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Datum: 20.11.2012Stadt: Hamburg

Nachdem KAMELOT sich mir ihrem neuen Album ordentlich Gehör verschaffen konnten und die Fans trotz des Sängerwechsels das Album gut aufgenommen haben, liegt es nun an der Band, das Ganze auch Live noch gut aussehen zu lassen. Dies will man sich auch nicht nehmen lassen und so nimmt man sich mal eben drei Vorgruppen und zieht durch den europäischen Raum. Mit dabei sind die Kanadier von BLACKGUARD, TRIOSPHERE und die Symphonic-Gothic-Band XANDRIA. Obgleich KAMELOT einen großen Albenkatalog besitzen und es drei Vorgruppen gibt, soll es trotzdem erst um 20:00 Uhr losgehen – dass Ganze dann auch noch auf einem Dienstag – man darf also gespannt sein, wann diese Veranstaltung sein Ende finden wird.

.:BLACKGUARD:.

Die erste Überraschung an diesem Abend liefern die jungen Mannen [und die eine Dame] aus Kanada. Nicht nur, dass sie mit ihrem knackigen Melodic-Death-Metal musikalisch total aus der Rolle fallen, nein, zudem kommt auch noch, dass die Band schon um 19:30 anfängt. Dementsprechend ist der Raum recht leer und füllt sich nur schleppend, als die Band aufspielt. Die Gruppe lässt sich nicht beirren und fetzt ihren recht angenehmen und gut abgestimmten Sound in die Menge. Ein paar Fans werden gleich mitgerissen aber vor allem beim animieren des Publikums geht was in der Halle. Die Band gibt sich sehr viel Mühe und wirkt auf der Bühne erfahren, besitzt Selbstvertrauen und eine ordentliche Dosis an Talent. Obwohl der Stil der Gruppe sich an diesem Abend nicht dem restlichen Programm anpassen mag, bekommt man in den gerade einmal 25 Minuten Spielzeit eine sehr gute Resonanz vom Publikum. Ein durchaus netter und gelungener Auftakt, der die Halle etwas voller gemacht hat.




.:TRIOSPHERE:.

Jetzt wird es etwas klassischer. TRIOSPHERE kommen das erste Mal nach Deutschland und haben uns ein 30 Minuten langes Programm ihrer ersten beiden Alben mitgebracht. Etwas statischer aber nicht weniger motiviert gibt sich die Gruppe, während die Halle nun fast halb gefühlt ist. Das Material wird gut aufgenommen und ähnlich wie bei der ersten Gruppe, gehen hier und da ein paar ab, allerdings erst bei den Aufforderungen der Band – etwas zu tun – geht die Halle richtig mit. Der etwas sperrige Melodic-Heavy-Metal tut an diesem Abend wohl keinen weh und weiß den einen oder anderen Fan zu ziehen. Das tröstet auch über die ausgefallene Gitarre beim Schlusslied hinweg, hier wird noch versucht, das Problem zu bereinigen und siehe da, am Ende des Songs ist der Gitarrist auch wieder zurück. Nach knapp einer halben Stunde ist dann auch hier Schicht im Schacht und die Reihen formieren sich für XANDRIA.




.: XANDRIA :.

Bewundernswert ist, wie schnell der Abend bisher verläuft. Der Umbau dauert gerade einmal sechs bis zehn Minuten und auch die ersten beiden Bands flogen an einen vorbei. Ebenfalls bei XANDRIA soll dies fortgesetzt werden. Fix kommt die Band auf die Bühne und feuert ihren symphonischen Gothic-Metal in die Menge. Sängerin Manuela Kraller scheint am Anfang des Gigs etwas schlecht gelaunt, taut aber nach und nach etwas auf und lächelt am Ende sogar. Die Bühnenshow und die Präsenz der Band sind eher mäßig. Hier wird meist an einem Punkt gestanden und die Ausstrahlung ähnelt einem Aschenbecher. Lediglich Frau Kraller weiß sich etwas mehr zu bewegen und das Publikum zu animieren. Dabei frisst die Halle ihr jeden Moment aus der Hand. Schade ist es immer, wenn eine SYMPHONISCHE-Band auf der Bühne steht aber weit und breit kein Keyboard zu sehen ist – wirkt irgendwie immer komisch, wenn die Hauptmerkmale [neben der Stimme] irgendwie nicht zu sehen sind. Trotzdem macht die Band ihre Sache ganz ordentlich und weiß mit ihrem neueren Material zu begeistern, denn ältere Songs sucht man vergeblich. Dafür tun Songs wie „Blood On My Hands“ und „Soulcrusher“ alles, um die Halle in Schach zu halten. Mit einem Gig, der voll in Ordnung geht, allerdings viele Abstriche hinterlässt, verlässt die Band die Bühne – gefeiert von einer halbvollen Markthalle.




.: KAMELOT :.

Wie zu erwarten, ist nun die Umbaupause etwas länger, sodass man an die 20 Minuten warten muss, bis es dann losgeht. Dafür bekommt man aber – wie man es von der Band gewohnt ist – ein saugeiles Bühnenbild. Eine Erweiterung der Bühne führt ein Stück ins Publikum rein. An den Seiten sind Erhöhungen für Sängerinnen, im Hintergrund flackert ein gigantisches Backdrop, an den Seiten sind extra Leuchtstrahler aufgebaut und die Aufbauten an den Seiten und das Schlagzeug sind mit extra Aufdruck verziert. Wer KAMELOT schon einmal gesehen hat, der weiß, dass die Band visuell sehr stark punktet. Gastsänger, große Aufbauten und gigantische Lichtshow sind eigentlich genau so ein Bestandteil der Konzerte, wie die eigenen Lieder. Nun muss es nur noch mit Sänger Tommy Karevik klappen, dann dürfte der Abend wie immer ein voller Erfolg werden. Widererwartens geht es mit demselben Annfang wie bei der letzten Tour los, dementsprechend macht „Rule The World“ den Anfang. Dabei wird eines schnell klar, nicht nur optisch und auf Platte passt sich Tommy Karevik seinem Vorgänger Roy Khan an, nein, auch auf der Bühne wirkt er, als hätte er sich die Bewegungen und den Stil des Vorgängers mehr als nur einmal angeschaut. Obgleich die Halle nur halbvoll an diesem Dienstagabend bleiben soll, geht das Publikum ab, als sei hier der Headliner von einem Festival tätig. Sprechchöre, Begeisterung und Fäuste in der Luft sind das 90 Minuten lange Resultat dieser Euphorie. Obwohl die Setlist nur dreizehn Lieder fasst, schafft es die Band, die Fans 90 Minuten zu begeistern. Sänger Tommy Karevik wird herzlich aufgenommen. Die erste Ansage macht zwar Gitarrist und Bandchef Thomas Youngblood, danach gehört das Mikro aber ganz dem Neuling und die Fans fressen ihm - wie auch bei seinem Vorgänger üblich - aus der Hand. Die neuen Songs fügen sich sehr gut in das alte Material ein. Gerade bei den älteren Songs setzt man auf wenig Überraschungseffekt. Die üblichen Klassiker wie „Center Of The Universe“, „Forever“ und „Karma“ sammeln sich schlicht mit dem neuen Material zusammen. Fein sind auch die Intermezzi, welche durch Bass-, Keyboard- und Schlagzeugsolo bestechen und die Stimmung zwischendurch immer wieder auflockern. Die Band ist ebenfalls guter Dinge, nutzt die Bühne voll aus und legt in jede Bewegung volle Energie. Immer wieder tauchen Gastsänger der Vorgruppen auf der Bühne auf und unterstützen die Songs, die auch auf Platte mehrere Rollen erfordern. Mit guter Laune und einem wirklich guten Gig, verabschieden sich KAMELOT nach 90 Minuten und laden zum gemeinsamen Feiern im Hard Rock Cafe ein. Diese Aufforderung dürfte nicht ungehört bleiben und so gehört diese Nacht nur einer Band…






Setlist KAMELOT:
01. Rule The World
02 Ghost Opera
03 The Great Pandemonium
04 Veritas
05 Center Of The Universe
06 The Human Stain
07 Song For Jolee
Drum Solo
08 When The Lights Are Down
09 Sacrimony [Angel of Afterlife)]
Keyboard Solo
10 Forever
Zugaben
Bass Solo

11. Karma
12 Torn
13 March of Mephisto









Fazit: Die Abendkasse schlägt zwar mir 30€ zu buche, allerdings war dieser Abend das Geld durchaus Wert. Die Vorgruppen haben einen guten Dienst geleistet und der Headliner hat wieder einmal alles gerissen. Als schade anzusehen bleibt der Fakt, dass die Halle sehr leer geblieben ist, was daran liegen kann, dass das Konzert sehr spät angefangen hat und zugleich ein Dienstag ausgewählt wurde, was wohl den ein oder anderen abgeschreckt hat. Trotzdem bleibt hier ein klares Fazit: Ein guter Abend mit vielen schönen Eindrücken, einer guten Stimmung und einem Headliner, der sich über den Verlust des alten Sängers nun wohl keine Gedanken mehr zu machen braucht.



Ashes Of Eden

Autor: Frank-Christian Mehlmann [Ashes Of Eden] | 26.11.2012 | 20:06 Uhr
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