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Datum: 18.12.2015Stadt: Viersen

Unweit des Viersener Bahnhofs hat sich in den letzten Jahren die Rockschicht zu einer gern- und gutbesuchten Location gemausert. Kein Wunder, dass die Heavy-Rocker MOTORJESUS aus dem benachbarten Mönchengladbach sich entschieden haben, ihr Jubiläumskonzert hier zu geben. Es handelt sich um das verspätete Konzert zum zehnten Geburtstag ihres Debütalbums „Dirty Pounding Gasoline“, welches damals noch unter dem Bandnamen THE SHITHEADZ erschien. Verspätet ist das Konzert, weil das Album bereits 2004 das Licht der Welt erblickte. Daher wird – ganz rheinisch – der elfte Geburtstag der Platte nun gebührend gefeiert. Dazu hat die Band ihre hauseigenen Klassiker für den Auftritt wieder einstudiert.



.:LORD OF GIANT:.
An diesem Abend stehen MOTORJESUS jedoch nicht einzig auf der Bühne. LORD OF GIANT, ebenfalls aus Mönchengladbach, geben Stoner Rock zum Besten. Mit sichtbarer Freude an ihrem Auftritt rifft sich die Band durch die Songs. Hör- und vor allem sichtbare Leidenschaft stecken in jedem einzelnen Stück, das an diesem Abend vorgetragen wird. Die noch nicht ganz volle Rockschicht wird vom satten Gitarrenklang erfüllt. Trotz des unabstreitbaren Siebziger-Jahre-Einflusses zeigt sich die Band keineswegs altbacken, auch von einer Retro-Band kann keine Rede sein. Der Sound von LORD OF GIANT ist zeitlos und ein echter Tipp für alle Fans harter Rocktöne, für die es auch mal langsam und leidenschaftlich sein darf. Ein mitreißender Auftritt.

.:MOTORJESUS:.
MOTORJESUS nutzen den Abend in Viersen nicht nur, um ihr Erstlingswerk von 2004 zu ehren, sondern auch, um in ihrer Heimatregion mit vielen Altbekannten und Wegbegleitern zu feiern. Denn seit damals hat sich einiges verändert. Insgesamt vier Langspieler und eine EP haben MOTORJESUS(/THE SHITHEADZ) seither vorgelegt, die in der Fachpresse und bei den Fans allesamt gut ankamen. Darüber hinaus geht man heute mit Szenegrößen auf Tour und spielt auch regelmäßig auf den Festivalbühnen der Republik. Für die Fans „zuhause“ ist es jedoch gerade die immer wieder aufflammende Heimatverbundenheit der Band, die jeden Auftritt am Niederrhein zu etwas Besonderem macht und so persönlich wirken lässt. Schon früh wurde bei den Konzert-Tickets für den Old-School-Abend in der Rockschicht in großer Zahl zugegriffen. Letztlich wurde die Location, die auch einer Veranstaltungsreihe mit dem schlichten Titel „Dorfdisko“ eine Heimat bietet, rappelvoll. Wie versprochen beginnt die Band den Abend mit den Songs vom Album „Dirty Pounding Gasoline“, das in Gänze gespielt wird. Mit dabei sind Live-Hammer wie der Titelsong, „A New War“ oder „Motorjesus“, von dem die Band bei der Umfirmierung ihren neuen Namen nahm. Doch auch Tracks des Albums wie „Unspoken“, die schon vor einigen Jahren keinen Platz mehr auf den Setlists der Truppe mehr fanden, werden zum Besten gegeben.

Der Umstand, dass sich aufgrund eines technischen Defekts an einer Anlage im Backstage-Bereich der Geruch verbrannten Kunststoffes seinen Weg bahnt, zwingt MOTORJESUS leider kurz vor Ende der gut einstündigen Klassiker-Session zu einer kleinen Pause. Der Grund ist an sich nicht weiter dramatisch, das Durchlüften der Räumlichkeiten tut jedoch gut und bietet Gelegenheit zum Auftanken und Nackenentspannen. Den Nacken strapazieren die Headbang-geeigneten Klänge der Saitenfraktion nämlich auch an diesem Abend amtlich. Danach geht es im Programm weiter mit den Band-Klassikern – immer wieder begleitet von den herzlichen und unterhaltenden Ansagen und Kommentaren von Frontmann Chris „Howling“ Birx. Kurz nach der Zwangspause ist das Ende der Geburtstag feiernden Platte erreicht und die Band geht über zu ihren jüngeren Werken. Eine überzeugende Best-Of-Mischung der drei jüngeren Alben bestimmt den restlichen Konzertabend samt direkt eingebundener Zugabe. Das Wir-gehen-von-der-Bühne-und-kommen-dann-überraschend-wieder-zur-Zugabe-zurück-Spiel wurde schließlich lüftungsbedingt vorgezogen. Der Stimmung in der Rockschicht war das Ganze jedoch nicht spürbar abträglich. Auch die Songs von „Deathrider“, „Wheels Of Purgatory“ und „Electric Revelation“ wie „King Of The Dead End Road“ oder „Back In The Action Car“ werden gefeiert.
Rundum ein gelungener Abend mit einer gut gelaunten

MOTORJESUS-Truppe, einer Vorband LORD OF GIANT, die mit viel Herzblut bei der Sache ist, und ausgelassener Stimmung in der heimlichen Heimat rheinischer Rockkultur: „Viersen Rock City“. Und vielleicht gibt es 2016 schon eine Neuauflage des MOTORJESUS-Jubiläumskonzerts. Denn in diesem Jahr feiert das Zweitwerk „Deathrider“ ebenfalls seinen ersten runden Geburtstag. Wünschenswert ist dies allemal.

SebyK

Autor: Sebastian Kronenberg [sebyK] | 09.02.2016 | 12:14 Uhr
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