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Datum: 01.10.2005Stadt: Salzburg

Eigentlich ist es ja merkwürdig: da schieben NEVERMORE eine geile Scheiblette nach der anderen über den großen Teich (Letztere wurde überall mit der Höchstnote bwertet) und dann kommen die Schnarchnasen nur für ein paar Dates nach Europa und vernachlässigen den Süden fast komplett. Wie gut, dass München und Salzburg nicht so weit auseinander liegen, sonst hätte ich mir wahrscheinlich in den Arsch gebissen, wenn mir jemand von diesem Konzert berichtet hätte.

Aber alles der Reihe nach. Nachdem Cryxx, mein Kumpel Marco aus Rosenheim und ich endlich mal am Rockhouse angekommen waren (Leute, vertraut niemals jemanden, der behauptet, er kenne sich in Salzburg aus; nichts für ungut Marco ;-)), ging es ersteinmal Richtung Bierstandl, um gutes österreichisches Trumer (oder wie das heißt) zu verköstigen. Da uns drei die erste Band MERCENARY nicht unbedingt interessierte, haben wir diese (bis auf die letzten drei Takte) eigentlich komplett verpasst. Aber der Jubel des Publikums hat einem doch gezeigt, dass die Jungs gut angekommen zu sein schienen.

Nach einer knappen viertel Stunde Umbau enterten DEW-SCENTED die Bretter, die die Welt bedeuten und brachten das knackevolle Rockhouse dermaßen zum Kochen, dass einem fast das Bier aus der Hand fiel. Die Mannen waren wirklich gut und das Publikum fraß ihnen förmlich aus der Hand. Mit gekonnten Ansagen brachte der Sänger Leif den einen oder anderen Karlauer zum Besten, und die Band preschte nach vorne, wie ein wilder Stier. Der dänische Aushilfsschlagzeuger knüppelte alles so dermaßen in den Boden, dass ich mich echt gefragt hatte, wie der alte Fellklopper eigentlich überhaupt nochmal hieß. Wenn DEW SCENTED den Mann wieder hergeben, wären sie selber Schuld. Das norddeutsche Quintett setzte vermehrt auf Songs des aktuellen Outputs "Issue VI", was dem Publikum deutlich zu schmecken schien. Ein kleiner aber dennoch gewaltiger Moshpit krachte quer durch die Heide und hinterließ den einen oder anderen etwas verschwitzt in den Seilen zurück.
Nach 45 Minuten war der Spuk auch vorbei und das Publikum trottete gen Gerstensaft-Bar.

Nicht einmal 20 Minuten brauchten die Roadies zum Bühnenumbau und um Punkt 22.30 Uhr, kletterten Seattle's Finest auf das Holzgerüst und krachten auch gleich ordentlich los. Der Opener wurde mit "Born" nicht schlechter getroffen, dass Publikum war komplett außer Rand und Band.
Was einem sofort ins Auge stoch war ein völlig abgemagerter Warrel Dane, der aber um so fitter auf dem Parkett rumflitzte und seiner Goldkehle freien lauf ließ. Man, war der gut drauf. NEVERMORE haben ein mehr als sehr guten Tag erwischt. Die Songauswahl war vom Feinsten und ließ nur wenige Wünsche offen (nur die ersten zwei Rohlinge wurden komplett ignoriert) und die wenigen aber dennoch spritzigen Ansagen von Dane trafen immer ins Schwarze.
Einzig und allein der zu laue Sound bei den Soli störte ein wenig, wartet doch alleine schon "Final Product" mit einem Solo der Extraklasse auf. Die Haare flogen überall hin und es bildete sich ein noch größerer Moshpit, als bei DEW-SCENTED. Vor allem bei dem allbekannten SIMON AND GARFUNKEL-Cover "The Sound Of Silence" flogen die Fetzen.

Um kurz vor Zwölf war dann ersteinmal Schicht im Schacht, bis NEVERMORE noch für zwei Zugaben ("This Godless Endeavour" und "Enemies of Reality") zurück ins Rockhouse huschten. NEVERMORE haben mal wieder gezeigt, dass sie zu dem Besten gehören, was der Metal zu bieten hat. Als dann der Vorhang komplett fiel, gingen alle glücklich und zufrieden nach Hause und werden diesen Abend wohl nicht so schnell vergessen.
Vor allem die beiden Gitarristen von DEW-SCENTED nicht, die nach Konzertende noch wild versuchten mit den weiblichen Anwesenden ihre Körperflüssigkeiten auszutauschen. Rockstars halt, ne?!

Für uns drei fing der Abend erst richtig an. Nicht nur der Weg nach Salzburg rein gestaltete sich als schwierig, raus wurde es noch viel schlimmer. Wir haben schätzungsweise alle Berge der Alpen gesehen, bis wir wohlbehütet in Rosenheim, bzw. in München ankamen. Nein nein, meine nächste Anschaffung ist ein GPS Navigations wasweißich System, damit wir nicht mehr so lange in der Pampa rumfahren. Aber das, das ist eine andere Geschichte...


Setlist Nevermore:

Intro
Born
My Acid Words
Bittersweet Feast
Narcosynthesis
The River Dragon has come
Beyond Within
Dreaming Neon Black
7 Tongues Of God
The Learning
Sentinent 6
The Sound Of Silence
The Heartcollector
Final Product
This Godless Endeavour
Enemies Of Reality


Autor: Lorenz von König [DeoUlf] | 02.10.2005 | 15:25 Uhr
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