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Datum: 08.11.2014Stadt: Wiesbaden

Ein durchaus interessantes Paket, was hier geschnürt wurde. Die Italiener LACUNA COIL gaben sich im Schlachthof Wiesbaden die Ehre, begleitet von den amerikanischen Senkrechtstartern MOTIONLESS IN WHITE und DEVILMENT, der neuen Band um CRADLE OF FILTH-Frontmann Dani Filth. Abgesehen davon, dass hier doch einige musikalischen Unterschiede am Start waren, durfte man vor allem auf den Auftritt der Briten DEVILMENT gespannt sein, die hierzulande auch noch nie unterwegs waren.






DEVILMENT


Ist auch nicht verwunderlich, denn das Debütalbum „The Great And Secret Show“ wurde ja erst dieser Tage veröffentlicht. Da man mit Nuclear Blast ein nicht gerade unbekanntes Label im Rücken hat, war davon auszugehen, dass die Leute in der gut zu siebzig Prozent gefüllten Halle wussten, was auf sie zukommt. Und dementsprechend ist die Neugier groß und niemand bleibt, wie sonst üblich bei Vorbands, draußen oder am Bierstand hängen. Ja, was würde uns diese Truppe heute zeigen? Wie mag es sich für eine gestandene Größe der Heavy Metal-Szene [und genau das ist Dani Filth aufgrund seiner Erfolge mit CRADLE OF FILTH] anfühlen, quasi wieder von vorn anzufangen? Auf einer Bühne, die ohnehin nicht besonders üppige Ausmaße besitzt und von denen DEVILMENT dann auch nur ein Bruchteil zur Verfügung steht. Ein Wunder, dass sich die Musiker nicht gegenseitig über den Haufen rockt, zumal das Drumkit noch in einen Glaskasten gesperrt wird. Aber Mr.Filth scheint sich sichtlich wohl zu fühlen in der Rolle als Anheizer, auch wenn manche Versuche, das Wiesbadener Publikum aus der Reserve zu locken, bereits im Ansatz verpuffen. Aber gegen Ende des kaum dreißig Minuten langen Sets gelingt es der Band dann doch, für Wohlgefallen zu sorgen. Obwohl der Sound alles andere als optimal ist, hinterlässt die Band dann doch einen gefälligen Eindruck.






MOTIONLESS IN WHITE


Zugegeben, das aktuelle Album von MOTIONLESS IN WHITE haut mich nicht wirklich vom Hocker. Was die Jungs aus Philadelphia dann aber auf der Bühne zeigen, überzeugt mich durchaus. Wenn es für diesen Abend eine Überraschung zu verkünden gibt, dann eben dies. Das Publikum hat die Band bereits ins Herz geschlossen und nicht wenige Besucher sind eben nur wegen MIW anwesend. Dementsprechend ist die Stimmung ausgezeichnet und die Band hat relativ leichtes Spiel, zumal sie bereits von Beginn an abgefeiert wird. Das wird dann auch von Sänger Chris Motionless festgestellt. Im Vergleich zu Luxemburg, so der charismatische Sänger in einer Ansage, sei hier die Hölle los. Also, guter Auftritt der Amis. Besser als gedacht, präsentiert sich hier eine gestandene Band, die bereits eine ansehnliche Fanschar hinter sich weiß. Es werden sogar Zugabewünsche laut, die leider aufgrund des Zeitplanes nicht erfüllt werden können.






LACUNA COIL


Seit Jahren mit unglaublicher Beharrlichkeit unterwegs. Die Mailänder LACUNA COIL lassen auch an diesem Abend nichts anbrennen. Sie wissen, wie sie die Leute begeistern können und nehmen den Schwung, den MOTIONLESS IN WHITE in die Veranstaltung gebracht haben, mühelos auf. Routiniert und doch emotionsgeladen rocken Cristina Scabbia und Andrea Ferro nebst Mitmusikern den Schlachthof in Wiesbaden [Als Chronistenpflicht sei erwähnt, dass man kurzerhand einen Ersatz am Bass organisieren musste]. Der Sound ist mittlerweile gut. Da ich zum ersten Mal in dieser Halle zu Gast bin, kann ich nicht beurteilen, wie diesbezüglich der Standard ist. Am heutigen Abend nenne ich die Klangqualität auf jeden Fall zufriedenstellend. Das Programm der Italiener ist ausgewogen , eine Coverversion auch dabei. „Enjoy The Silence“ von DEPECHE MODE wird begeistert abgefeiert. Nach zwei Zugaben und einer etwas dürftigen Spielzeit von siebzig Minuten ist leider schon Feierabend. Pfiffe gibt es dafür keine, dafür war der Gig an sich einfach zu gut.








LACUNA COIL in guter Form, MOTIONLESS IN WHITE freuen sich über ein dankbares Publikum und DEVILMENT können mit Sicherheit ein paar Fans dazu gewinnen. Insgesamt also ein rundum gelungener Abend.

Fränky

Autor: Frank Wilkens [Fränky] | 12.11.2014 | 15:07 Uhr
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