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Datum: 17.10.2004Stadt: Schweinfurt



Ein richtig schöner, verregneter Herbstsonntag. Was gibt’s da nicht erquickenderes als eine Kuscheldecke daheim aufm Sofa. Tja, und diese wurde mir auch zum Verhängnis und so verpennte ich doch glatt das nächste OBITUARY-Konzert dieses Jahr. Aber halt! So spät war es nun doch noch nicht, also nix wie das Pferd angeschmissen und losgetigert gen Schweinfurt.
Da man die Location aufgrund von Parkschwierigkeiten vor der zuerst geplanten „Eiche“ wegen dem erhofften großen Andrang zu diesem Reunion-Europa-Tour-Stop wechseln musste und eine Turnhalle im Norden von Schweinfurt anmietete, musste man den Beginn wegen behördlicher Auflagen bereits auf 18 Uhr ansetzen. Dies hatte die Folge, dass nicht nur ich die ersten Bands DEBAUCHERY und VISCERAL BLEEDING verpasste.

Steigen wir also bei der tschechisch-amerikanischen Zusammenkunft MASTER in das Geschehen ein und siehe da, es waren einige Matten beim Kreisen zu beobachten. Wurzelzwerg Speckmann zehrt dabei aber immer noch von seinen Klassikern und rockt wie eine versiffte Ausgabe eines ZZ-TOP-Klons über ca. zwei Quadratmeter der geräumigen Bühne. Man wird halt nicht jünger, aber schlechter auch nicht, und so dankten es ihm etliche Fans mit Applaus und tief gesenkten, schüttelnden Häuptern.

Ich kundschaftete, nachdem ich bei den horrenden Merch-Preise schlucken musste [Kann mir bitte eine/r mal erklären, wieso man Shirts von bekannteren Bands um mind. 5€ mehr verkaufen muss, obwohl die Auflagen der Drucke größer und somit günstiger als bei Undergound-Acts sind??? – trabi], die Halle und den Inhalt aus, was mich in die Gedanken fallen ließ, dass so manch einer einem gewaltig auf den Sack gehen kann, wenn er nicht merkt, dass es keinen Spaß mehr macht, sich immer dieselben Witze anhören zu müssen. Naja, solche Leute wird es wohl immer geben und den Alk dazu auch.
Nach einer üblichen Headliner-Umbaupause war es denn soweit und ich sah doch noch die „Legenden“.

Als erstes hatte man „Internal Bleedings“ auserkoren und schon ging auch vor der Bühne die Post ab. Weiter ging es mit „Threatening Skies“ und weiteren Klassikern wie „Boiling Point“ vom ökologisch-morbiden „World Demise“-Album. Ein kleines „Cause Of Death“-Medley, das aus „Chopped In Half“ und “Turned Inside Out” bestand, wurde ebenso wie alle anderen Songs frenetisch abgefeiert. Richtig radikal moshend und bangend ging es aber beim astrein gecoverten „Dethroned Emperor“ von der Band, die die Todesanzeige sicher am meisten inspirierte - CELTIC FROST - zu.
Obwohl mit nur geschätzten 250 Zuschauern, bei denen der Veranstalter ein paar Miese machte, diese aber sofort für diesen einzigartigen Gig wieder in Kauf nehmen würde, kam es einem vor der Bühne wie in einer großen, voll gestopften Halle vor. Erst 10m weiter hinten wurde es wieder luftiger. Die Fans konnten einfach nicht genug von ihren vermissten Helden bekommen, und so waren die beiden Zugabensongs „Slowly We Rot“ und ein neuer noch unbekannter, aber in typischer Todesanzeigenmanier groovender Kracher eine Selbstverständlichkeit.

Als dieser Sonntagabend relativ früh enden musste, wollten so einige noch nicht nach Haus und nutzten die Chance, ihre alten Platten von Trevor und Co., die sich ebenfalls in der Halle bei einem Feierabendbierchen tummelten und mit Fans plauderten, unterschreiben zu lassen.
Zwar war der Eintritt etwas hoch, aber wenn man bedenkt, was SLAYER letztens auf ihrer Tournee durch Germoney ablieferten, so kann man getrost sagen, dass es sich rentiert hat. Also freuen wir uns auf 2005, denn da soll das neue Album erscheinen und dieses wird ganz sicher auch wieder live präsentiert.

trabi

Autor: Danny Jakesch [Trabi] | 19.11.2004 | 23:10 Uhr
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