu schreien. Dies scheint JAG PANZER aber nicht wahnsinnig zu stören und anstatt lange Ansagen zu machen [von der Bandvorstellung abgesehen], konzentriert man sich auf die Musik. Während des Gigs gibt es allerdings ein- oder zweimal leichte Probleme mit dem Schlagzeug, so dass Harry mit kleinen Geschichten oder seine Saitenhexer mit kleinen Intermezzos die Zeit, in welcher die technischen Probleme gelöst werden, überbrücken müssen. Für so eine eingespielte und routinierte Band aber natürlich kein Problem und irgendwie hat man das Gefühl, dass es den Herren sogar mehr Spaß macht, etwas zu improvisieren als nur ihre Songs runterzuballern. JAG PANZER-Fans kommen also auf jeden Fall auf ihre Kosten, denn nicht nur werden die Songs handwerklich perfekt wiedergegeben, sondern The Tyrant ist auch bei bester Laune und Stimme und kann die Energie der Songs perfekt rüberbringen. Wer übrigens meint, dass nach dem „Ample Destruction“-Album Schicht im Schacht ist, der irrt gewaltig, denn nach diesem Album werden auch noch einige andere Songs präsentiert. Der amerikanische Panzer legt also den kleinen österreichischen Club in Schutt und Asche!

JAG PANZER zum Angreifen und in Topform und dazu noch drei Support-Bands für gerade einmal 18 Euro; wer dabei noch jammert, dem ist nicht mehr zu helfen. Schön auch zu sehen, dass an diesem Abend sowohl 50jährige wie auch 16jährige nebeneinander ihre Helden abgefeiert haben [die jungen eher STALLION, die älteren natürlich JAG PANZER] und es im kleinen Café Schlachthaus wie immer eine entspannte Atmosphäre gab. STALLION, MORTICIAN und MAYFAIR können auf jeden Fall noch ihren Enkeln erzählen, dass sie sich mit JAG PANZER eine Bühne geteilt haben. Und wir etwas jüngeren Menschen können davon erzählen, dass wir JAG PANZER in bester Form in einem intimen Club erlebt haben. Alles in allem ein denkwürdiger Abend!

Squiggofant

Autor: Jonathan Jancsary [Squiggofant] | 25.04.2014 | 15:54 Uhr
Kommentare
HOME |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
@Metalnews_de folgen

METALNEWS.DE - Metal-Magazin