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Datum: 05.05.2005Stadt: Oslo





Im Zuge des neuen PARADISE LOST-Albums, das der Einfachheit halber schlichtweg „Paradise Lost“ betitelt wurde und somit den Kreis der einfallsreichen Namensgebungen (gab es doch auf dem Debutalbum „Lost Paradise” sowohl die Lieder „Paradise Lost” als auch „Lost Paradise”) schließt, sollten die Briten aus Yorkshire auch in Norwegens Metropole gastieren. Der Abend versprach interessant zu werden, befand sich doch mit ORPHANED LAND noch eine weitere hochkarätige Band mit im Tourtross, der von SOCIETY 1, die kürzlich ihr drittes Album „The Sound That Ends Creation“ über Earache veröffentlichten, abgerundet wurde.



Letztere sollten auch den Abend eröffnen, als sie um circa 21 Uhr die Bühne des angenehm großen, aber bisher nur halb gefüllten Rockefeller in der Osloer Innenstadt betraten und für eine gute halbe Stunde solide Mucke darbrachten, die sich grob im Rock-NuMetal-Core-Feld bewegte. Und da lag auch das Problem, denn genauso wie es mir schwer fiel, den Stil der Band halbwegs zu beschreiben (was ja oft ein Vorteil sein kann), so erschien es oft wie eine etwas verkrampfte Mischung, die etwas möglichst Eigenständiges und Originelles ergeben sollte, aber noch ziemlich weit davon entfernt war: Ein wenig MARILYN MANSON hier, ein bisschen SLIPKNOT da, hier und da ein paar Gothic-Einsprengsel. So bestand der Auftritt von SOCIETY 1 auch in erster Linie aus ihrer Show und ihrem Stageacting, an dem sich alle ausgiebig beteiligten: Vom kahlgeschorenen Hünen von Bassist, dem sicherlich niemand in einer dunklen Nacht in einer Nebenstraße über den Weg laufen möchte, zum rasta-bestückten Gitarristen (beide übernahmen auch Backing-Vocals) und zum Sänger Matt Zane mit arschlanger Matte, der mit freiem Oberkörper und nullkommanull Gramm Körperfett eher Posing betrieb (vielleicht eine Reminiszenz an seine eigentliche Berufung als Pornoproduzent) als sich gänzlich auf den Gesang zu konzentrieren, der von DANZIG-Anleihen bis zu Screams reichte.

Alles in allem also wirklich nicht schlecht und mit gutem und wuchtigem Sound präsentiert, aber irgendwie fehlte da noch eine ganze Menge zur Eigenständigkeit. Somit verabschiedete sich die Band mit sowohl tiefgründigem Statement als auch eventueller Lebensphilosophie: „Never stop fucking!” – so kann man’s auch sehen…



Nach einer unglaublich kurzen Umbaupause von nur zehn(!) Minuten war es dann um 21:40 Uhr Zeit für den Auftritt von ORPHANED LAND. Lange hatte ich mich auf die Präsentation des aktuellen Meisterwerks „Mabool” gefreut. Hierbei handelt es sich um ein Konzeptalbum über die Sintflut und die drei Religionen Christentum, Judentum und Islam. Und das Sextett aus Israel schaffte es auch problemlos, die Erwartungen zu erfüllen. Als Sänger Kobi in traditionellem Gewand auf die Bühne kam und wohl nicht nur mich an Monty Pythons göttlichen Filmklassiker „Das Leben des Brian” erinnerte, füllte sich der Raum vor der Bühne augenblicklich. Die Band ließ vom ersten Moment an nichts anbrennen, und auch wenn es irgendwie befremdlich war, ihre Musik mit erheblichem Orienteinschlag zu hören und das norwegische Publikum dazu mitwippen zu sehen, so funktionierte dieser Kontrast unglaublich gut. Die Musik der Band ist ja ohnehin schwer zu kategorisieren, tauchen doch eine Vielzahl unterschiedlicher Einflüsse auf; von orientalischer Folklore und Adaptionen traditioneller israelischer Lieder bis zu Death Metal und etlichen progressiven Anleihen (vor allen bei den Keyboards), die aber nach anfänglicher Verwirrung schlüssig und sinnvoll sind, wenn man der Musik ein wenig Zeit gibt und prinzipiell für solche Experimente und „Blicke über den Tellerrand“ zu haben ist.





Gut aufeinander eingespielt und mit kurzen, aber immer sympathischen und ehrlichen Ansagen („Na, ihr habt bestimmt noch keine Band aus dem Nahen Osten gesehen, hm?”) zeigte die gesamte Band eine sehr hohe Spielfreude, sodass die Dreiviertelstunde leider viel zu schnell verging. Geboten wurde ein Set, das sich hauptsächlich auf „Mabool“ („Nora El Nora“, „Ocean Land“, „The Kiss Of Babylon“, beispielsweise) stützte, aber auch einige geschickt eingeflochtene ältere Lieder und Instrumentalstücke bot. Lediglich beim Sound gab es gelegentlich Probleme, die etlichen Nuancen der nahezu perfekten Produktion des letzten Albums auch live so abzumischen, dass alles wiedererkennbar war. Dies ist aber auch kein Wunder bei sowohl Keyboard-, verzerrten und akustischen Gitarrenparts als auch mehrstimmigem und klarem Gesang sowie Grunts und Backingvocals. Der Mischer hatte jedenfalls einiges zu tun, seine Aufgabe aber im Laufe des Auftritts immer besser im Griff. Ohne Frage war der Auftritt von ORPHANED LAND fantastisch und nur schwer zu überbieten.



Nach einem Gang zur Bar und einer halbstündigen Umbaupause hatte sich das Rockefeller sehr gut gefüllt, sodass klar wurde, welche Band die Norweger am meisten interessierte. Kurz vor Beginn erschallten die ersten Rufe und Anfeuerungen für PARADISE LOST. Stimmungsvoll waren auf der Bühne zwei Banner mit dem von der „Icon“-Scheibe bekannten verschnörkelten PARADISE LOST-Symbol vor den Verstärkern aufgestellt worden, während sich über dem Schlagzeug eine große Leinwand mit dem sehr gelungenen und düsteren Artwork der aktuellen CD befand, das abwechselnd in verschiedenen Farben angestrahlt wurde und somit immer wieder neue Stimmungen hervorrief und die Band optisch hervorragend unterstützte.

Los ging es dann auch erwartungsgemäß mit dem Opener der neuen CD, „Don’t Belong”, der die Menge zum Kochen brachte. An dieser Stelle mein Beileid an den Mischer, dem wohl das Herz in die Hose rutschte, als nach ungefähr zwei Minuten ein halbvoller Bierbecher in Richtung Mischpult gesegelt kam, auf dem Pult aufprallte und sich zumindest teilweise darüber ergoss. Panik. Erste Versuche, die Flüssigkeit mit T-Shirts und Papier zu trocknen, um das vorzeitige Ende des Konzertes zu verhindern. Zum Glück konnte dieser Super-GAU aber abgewendet werden, sodass wohl die wenigsten etwas davon mitbekamen. Im Laufe der Show sollte sich allerdings zeigen, dass das Mischpult wohl doch nicht unbeschadet davon gekommen war, da die Band gerade im zweiten Drittel leider mit extremen Soundproblemen zu kämpfen hatte (sodass auf einmal fast nur die Bassdrum oder nur die Sologitarre zu hören war, während der Gesang komplett unterging), die dem etwas verzweifelten Mischer alles abverlangten. Dieser erntete auch einige fragende Blicke der umstehenden Fans, aber war in diesem Augenblick wohl selbst mehr als machtlos und versuchte zu retten, was zu retten war.



Begleitet von den üblichen lakonischen und von britischem Humor getränkten Ansagen Nick Holmes’ (ein leerer Bierbecher segelt auf die Bühne, wird von Nick aufgehoben und mit einem trockenen und fast gelangweilten „I shall keep this forever as a memento of my trip to Oslo.” kommentiert) zockte die gut aufeinander eingespielte Band routiniert „Grey”, das viel umjubelte „True Belief” und „Erased”, bevor es mit dem neuen Stück „Red Shift” weiterging. Danach folgte „Mystify” vom Vorgängeralbum „Symbol Of Life” und das mit einem Augenzwinkern angekündigte und kurzzeitig für Verwirrung sorgende „So Much Is Lost” vom wohl von vielen Fans verhassten „Host”-Album („This is a song from our one and only Black Metal album.”). Daraufhin ging es mit „Symbol Of Life”, „Accept The Pain” und „No Celebration”, das schön wuchtig aus den Boxen schallte, weiter.

Ich bin mir nicht sicher, wie lange die Band sich schon auf Tour befand, allerdings bekam ich mehr und mehr das Gefühl, dass sich hier schon sehr die Routine, im negativen Sinne, eingeschlichen hatte, da einzig und allein der neue Drummer wirklich mit Energie dabei war und in den Pausen immer wieder aufsprang und die Leute anfeuerte, während der Rest eher auf Autopilot geschaltet hatte. Gregor Mackintosh schien ganz weit weg zu sein und stand etwas abseits vom Geschehen am linken Bühnenrand, während Aaron für meinen Geschmack ein wenig zu viel herumhampelte und Posing betrieb. Bassist Stephen hielt sich eher ruhig und schüchtern im Hintergrund, während mein Hauptkritikpunkt Nick Holmes war, der an diesem Abend erschreckend wenig Charisma an den Tag legte, vor allen Dingen gesanglich sehr dünn klang und zumindest mich überhaupt nicht überzeugte. Leider, denn ich hatte ihn eigentlich immer als sehr konstanten und überzeugenden Sänger in Erinnerung; vielleicht war er auch gerade an diesem Abend nicht fit, kann ja mal passieren. Ich hatte PARADISE LOST das letzte Mal vor zehn Jahren im Zuge der Headlinertour zu „Draconian Times” gesehen, davor noch als Support von Sepultura zu „Chaos AD“-Zeiten, und sowohl ihn als auch den Rest der Band als deutlich agiler und überzeugender in Erinnerung.





Wirklich schade, denn somit sprang der Funke bei mir nicht über und auch wenn das Publikum die Band bejubelte, so war keiner völlig aus dem Häuschen. Irgendwie erschien alles ziemlich heruntergespult und rauschte an einem vorbei. Und das, obwohl ich das neue Album gut finde (und nicht alles nach „Gothic“ prinzipiell schlecht fand), auch wenn ich darauf keinen Song finde, der wirklich etwas Neues bietet und den überraschten Aha-Effekt mit sind bringt. Solide und eingängige Stücke (ich habe „Red Shift“ immer noch im Kopf) befinden sich aber nichtsdestotrotz auf dem neuesten Output der Band, doch gerade das 3 1/2-Minuten Single-Format fast sämtlicher Songs sorgte recht schnell für Eintönigkeit und Ermüdung.

Nach „No Celebration” folgten noch „For All You Leave Behind”, der frenetisch bejubelte, aber etwas schwachbrüstig präsentierte Klassiker „As I Die” vom Götteralbum „Shades Of God”, „Shine”, „Shadowkings” und „Close Your Eyes”, bevor mit „One Second” das Titelstück des „Draconian Times“-Nachfolgers inklusive Intro ausgepackt wurde und somit auch die Spielzeit auf ein für einen Headliner völlig akzeptables Niveau brachte.






Alles in allem also ein guter, aber routinierter und wenig spektakulärer, geradezu durchschnittlicher Auftritt einer meiner früheren Lieblingsbands, der mich nicht gänzlich überzeugte. Keine der Combos war schlecht, für mich allerdings waren ORPHANED LAND der klare Gewinner des Abends, da sie mit Einfallsreichtum und Spielfreude geschlossen als Band auftraten und der Funke sehr wohl übersprang. Und spätestens beim Konzert von ISIS, JESU und LOGH zwei Tage später zeigte sich, dass auch alle drei Bands völlig überzeugen und „value for money” bieten können.

[Leser] Alexander Eitner

Autor: Sebastian König [sk] | 12.05.2005 | 19:50 Uhr
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