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Datum: 01.12.2011Stadt: Kiel

Was größere Metalbands angeht, wird für Schleswig-Holsteins Metaller oftmals die Fahrt nach Hamburg nötig. Nicht so im Falle von ORPHANED LAND, die, von Kopenhagen aus anreisend, heute mit ihrem Tour-Tross in der Pumpe aufspielen.







Zunächst sind jedoch die Vorbands an der Reihe. Und damit auch die Franzosen ARTWEG, die ich persönlich gar nicht so recht auf dem Schirm hatte und die den undankbaren Job haben, den Abend zu eröffnen. Undankbar auch deshalb, weil sie schon zur angekündigten Einlasszeit auf den Brettern stehen und somit versuchen müssen, etwa 20 Leuten ihren brachialen „Ethno-Metal“ im Stil von SOULFLY und ILL NIÑO nahe zu bringen. Das klappt leider nur bedingt, denn obwohl die Band um die beiden beiden Vokalisten wirklich nicht unsympathisch ist, zünden ihre unspektakulären Baller-Songs nicht. Unausgewogener Sound tut ein übriges, sodass so mancher Zuschauer nach einem kurzen Blick auf die Bühne den Saal wieder verlässt. Nach einer halben Stunde ist dann auch wieder Ruhe im Karton – ARTWEG kann man ohne Gewissensbisse unter „ferner liefen“ einsortieren.





Anschließend kommt die Reihe an ARKAN – auch sie aus Frankreich und, dem optischen Eindruck sowie der Musik nach, mit diversen Migrationshintergründen gesegnet. Hier zeigt sich auch zum ersten Mal das inoffizielle Motto der Tour als orientalischer Metal-Veranstaltung, denn die Band um Sängerin Sarah Layssac spielt melodischen Death Metal mit gelegentlichen brachialen „Djent“-Attacken und viel morgenländischem Flair. Für einen Teil davon müssen zwar Bandaufnahmen herhalten, doch das soll an diesem Abend grundsätzliches Dilemma bleiben – wer seine Musik mit allerlei Percussion, Streichern und akustischen Zupfinstrumenten schmückt, bräuchte für eine komplette Liveumsetzung leider mehr Personal, als in einen Metal-Tourbus üblicher Größe passt. In Kiel scheint sich keiner daran zu stören, zumal Mademoiselle Layssac es versteht, die Blicke auf sich zu ziehen - erst Recht im Duett mit ORPHANED LAND-Sänger Kobi bei „Deus Vult“. Der Saal hat sich mittlerweile gefüllt, das Publikum taut langsam auf und ARKAN ernten zurecht weit mehr als nur Höflichkeitsapplaus.





Zeit für die nächste Vorgruppe – wobei im Falle von MYRATH vielleicht eher schon der fürchterliche Begriff „Co-Headliner“ angebracht wäre. Wie viele der Anwesenden schon vorher auf die tunesischen Prog-Metaller aufmerksam geworden sind, ist natürlich nicht zu sagen – aber dass die verschachtelten, hochmelodischen Bombast-Metalsongs gut ins Konzept des Abends passen, steht fest. MYRATH freuen sich sichtlich über jede Gelegenheit, auf einer Bühne zu stehen. Vor allem Sänger Zaher Zorgati beherrscht die klassischen Rocker-Posen ebenso souverän wie seine Stimmbänder. So ist es nicht verwunderlich, dass er den Großteil der Bühnenshow bestreitet, während sich seine Mitmusiker vor allem auf ihre Instrumente und das Schütteln ihrer Haar konzentrieren. Gipfel der Musikversunkenheit stellt dabei über weite Strecken Basser Anis Jouini dar, der öfters den Eindruck erweckt, mit seinem Sechssaiter ein eigenes Universum zu bilden.
Die spielerische Einheit der Band leidet darunter jedoch nicht. Gut, denn so können MYRATH erste Tanzbewegungen anzetteln und dem bereits positiven Eindruck von ARKAN noch einen draufsetzen.




Nach einer neuerlichen kurzen Umbaupause betreten dann ORPHANED LAND die Bühne und zeigen sich in bester Spiellaune. Kobi Farhi dominiert wie gewohnt das Bühnengeschehen und dient mit seiner nach wie vor im Metal ungewöhnlichen Bühnentracht – böse Zungen würden vielleicht von Nachthemden sprechen – als Blickfang. Dass sein Auftreten auch nach 20 Jahren ORPHANED LAND noch weit vom Trend entfernt liegt, weiß er selber – warum sonst sollte er [auf Deutsch übrigens] augenzwinkernd darauf hinweisen, nicht Jesus zu sein. Ist schon klar, Kobi – denn der hatte im Gegensatz zu Dir bekanntlich Latschen an! Was Gitarrist Matti bereits im Interview angekündigt hatte, bewahrheitet sich ebenfalls. Nach dem Ausstieg von Eden Rabin als Keyboarder ist das Keyboard nicht aus ORPHANED LANDs Sound verschwunden, aber in der Liveausgabe merklich in den Hintergrund gerückt und durch Einspielungen vom Band ersetzt. Und auch hier gilt, wie auch schon für ARKAN und MYRATH, dass dies zwar für Puristen störend sein könnte, sich aber davon niemand im nunmehr gut gefüllten Saal der Pumpe abschrecken lässt. Die Band schon gar nicht, denn die hat sichtlich Spaß an ihrem Auftritt, der sogar durch diverse Bauchtanzeinlagen aufgepeppt wird. Nein, nicht von Kobi oder dem rauschebärtigen Basser Uri Zelcha, sondern von einer Tänzerin; Johanna Fakhry. Die, nebenbei bemerkt, ein gutes Beispiel dafür ist, dass man ORPHANED LAND und ihre metallische Friedensmission, die sie auch heute wieder betonen, auf keinen Fall auslachen sollte, nur weil in Europa seit langer Zeit Ruhe ist. Die französisch-libanesische Johanna hat sich nämlich durch ihren Auftritt mit den Israelis auf dem diesjährigen „Hellfest“ in Frankreich massiven Ärger eingehandelt, da sich Israel und Libanon rechtlich gesehen im Kriegszustand befinden. Das darf man sich schon mal bewusst machen, obwohl diese Probleme hier und heute natürlich weit weg sind und zum Glück auch niemanden daran hindern, ORPHANED LANDs alte wie neue Songs zu feiern und sich an Kobis nicht ganz einfachen Gesangslinien selbst zu versuchen. Ruck-zuck ist der offizielle Teil des Sets vorbei und das Kieler Publikum fordert Zugaben. Zwar nicht ohrenbetäubend laut, aber beharrlich. Und mit Erfolg, auch wenn die akustische Ballade in ihrer schmalzigen Schönheit, nach Angabe von Kobi und Yossi ein Liebeslied, das sie mit 16 Jahren geschrieben haben, vielleicht ein wenig kürzer hätte ausfallen dürfen. Geschmackssache halt, und auch der Rest der Band kommt noch einmal zurück und lässt die orientalische Metal-Nacht angemessen metallisch ausklingen.

Grim_Rieper

Autor: Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper] | 07.12.2011 | 15:51 Uhr
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