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Datum: 13.02.2016Stadt: Bochum

Was für ein Donner-Package. KATAKLYSM, SEPTIC FLESH und ABORTED ziehen als ungleiche Vertreter einer extremen Gattung die Massen zu den Gigs ihrer megaerfolgreichen Tour. Die Matrix ist jedenfalls mit rund 800 Zuschauern restlos ausverkauft. Einem gemütlichen Schwof steht also nichts mehr im Wege.




ABORTED haben wahrscheinlich in den letzten 15 Jahren mehr Gigs abgerissen als Paul Speckmann Barthaare besitzt. Dementsprechend routiniert entfesseln sie als Opener das Inferno in der Matrix. Allerdings muss ich zugeben, dass mir als Fan der ersten drei Alben die relativ austauschbaren Soundschnipsel der letzten Werke nicht mehr so wahnsinnig viel geben. Und leider liegt genau darauf der Fokus. Klar, es ist schon beeindruckend, wie Brüllhorst Sven De Caluwé über die Bühne sprintet und Laute aus dem tiefsten Keller seiner Eingeweide herauspresst, die in manchen Ländern sicherlich unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Aber irgendwann ist das sich ewig wiederholende Blast/Breakdown/Sinus-Bass Sammelsurium mir dann doch etwas zu einfallslos. Sei's drum: Die Leute gehen auf die Belgier steil und die Performance ist schön tight. Also Sieg auf ganzer Linie.

SEPTICFLESH aus Athen fahren anschließend das absolute Kontrastprogramm auf. Erhabene Atmosphäre pur, Musiker in Kriegerrüstungen, sparsame Beleuchtung und hymnenhafte, dunkle Songs der Marke „Anubis“ oder „The Vampire From Nazareth“. Die seit 25 Jahren mehr oder weniger aktiven Schergen um Hohepriester Spiros Antoniou haben seit jeher ihre ganz eigene Nische im Düstermetal inne und reißen die Leute, die eben noch den ABORTED-Core feierten, auf ihre spezielle Art problemlos mit.




In manchen Momenten erinnert das an BEHEMOTH, doch am Ende des Tages ist das südeuropäische Schlachtgemälde eine echte Klasse für sich. Fronter Spiros grinst von einem Ohr zum anderen und genießt jeden Moment der Performance. Es sei ihm gegönnt.

Jeder, der sich gefragt hat, ob die Northern-Hyperblast-Maschine nach einigen etwas gleichförmigen Alben überhaupt noch killt, wird umgehend niedergemäht. „Breaching The Asylum“ lebt dabei eher von der Euphorie, Maurizio & Co. endlich wieder livehaftig zu begegnen. Obwohl der Track auf dem richtig guten aktuellen Album „Of Ghosts And Gods“ zu den Highlights gehört, muss er live noch etwas wachsen. Das folgende „If I Was God ... I'd Burn It All“ vom Vorgängeralbum „Waiting For The End To Come“ ist hingegen sicherer Ausrast-Stoff, der auf die Brutalo-Walze und Publikumsliebling „As I Slither“ bestens vorbereitet.




Nicht vorbereitet auf die dicht an dicht gepressten und konstant ausrastenden KATAKLYSM-Maniacs hingegen war die Pressemeute, die sich plötzlich im Fotograben gefangen sah und durch den Security-Raum und die Matrix-Küche evakuiert werden musste. Erlebt man auch nicht alle Tage.
Doch zurück zur Show: Dass der neueste Hit „The Black Sheep“ bereits Kultstatus besitzt und bedingungslos abgefeiert wird, dürfte dem auf einem lustigen Podest stehenden Maurizio Iacono ziemlich behagen. Atemlos moshbangt sich das Publikum durch die schier unendliche Zahl an Killertracks aus allen Epochen der Bandgeschichte, während sich Gitarrero JF und Basser Stéphane die Propeller um die Hälse binden.




Man mag kaum glauben, wie viele unsterbliche Hymnen KATAKLYSM in den letzten 20 Jahren unters Bangervolk geballert haben. Auch die Tatsache, dass man „Open Scars“ auf dieser Tour erstmalig im Gepäck hat, wäre nicht aufgefallen, zu logisch gliedert sich der Track von „In The Arms Of Devastation“ in das Best-Of-Programm ein. Und dass man sich nach so vielen Killertracks ein Epos wie „Thy Serpents Tongue“ scheinbar problemlos aus dem Ärmel schüttelt, muss den Kanadiern in Sachen Ideenreichtum auch erst mal wer nachmachen.




Man mag kaum glauben, als mit „Crippled And Broken“ der letzte Song des regulären Sets auf die Anwesenden herniedergeht und die Matrix kollektiv in Wallung bringt. „Iron Will“ und „Elevate“ dienen anschließend noch als Einladungsjingles für die Aftershow-Party.
KATAKLYSM sind der beste Beweis dafür, dass auch eher klassisch angehauchter Death Metal nach wie vor richtig relevant ist und so schnell bestimmt nicht verschwinden wird. Zumindest der Matrix-Gig war in Sachen Triumphzug mehr als überzeugend.

Mattaru

Autor: Marcus Italiani [Mattaru] | 17.02.2016 | 23:23 Uhr
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