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Datum: 31.03.2012Stadt: Wörgl





Bei zynischer Betrachtung könnte man den Damen und Herren von „Rock The Nation“ inzwischen wohl eine gewisse Monopolstellung vorwerfen, wenn es um die Präsentation hochkarätiger Tour-Pakete geht – für den Fan zählt jedoch das Endprodukt und da gibt es auch auf der gerade gestarteten „Wolfsnächte“ Tour keinen Anlass zur Kritik: Was sich anhört wie eine Pagan Metal-Veranstaltung aus dem Bilderbuch bietet in Wirklichkeit Heavy Metal satt, denn mit POWERWOLF als Headliner und sowohl MYSTIC PROPHECY als auch STORMWARRIOR im Support sind gleich drei Größen der melodischen Härte gemeinsam unterwegs – hinzu kommen noch die vergleichsweise unbekannten Franzosen LONEWOLF und schon wird ein Schuh draus. Wir hatten das große Vergnügen, die „Wolfsnächte“-Tour bereits am zweiten Abend erleben zu können, welcher im gut gefüllten „Komma“ im österreichischen Wörgl stattfand.






.: LONEWOLF :.
Die Mannen aus dem französischen Claix sind jetzt auch schon seit 20 Jahren dabei und haben mit „Army Of The Damned“ gerade ein neues Album veröffentlicht, welches sie auf der „Wolfsnächte“-Tour nun fleißig promoten. Pünktlich um 18:45 geht es los und wie so oft im „Komma“ ist der Sound auch heute von der ersten Minute an wieder glasklar und bestens ausgesteuert. Musikalisch bieten LONEWOLF recht zügigen Heavy Metal mit Eiern, wobei die Truppe zwar nicht unbedingt das Rad neu erfindet, aber dafür durch viel Spielfreude überzeugt und somit den etwa halbvollen Club schon ziemlich gut anheizen kann – die True Metal-Brigade in den ersten beiden Reihen lässt sich nach wenigen Songs gar zum eifrigen Fäusteschwingen und „Hey, Hey!“-Gebrüll animierten. Sympathisch: Frontmann Jens Börner spricht fließend und nahezu akzentfrei Deutsch und tut sich durch allerhand kumpelhafte Ansagen hervor. Obendrein bringen die Franzosen zum Abschluss noch ein überaus gelungenes Cover des RUNNING WILD-Klassikers „Under Jolly Roger“, das bestens ins Programm passt, weil die Band ohnehin ab der ersten Minute stark an die Hanseaten erinnert.

Lonewolf
Warrior Priest
Viktoria
Army Of The Damned
S.P.Q.R.
Made In Hell
Under Jolly Roger [RUNNING WILD-Cover]






.: STORMWARRIOR :.
Haben die Franzosen das Feld geräumt, darf man sich zunächst auf satte 25 Minuten Umbaupause einstellen, doch dann entschädigen die norddeutschen STORMWARRIOR augenblicklich für alle etwaigen Unannehmlichkeiten: Während die bereits angesprochenen technischen Voraussetzungen im „Komma“ den filigranen Doppelgitarren-Sound der Hamburger bestens zur Geltung bringen tun, sich STORMWARRIOR obendrein durch ein Übermaß an Spielfreude hervor und Frontmann Lars Ramcke sammelt während seiner Ansagen mit hanseatischem Charme fleißig Sympathie-Punkte. Zwar haben auch die Jungs von der Waterkant nur eine halbe Stunde Bühnenzeit, aus der holen sie allerdings das Beste raus, wobei sich die Setlist vornehmlich aus Material der letzten beiden Alben zusammensetzt – dem inzwischen weitaus zahlreicher erschienenen Publikum gefällt’s bestens und so werden insbesondere Nummern wie „Heathen Warrior“ und „Heading Northe“ eifrig abgefeiert. Zum Abschluss gibt es noch ein Medley aus dem unverzichtbaren „Heavy Metal Fire“ und „Iron Prayers“ und dann müssen STORMWARRIOR auch schon die Bühne für die nächste Band frei machen.

Iron Gods
Fyre & Ice
Heathen Warrior
Ragnarök
Metal Legacy
Heading Northe
Medley: Heavy Metal Fire/Iron Prayers






.: MYSTIC PROPHECY :.
Die deutsch-griechische Power Metal-Gemeinschaft braucht deutlich weniger Zeit, um sich bühnenfertig zu machen, wobei hier auffällt, dass die Herren nahezu keinerlei Roadies haben und ihr Equipment selber aufbauen müssen – das ist Rock ’n’ Roll. Mit ihrem thrashigen Power Metal sind MYSTIC PROPHECY eindeutig die härteste Band des Abends und da das Publikum nach zwei Bands auch bereits Betriebstemperatur erreicht hat, kommt das melodische Gebolze der Herren auch ziemlich gut an. Sänger R.D. Liapakis macht nicht nur stimmlich einen guten Job, sondern tut sich obendrein durch zwar etwas aufgesetzte aber doch allemal witzige Ansagen hervor. Leider gibt etwa zur Mitte des Sets Gitarrist Markus Pohls Gitarrenbox den Geist auf – das wird von der Band zwar mittels entsprechender Witze absolut professionell überspielt und Pohls Kollege Constantine leistet auch als alleiniger Axtmann ganz hervorragende Arbeit, allerdings wird die Freude bei Brettern wie „Die Now“ etwas getrübt, weil nun eben eine Hälfte der Gitarrenwand fehlt. Zwei Songs vor Schluss ist das Problem allerdings behoben, weshalb MYSTIC PROPHECY ihren Auftritt in voller Mannschaftsstärke beenden können und urteilt man nach der Publikumsreaktion, darf die Truppe den Abend ohnehin als Erfolg verbuchen.

Eyes Of The Devil
Savage Souls
Dark Forces
Sacrifice Me
Endless Fire
Ravenlord
Hollow
Die Now
Wings Of Destiny
To The Devil I Pray
Evil Empires






.: POWERWOLF :.
Obwohl die Requisiten der Gastgeber bereits den ganzen Abend über zu sehen waren, wird die Bühne vor dem Auftritt der Saarländer des Effektes halber mit einem schwarzen Vorhang verhüllt. Nach einer absolut humanen Unterbrechung von einer knappen Viertelstunde wird es mit POWERWOLF Zeit für den optisch beeindruckendsten Auftritt des heutigen Abends: Dass eine Band wie POWERWOLF zu einem beträchtlichen Teil von ihrem Auftreten lebt, dürfte von vornherein klar sein und so posen die Herren was das Zeug hält, wobei sich insbesondere die beiden Gitarristen Charles und Matthew Greywolf durch geradezu inflationäres Grimassieren hervor tun und selbst Keyboarder Schlegel kommt stets zum eifrigen Posieren an den Bühnenrand, wenn er gerade nichts zu tun hat. Ernst nehmen kann man das freilich nicht und affig ist das obendrein, allerdings gehen POWERWOLF selbst mit derart offensichtlichem Augenzwinkern zuwerke, dass man den Auftritt der Saarländer schnell als den Klamauk entlarven kann, der er eben ist. Zwischen den Songs erntet Frontmann Attila Dorn, der seinen rumänischen Akzent sympathisch kultiviert, durch allerhand Witze und charmante Moderation etliche Lacher und sorgt so im „Komma“ für nette Kabaret-Stimmung. Musikalisch wie in Sachen Sound sind POWERWOLF dabei ohnehin über jeden Zweifel erhaben, weshalb es kein Wunder ist, dass die Herren nach dem eigentlich letzen Song „Lupus Dei“ noch für eine Zugabe auf die Bühne gejubelt werden, weshalb ihre Position als Headliner absolut gerechtfertigt ist.

Sanctified With Dynamite
Prayer In The Dark
Catholic In The Morning...
We Drink Your Blood
All We Need Is Blood
Dead Boys Don't Cry
Werewolves Of Armenia
Drumsolo
Raise Your Fist, Evangelist
Resurrection By Erection
Saturday Satan
Lupus Dei

Satans Day
Moscow After Dark
In Blood We Trust


Wie bereits in der Einleitung angesprochen haben „Rock The Nation“ nun mal ein Händchen für die Organisation effektiver Touren und „Wolfsnächte“ macht hier keine Ausnahme. Für knappe 20 Euro bekommt der Fan gepflegter Härte hier vier Bands zu sehen, die stilistisch bestens zueinander passen und glücklicherweise alles andere als überrepräsentiert sind, weshalb man diese Chance auf einen Auftritt der Beteiligten unbedingt nutzen sollte. Unterm Strich ist die „Wolfsnächte“-Tour also eine durchweg gelungene Angelegenheit, die kein Headbanger verpassen sollte.

Metalviech

Autor: Thomas Meyns [Metalviech] | 03.04.2012 | 10:23 Uhr
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