.: SUCHE
    Erweiterte Suche
CD Review: Ainulindalë - Nevrast

Ainulindalë
Nevrast


Neofolk
6 von 7 Punkten
"Auf nach Mittelerde!"
CD Review: Tyred Eyes - Elevator

Tyred Eyes
Elevator


Indie, Rock
6 von 7 Punkten
"Handverlesene Qualität aus dem Land der Elche"
CD Review: The Durango Riot - Face

The Durango Riot
Face


Rock
5 von 7 Punkten
"Eine gekonnte Tanzorgie"
CD Review: Siberian - Modern Age Mausoleum

Siberian
Modern Age Mausoleum


Progressive, Sludge
5.5 von 7 Punkten
"Dreckig, laut und gewaltig"
CD Review: Falloch - This Island, Our Funeral

Falloch
This Island, Our Funeral


Atmospheric Rock, Avantgarde, Post Rock
6.5 von 7 Punkten
"DAS Herbstalbum 2014!"
  
Band(s):
Metalnews nach 'Maiden United' durchsuchenMaiden United
Metalnews nach 'Nylon Maiden (Thomas Zwijsen)' durchsuchen Nylon Maiden (Thomas Zwijsen)
Share: 
Datum: 15.12.2012Stadt: Aschaffenburg

Wenn die Metal-Szene eine einzige Coverband braucht, dann wäre das mit Sicherheit MAIDEN UNITED. Ursprünglich als einmalige Show für den niederländischen IRON-MAIDEN-Fanclub geplant konnte Bassist Joey Bruers einige namhafte Musiker, darunter Sänger Damian Wilson [THRESHOLD] und Ruud Jolie, Mike Coolen [WITHIN TEMPTATION] um sich scharen und eine rein akustische IRON-MAIDEN-Coverband gründen, die mittlerweile ihr zweites Album an den Start gebracht hat. Während "Mind The Acoustic Pieces" noch eine äußerst akribische und akurate unplugged-Interpretation des 1983er "Piece Of Mind" darstellte sind MAIDEN UNITED mit ihrem neuen Langspieler "Across The Seventh Sea" experimentierfreudiger geworden. Das Album enthält nicht nur neun Stücke aus insgesamt vier Alben der Frühphase von IRON MAIDEN, die Interpretationen sind auch gewagter geworden und haben deutlich mehr Abstand zum Original was mal mehr, mal weniger gut funktioniert.

Mit einem neuen Album geht man natürlich auf Tour und dies ist schließlich auch ein Live-Bericht und keine CD-Rezension. Während sich ein Großteil der Tournee auf die Niederlande beschränkt machen MAIDEN UNITED für einen einzigen Abend auch in Deutschland halt. Neben dem Wacken Open Air 2011 ist es erst der zweite Auftritt der Band auf deutschem Boden und da das Programm viel besser in einen kleinen, intimen Rahmen passt als auf die große Festivalbühne ist die erste und vorerst einzige Club-Show in Deutschland schon etwas Besonderes.

Einen viel besseren Veranstaltungsort als das Aschaffenburger Colos-Saal hätte es dabei eigentlich auch gar nicht treffen können. Eine kleine Bühne ohne Abgrenzung zum Publikum, gutes Bühnenlicht und gute Akustik sowie bestgelauntes Publikum machen den Charme des Abends aus. Wer sich nicht direkt vorne an die Bühne stellen möchte findet einen Platz und ebenso gute Sicht an einem der Bistro-Tische mit Barhocker. Der Colos-Saal ist zwar gut gefüllt, genug Bewegungsfreiheit für alle ist aber trotzdem vorhanden. Perfekte Ausgangsbedingung also für einen gemütlichen Konzertabend, es muss ja nicht immer krachen...





Bezüglich des Vorprogramms an diesem Abend war ich ja doch eher skeptisch gewesen. Mit Thomas Zwijsen und seinem Ein-Mann-Projekt NYLON MAIDEN sind für den Abend gleich zwei akustische IRON-MAIDEN-Coverbands gebucht. Erschwerend hinzu kommt, dass beide Projekte über ein eher begrenztes Repertoir verfügen und es zwangsläufig zu Überschneidungen kommen würde. Andererseits stellt sich die Frage wen man sonst ins Vorprogramm hätte aufnehmen können, denn eine Unplugged-Band ohne Bezug zu IRON MAIDEN oder Heavy Metal im Allgemeinen hätte vermutlich ebensowenig gepasst wie eine echte Metal-Band.

Die Zweifel sind ohnehin schnell zerstreut und ich muss mich von Thomas Zwijsen wohl eines Besseren belehren lassen. Während die Videos die ich von ihm im Internet gesehen hatte zwar gut aber auch nicht umwerfend gewesen sind gelingt ihm mit nur einer einzigen Konzertgitarre und ohne "offiziellen" Gesang das Publikum von der ersten Minute in seinen Bann zu ziehen. Ähnlich wie beim großartigen [und unkonventionellen] Akustikgitarristen Andy McKee wirkt sein Spiel live schon ein ganzes Stück beeindruckender. Das sich die ersten drei Titel ["The Trooper", "The Evil That Men Do" und "Wasted Years"] auch auf der späteren Setliste von MAIDEN UNITED wiederfinden stört wohl niemanden da sich die jeweiligen Interpretationen doch stark unterscheiden. Zum Abschluss spielt Thomas noch zwei echte IRON-MAIDEN-Klassiker, die sich nicht im Repertoir der Headliner finden: "Run To The Hills" und eine stellenweise ziemlich Jazz-lastige aber deshalb nicht weniger gute – ganz im Gegenteil – Interpretation von "Aces High". Es dürfte wohl kaum jemanden im Publikum geben, der mit diesen beiden Stücken nicht vertraut ist und der Aufforderung des Gitarristen ihn doch wenigstens in den Refrains durch Gesang zu unterstützen kommt ein Großteil der Zuschauer gerne nach.

Nach etwa 30 Minuten und fünf Titeln ist dann auch schon wieder Schluss für den Niederländer. Das ist aber vielleicht gar nicht schlecht so, denn trotz seines Talents und Charismas wird die Ein-Mann-Akustikshow sicher irgendwann eintönig, in dem dargebotenen Umfang ist es jedoch perfekt. Als Thomas Zwijsen nach einer kleinen Vorbereitungspause für MAIDEN UNITED noch einmal die Bühne betritt sieht es fast so als gäbe es noch ein gemeinsames Lied der beiden Coverprojekte, es bleibt aber leider "nur" bei einer einfachen Zugabe.

Der hervorragende Auftritt wird natürlich auch vom Publikum entsprechend gewürdigt und Thomas Zwijsen bringt an diesem Abend alle NYLON-MAIDEN-CDs die er im Gepäck hat an den Mann und hat eine ganze Reihe neuer Fans gewonnen. Und auch ich muss sagen, dass ich von einer Vorband selten so angenehm überrascht wurde.

Setliste:

The Trooper
The Evil THat Men Do
Wasted Years
Run To The Hills
Aces High





Thomas Zwijsen hat das Publikum mit seinem regulären Programm und der Zugabe bisher gut bei Laune gehalten. Nun liegt es an MAIDEN UNITED den Abend endgültig zu einem Erlebnis werden zu lassen, dass die Zuschauer und -hörer so schnell nicht wieder vergessen. "Only The Good Die Young", eines der stärkeren Stücke des neuen Albums eröffnet das Set, unmittelbar gefolgt von gleich drei weiteren Liedern von "Across The Seventh Sea". Während Titel wie "Prowler" oder "Flash Of The Blade" nicht unbedingt zu den Glanzlichtern der Scheibe zählen kann Frontmann Damian das Publikum fast schon allein durch sein Auftreten in seinen Bann ziehen.

Dabei ist er natürlich auch der einzige, der richtig Bewegung auf die Bühne bringt. Seine Bandkollegen sind an ihre Instrumente und Plätze gebunden und versinken dabei hin und wieder träumerisch in ihren Melodien, Rhythmen und Akkorden. Währenddessen wirft sich Damian in bester Heavy-Metal-Manier in Pose, flirtet mit dem Publikum oder lauscht selbst andächtig der Musik. Alles in allem ein wunderbares Schauspiel. Jedoch darf man über alle dem nicht vergessen, und das muss man dem Kerl an dieser Stelle auch zugehalten, dass er schon wirklich ein verdammt guter Sänger ist, der keinerlei Schwierigkeiten zeigt die Aufnahmen auch live hervorragend umzusetzen. Von einigen anderen "Exemplaren" kann man das ja leider oft nicht behaupten.

Mit "22 Acacia Avenue" scheint der Abend zunächst seinen vorläufigen Höhepunkt zu erreichen. Die knapp zehnminütige Akustikvariante ist nicht nur deutlich länger sondern fällt zugleich viel abwechslungsreicher aus als das Original. Und natürlich wird das Stück mit all seinem Drama von Damian Wilson und seinen Mannen wieder richtig gut in Szene gesetzt. Im Anschluss kündigt er jedoch einen für ihn, die Band und wohl auch IRON MAIDEN selbst speziellen Song an... und das eigentliche Highlight kommt erst noch: Während die Band bereits die ersten Töne von "The Trooper" anschlägt bahnt sich Damian einen Weg durch die ersten Reihen wo er sich – mit Hilfe einiger Zuschauer – auf einen der Bistrotische schwingt und umringt vom Publikum in pathetischen Posen die Geschichte des britischen Soldaten besingt. Bei diesem Lied – mehr als bei allen anderen – wird noch einmal deutlich, dass Damian Wilson nicht nur ein hervorragender Sänger, sondern auch wirklich ein klasse Bruce Dickinson ist. Zurück auf dem Boden der Tatsachen werden noch fleißig Hände geschüttelt und Umarmungen ausgetauscht, bevor der Frontmann zu seinen Mitstreitern auf die Bühne zurückkehrt. Hier wird Publikumsnähe noch groß geschrieben.

Nach zwei weiteren Titeln, darunter mit "Die With Your Boots On" noch ein weiteres Highlight, erreicht der Abend dann zunächst sein vorläufiges Ende. Doch das Aschaffenburger Publikum ist natürlich keinesfalls bereit MADEN UNITED nach diesem Auftritt ganz ohne Zugabe ziehen zu lassen. Der Bedingung, alle müssen Damian bei den Refrains lautstark unterstützen, widersetzt sich kaum jemand und so folgen gleich drei weitere Titel. Ein bisschen Schade, dass der sympathische Sänger nach dieser Forderung dann doch nicht bereit ist auch mal das Mikrofon für ein paar Zeilen aus der Hand zu geben, einige der Zuschauer haben ihre Sache da eigentlich schon ganz gut gemacht.

Und so steht am Ende des Abends die komplette "Across The Seventh Sea" auf der Setliste, dazu sechs weitere Titel des Debuts. Lediglich "Where Eagles Dare", "Flight Of Icarus" und "To Tame A Land" blieben ungespielt.



Setliste:

Only The Good Die Young
Prowler
Flash Of The Blade
Children Of The Damned
Quest For Fire
2 Minutes To Midnight
Still Life
Revelations
22 Acacia Avenue
The Trooper
Infinite Dreams
Die With Your Boots On
---
Sun And Steel
The Evil That Men Do
Wasted Years



Bei so viel Publikumsnähe schon während des Auftritts ist es natürlich beinahe selbstverständlich, dass sich MAIDEN UNITED – zusammen mit Thomas Zwijsen – auch nach der Show und einer kurzen Pause noch unters Volk mischen. Niemand muss nach Hause gehen bevor er nicht seine CD, Schallplatte, Setliste oder sonstigen Kram unterschrieben bekommen hat und auch das Personal des Colos-Saal ist dabei recht entspannt und drängt nicht darauf die Halle schnellstmöglich leer zu bekommen.

Man kann von Coverbands halten was man will – und in aller Regel finde ich sie selbst eher überflüssig, aber dieser Abend kann tatsächlich allerhöchstens nur noch vom Original getoppt werden.

Sm62

Autor: Michael Klimczak [Sm62] | 15.01.2013 | 00:34 Uhr
Kommentare
HOME |  IMPRESSUM |  RSS |  FACEBOOK |  TWITTER |  DISCLAIMER
@Metalnews_de folgen

METALNEWS.DE - Metal-Magazin