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Band(s):
Metalnews nach 'Panzerballett' durchsuchenPanzerballett
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Datum: 24.03.2011Stadt: Lübeck

Und täglich grüßt der Jazz-Metal und gelobt sei er dafür! Gaben sich die Herren von PANZERBALLETT bisher etwas scheu in Sachen Norddeutschland, so scheinen sie sich günstigerweise mittlerweile auch hier oben etabliert zu haben, denn nur ein halbes Jahr nach ihrem Auftritt in Hamburg beehren die Herren jetzt eine andere Hansestadt, nämlich Lübeck. Das alternative Zentrum treibsAND soll dieses Mal der Tagungsort für Anhänger verfrickelter Fusion-Soli und waghalsiger Rhythmus-Passagen sein und ein gut gefüllter Laden dankt es den Herren. Das Publikum ist abermals bunt gemischt und die Stimmung etwas unverkrampfter als beim letzten Konzert der Herren in Hamburg.




.:PANZERBALLETT:.
Ohne Support machen sich die Herren gleich ans Werk und holzen ohne großes Drumherum ihr Set nieder. Den Anfang nimmt das Konzert mit dem großartigen „Birdland“ und stimmt mit wildem Shredding auf das altgewohnte Etwas zwischen Metal und Jazz ein. Um kleine Neuerungen lassen sich die Herren dennoch nicht bringen. So wird ein Song mit Blues-Schema ebenso verjazzt und artet in weite Jamparts aus. Trotz ein paar gelegentlicher Schnitzer bleibt die Gruppe auf dem altbekannten sehr hohen technischen Niveau und neuere Stücke, die zum Besten gegeben werden [von denen mir leider sämtliche Namen wieder entfallen sind, was nicht wenig an der traditionell „avantgardistischen“ Namensgebung der Gruppe liegt] belegen immer wieder, dass Bandleader Jan Zehrfeld sein Kompositionsstudium nicht vergeudet hat. Sehr sympathisch wirkt besonders ein selbstparodierende „PANZERBALLETT shreds“-Einlage, in der die Bandmitglieder, ganz im Geiste der bekannten YouTube-Reihe, für einen längeren Moment vollkommen ihren professionellen Musikhintergrund über Bord werfen und sich lieber dem überzeichnet schlechten Nachspielen altbekannter Pop-Hits widmen. Schlagzeuger Sebastian Lanser zeigt sich sogar dermaßen vom „Thunderstruck“-Beat begeistert, dass er es bei den nachfolgenden Stücken ab und an nicht sein lassen kann einen Hauch schleppend scheppernder Kessel in die ansonsten glasklare Klangcollage zu integrieren.

Ein besonderes Schmankerl bietet auch bei diesem Konzert die Interaktion mit dem Publikum: Schon vor dem Konzert war die doch stark nach unten ausschlagende Alterskurve der Besucher auffällig. Die Erklärung bietet Jan mit wiederholten Grüßen an eine anwesende Schulklasse, die er immer wieder gerne in musiktheoretische Ausschweifungen verwickelt und sogar mit Noten der Gruppe versorgen möchte. Wieder mal bleibt nur Lob übrig: Hier wird noch der Nachwuchs gefördert und eine andere Seite des musikalischen Alltags aufgezeigt! Warum denn auch nicht? Gerade solche Gigs können zu Aha-Erlebnissen werden und das musikalische Interesse nachhaltig prägen. Man kann es nicht verdecken: Der Autor spricht aus Erfahrung. Eine Erfahrung, die man bei den fünf sympathischen Herren aus Süddeutschland und Österreich immer wieder gerne macht, zumindest als Musiker. Wie ein musikalisch nicht tätiger Freund von mir beim Konzert bestätigt, ist das angesprochene Publikum der Gruppe doch eher instrumental vorbelastet, woraus die Band auch einen Großteil ihrer Faszination bezieht. An solchen Abenden können sich Musiker daher glücklich schätzen.

Nach einem zweiteiligen Set soll es nun auch genug Jazz-Metal gewesen sein. Lübeck sagt dementsprechend Danke für die großartige Lehrstunde und hofft auf einen Nachschlag nicht allzu lange warten zu müssen.

John Gorerilla

Autor: Oleg Pronitschew [John Gorerilla] | 08.10.2011 | 17:37 Uhr
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