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Band(s):
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Datum: 28.01.2012Stadt: Schweinfurt



Als ich beim vorletzten Gastspiel von KYLESA in Franken [anno 2009] noch etwas von wegen „wer weiß, wie oft man [diese Band] noch in so intimem Rahmen“ würde sehen können salbadert habe, konnte ich schlecht ahnen, dass es bei der nächsten Headliner-Tour der Sludger aus Savannah räumlich tatsächlich noch enger werden würde...
Tja, mit dem überaus großen Publikumsinteresse hatte wohl auch der örtliche Veranstalter nicht wirklich gerechnet, denn der kleine Saal des hiesigen „Stattbahnhofs“ platzt bereits bei den Vorbands [den ersten Support, KEN MODE aus Kanada, verpasse ich zwar, soll aber „richtig gut“ gewesen sein...] aus allen Nähten - zudem spielt heute auf der gegenüberliegenden Seite des Venues im großen Saal zeitgleich auch noch eine OZZY-Tribute-Band vor anständig gefüllter Hütte.

.:CIRCLE TAKES THE SQUARE:.
Auf jeden Fall ist das hier heute Abend die praktische Umsetzung des Begriffes „drangvolle Enge“, denn bei den Kollegen von CIRCLE TAKES THE SQUARE - wie KYLESA ebenfalls aus Savannah, Georgia stammend - bleibt wenig, bis gar kein Platz für Bewegung, so voll ist die Bude. CTTS zocken in klassischer Trio-Besetzung eine sperrige, widerborstige Mixtur aus Noisecore und „Experimental Punk“ mit doppelten Vocals, die auf jeden Fall gut ins Vorprogramm passt und auf den bevorstehenden Siegeszug von KYLESA einstimmt.



.:KYLESA:.
Die ohnehin winzige - leider nicht erhöhte - Bühne im kleinen "Stattbahnhof"-Saal ist mit den beiden Drumsets von Carl und Tyler eigentlich schon ziemlich voll, muss aber auch noch für Basser Corey, Gitarristin/Sängerin Laura, Frontmann Phillip an der zweiten Klampfe und dessen Theremin Platz bieten.



Letzterer hat sich übrigens mittlerweile zugunsten eines modischen Kurzhaarschnitts von seinem altmetallischen Look mit Wallemähne und Rauschebart getrennt und nach kurzem Umbau legen die Sludger mit „Said And Done“ und „Only One“, beides von der„Static Tension“-LP von 2009, ohne viel Worte los und mit dem aktuellen Video-“Hit“ „Tired Climb“ [von „Spiral Shadow“] gleich noch nach.



Bereits jetzt ist es ordentlich warm - trotz winterlicher Außentemperaturen - und auch die Band schwitzt bereits rechtschaffen bei der Interpretation von „To Forget“, bevor mit „Bottom Line“ auch eine ältere Kamelle von „To Walk A Middle Course“ dargeboten wird.
Nach „Forsaken“ [ebenfalls von der aktuellen „Spiral Shadow“] haben dann erstmal die beiden Drummer ihren Solo-Auftritt bzw. erhalten Gelegenheit, ihr Können zu demonstrieren, dann geht es druckvoll mit „Don't Look Back“ und „Distance Closing In“ weiter.



Die zutätowierte Gitarristin Laura Pleasants gerät trotz eher unterkühlten Charmes heute abend, noch mehr als sonst, zum Blickfang [Kunststück, bei soviel anwesendem Testosteron!], rifft und keift sich aber unverdrossen, hingebungsvoll und konzentriert durch „Unknown Awareness“, bevor mit „Hollow Severer“ ein weiterer kleiner Hit von KYLESAs „Time...“-Album interpretiert wird und das mitreißende „Scapegoat“ den Abend bereits beschließen soll.
Klappt natürlich nicht, und - weil es ja ohnehin kein Entrinnen bzw. keinen so richtigen Backstage-Bereich gibt - somit läßt die Zugabe mit „Running Red“ und „Where The Horizon Unfolds“ nicht lange auf sich warten, bevor sich KYLESA, weidlich verschwitzt und ausgepumpt, unter großem Applaus den Weg von der Bühne durchs Publikumsdickicht gen Ausgang bahnen.
Das Merchandise-Angebot von KYLESA nimmt sich mit gerade einmal fünf Shirt-Motiven heute zwar vergleichsweise bescheiden aus, dennoch schreit dieser denkwürdige Abend förmlich nach einem Tour-Leibchen als Souvenir, auch wenn der heimische Kleiderschrank bereits überquillt...


dky

Autor: Dirk Konz [dkay] | 30.01.2012 | 22:21 Uhr
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