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Datum: 26.02.2010Stadt: Gerolzhofen

Nicht erst seit Dokumentarfilmen wie „Heavy Metal auf dem Lande“ dürfte hinlänglich bekannt sein, dass Metal vornehmlich in ruraler Umgebung wächst und gedeiht bzw. seine treuesten Anhänger hat.
Nicht zuletzt auch diesem Umstand dürfte das Gastspiel des deutschen Thrash Metal-Urgesteins von SODOM im beschaulichen Gerolzhofen zu verdanken sein.


.:AGATHODAIMON:.
Beim Betreten des Venues befinden sich AGATHODAIMON bereits gegen Ende ihres Sets, das allerdings vor quasi leerer Halle stattfinden muss, denn gerade mal die ersten anderthalb Reihen vor der Bühne [bzw. dem gigantesken Fotograben] sind mit sporadisch bangenden Zuschauern besetzt.
Das scheint die Mainzer Dark Metaller, die nach den diversen Line-Up-Wechseln und musikalischer Umorientierung in den letzten Jahren nunmehr wie eine Mischung aus MOONSPELL und SAMAEL klingen, verständlicherweise zwar nicht unbedingt zu begeistern, aber mittlerweile dürften AGATHODAIMON zu lange im Business mitmischen, um sich davon noch aus dem Konzept bringen zu lassen. Also spielt sich die Band, wenn schon nicht umjubelt, dann wenigstens professionell, u.a. durch „Serpent's Embrace“ von 2004 oder „Alone In The Dark“ vom gleichnamigen Filmsoundtrack bzw. dem letztjährigen Output „Phoenix“, wobei sich insbesondere der aktuelle Sänger Chris alias „Ashtrael“ trotz seines Rock'n'Roll-Looks mit Zigarette und gegreasten Haaren, dafür aber kraftvollem Nick Holmes-Timbre, durchaus achtbar aus der Affäre zu ziehen weiß.


.:HATRED:.
Bei den Lokalmatadoren von HATRED schaut die Sache dann schon etwas freundlicher aus, denn auch wenn es bei den Thrashern aus dem benachbarten Schweinfurt vor der Bühne nicht gerade überfüllt zugeht, so finden sich doch immerhin einige Mosher und Headbanger zu ihrem Gig ein.
Die Band ist jedenfalls motiviert bis in die splissigen Haarspitzen und so shreddet und schädelt sich der Fünfer u.a. durch seinen Demo-Klassiker „Metal Massacre“, ein leidlich gelungenes PANTERA-Cover von „Fucking Hostile“ oder das brandneue „Moshpit Ritual“. Shouter Matthias stachelt sein spärliches, aber bemühtes Publikum unentwegt an und bangt sich selbst hingebungsvoll den Buckel krumm.
Mit „Madhouse Symphonies“ und „Resurrection“ gibt es noch mehr vom zweiten HATRED-Album von 2008 in schönster Old School-Bay Area Thrash-Tradition, bevor das kultige „[We Are The] Mosh Crew“ als Zugabe einen durchwegs unterhaltsamen Auftritt ausklingen lässt.


.:SODOM:.
Erst als Tom Angelripper [im schmucken Oktoberfest-Shirt] und seine beiden Mitstreiter im Zeichen des minimalistischen Malocher-Thrash Metals schließlich die Bretter entern und ihr Set routiniert mit „Napalm In The Morning“ einläuten, hat sich die unterfränkische Landjugend scheinbar endlich die nötige Begeisterungsfähigkeit angetrunken und die Halle füllt sich zusehens.

Mit dem Evergreen „Outbreak Of Evil“, von ihrer Debüt-EP von 1984, wird nachgelegt und mit „Der Wachtturm“ packen SODOM auch schon ihren ersten deutschsprachigen Beitrag zum heutigen Abendprogramm aus. Tom, Bernemann und Bobby sind ganz offenbar guter Dinge, denn vor dem grandiosen „The Saw Is The Law“ gibt es als Intro das launige THE TRASHMEN-Cover „Surfin' Bird“ [von „M-16“] und hinterdrein gleich noch ihre Version des allseits beliebten MOTÖRHEAD-Knallers „Iron Fist“.

Das immer noch „aktuelle“, selbstbetitelte Album von 2006 wird mit „Axis Of Evil“ und „City Of God“ bedacht, bevor mit „Obsessed By Cruelty“, „Agent Orange“ und „Witching Metal“ in Gerolzhofen schon wieder Klassikeralarm angesagt ist. Zwischendurch wird Onkel Tom noch dazu angehalten, nun alle Minderjährigen zum zeitgerechten Verlassen der Lokalität aufzufordern, ehe es mit zwei weiteren deutschsprachigen SODOM-Standards, nämlich „Ausgebombt“ und „Die stumme Ursel“, weitergehen kann.
„Blasphemer“ bietet noch mehr Uraltware, der UDO JÜRGENS-on-Thrash-Hit „Aber bitte mit Sahne“ und „M-16“ sorgen zum guten Schluss nochmal für Bewegung im Moshpit.
Nach der obligatorischen Künstlerpause lassen sich SODOM nicht allzu lange bitten und fordern mit „Remember The Fallen“ und „Bombenhagel“ nochmal das Letzte von sich und ihrem endgültig mustergültig euphorisierten Auditorium. Na bitte, geht doch...!




Setlist SODOM:

Napalm In The Morning
Outbreak Of Evil
Der Wachtturm
Surfin' Bird/The Saw Is The Law
Iron Fist
Axis Of Evil
Obsessed By Cruelty
Agent Orange
Witching Metal
City Of God
Ausgebombt
Die stumme Ursel
Blasphemer
Aber bitte mit Sahne
M-16
-------------
Remember The Fallen
Bombenhagel

dkay

Autor: Dirk Konz [dkay] | 27.02.2010 | 23:05 Uhr
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