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Datum: 25.01.2014Stadt: München

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So sehr Metal in all seinen Facetten internationale Musik ist, so sehr stehen Bands aus der nördlichen Hemisphäre und dem westlichen Kulturkreis hierzulande zumeist im Fokus. Ausnahmen bestätigen die Regel, schon klar. Mit der Existenz einer japanischen Metalszene kann man natürlich keinen Headbanger mehr überraschen, dass AMON AMARTH ihre Karriere bei einer Plattenfirma aus Singapur starteten kann man bei hinreichender Metal-Nerdigkeit auch wissen und dass Bands wie MELECHESH und ORPHANED LAND orientalische Elemente in ihrer Musik nutzen, hat ihnen nicht nur einen Exotenbonus sondern internationale Aufmerksamkeit beschert.

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Zu Ägypten hingegen fällt sicherlich den wenigsten gleich Musik ein, weniger noch Metal. Eine ägyptische Szene gibt es trotzdem seit den frühen 90ern. Es gab sie lange vor der arabischen Revolution und sie hatte es nie leicht. Religiösen Autoritäten galt die Musik nur zu oft als Teufelszeug, konservativen Kräften als westlich und dekadent – Vorbehalte, die sich nach Belieben kombinieren ließen. Nach einer Medienkampagne mit haarsträubenden und, wie sich bald herausstellt, völlig abwegigen Vorwürfen gegen Metalfans kommt es Ende der 90er zu einer großangelegten Polizeiaktion gegen die örtliche Szene. Über hundert ägyptische Metalheads und Musiker werden festgenommen und verbringen teilweise mehrere Wochen im Gefängnis. Die Vorwürfe [Teufelsanbetung, Drogenkonsum, Sexorgien, Katzen das Fell über die Ohren ziehen] sind frei erfunden. Verurteilt wird niemand, doch fortan findet Metal am Nil einige Jahre nur noch im tiefsten Untergrund statt, aus dem sich die ägyptischen Metalheads seit den 00er Jahren aber wieder verstärkt hervorwagen. Die Revolution von 2011 hat einige Karten neu gemischt. Die neuen Medien haben es zudem einfacher gemacht, Musik zu verbreiten und auf Gerüchte wie die aus den 90ern zu reagieren. Als ein Anwalt der Muslimbruderschaft Ende 2012 mit ähnlichen Vorwürfen wie denen von 1997 Anklage erhebt, bleibt eine vergleichbare „Moral Panic“-Reaktion aus. Der Anwalt zieht seine Vorwürfe nach einem öffentlichen Tadel durch die Muslimbrüder zurück, keines der im Kairoer Kulturzentrum „El Sawy Culture Wheel“ geplanten Konzerte wird abgesagt.

Gleichwohl ist die ägyptische Szene noch klein, auf wenige Auftrittsorte beschränkt, auf Kairo und Alexandria konzentriert und damit sehr verwundbar. Hinzu kommt, dass ägyptischer Metal im Ausland weitgehend unbekannt ist. Wenige Bands haben bisher die Möglichkeit gehabt, vor internationalem Publikum aufzutreten. Ein Festival in Deutschland soll helfen, das zu ändern. Ziel des „Solidarity Egyptian Festival“ ist es, ein Bewusstsein für die Situation in Kairo zu schaffen, Begegnungen zwischen ägyptischen und deutschen Künstlern zu ermöglichen und für kulturellen Austausch zu sorgen. Und natürlich dem hiesigen Publikum Heavy Metal made in Egypt auf die Ohren zu geben, denn im Mittelpunkt des Festivals soll die Musik stehen. Damit es stattfinden kann, ist eure Unterstützung gefragt. Über die Crowdfunding-Plattform Startnext werden derzeit Spenden gesammelt – der Eintritt ins Münchener Backstage soll im Januar 2014 kostenlos bleiben. Näheres zu den Hintergründen gibt es unter anderem im Interview mit der Initiatorin des „Solidarity Egyptian Festival“, Monika Bremer von der Agentur Govad.

Um das ganze weniger abstrakt zu halten und euch einen kleinen Vorgeschmack bzw. Ausschnitt der ägyptischen Rock- und Metalszene zu geben: Hier sind die Bands, die sich für das Festival beworben haben!




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Die Idee und das Konzept zu AHL SINA hatte Bandgründer Moustafa Troll im Jahr 2009. Fakten und Geschichten zur Enstehung der Erde sowie der Traum vom friedlichen Miteinander aller Menschen bilden die Themen für das erste Album „Troops Of Pain“. Bei der Suche nach geeigneten Mitmusikern trifft Troll seinen Bekannten Mohamed Shung von BEYOND EAST, mit dem zusammen er weitere Mitstreiter für AHL SINA und seine Vision von orientalischem Metal sammelt. Neben der klassischen Metalbesetzung finden sich in der nunmehr zehnköpfigen Band drei Sänger verschiedener Stile, einer Perkussionist sowie mit Ahmed El Eskandarany ein Experte für die Nay genannte traditionelle Längsflöte.




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In Alexandria versucht die junge Gitarristin und Sängerin Sherine Amr, eine Band zu gründen. Das erweist sich als nicht ganz einfach, zumal Amrs Familie auf einer rein weiblichen Bandbesetzung besteht. Als Sherine 2005 auf die Violinistin Nancy Mounir trifft, ist trotz unterschiedlicher musikalischer Hintergründe der harte Kern von MASSIVE SCAR ERA beisammen. Die Band, die ihren Namen MASCARA abkürzt, geht unbeirrt ihren Weg. Zunächst dominiert Metalcore den Sound der Band, im Lauf der Zeit finden aber auch zunehmend Folkeinflüsse ihren Weg in die Musik – ebenso wie männliche Musiker, denn Sherine und Nancy lassen sich nach einiger Zeit nicht mehr vorschreiben, wer in der Band spielen darf. Der Erfolg gibt ihnen Recht, sodass MASSIVE SCAR ERA als eine von wenigen ägyptischen Metalbands im Ausland herumkommen – unter anderem in Schweden, den USA und Deutschland.




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Die Geschichte von ANARCHY beginnt im Herbst 2008 in der ägyptischen Hauptstadt, als sich ein paar befreundete Metalheads zusammenrotten um eine Band zu gründen. Für den Bandnamen entscheiden sich die fünf Musiker, weil er zu den Songstrukturen und den persönlichen Ansichten der Mitglieder passt. Musikalisch stehen unter anderem Bands wie OPETH, DREAM THEATER und LAMB OF GOD Pate. Ausufernde, abwechslungsreiche Songs sind nach dem Geschmack von ANARCHY, die sich seit ihrem ersten Auftritt 2011 einen Namen in der ägyptischen Szene machen. Ihr erstes Album „Scriptorium“ hat die Band in Eigenregie produziert und im März 2013 veröffentlicht. Nach etlichen Auftritten in Ägypten sind ANARCHY nun im Begriff, sich außerhalb des Landes Gehör zu verschaffen – für diesen Juli ist eine Tour in Südafrika geplant.




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Einschränken will sie sich nicht, die mittlerweile siebenköpfige Metalformation ORIGIN. Gegründet von Gitarrist und Texter Sherif Tarek bezeichnet sich die Kairoer Formation als Avant Garde und will sich die Freiheit nicht nehmen lassen, in ihre Kompositionen alles einfließen zu lassen, was ihnen gefällt. Das sind auf der aktuellen EP „Origin“ vor allem viele traditionelle ägyptische Klänge, die ihren ganz eigenen Stellenwert neben den verzerrten Gitarren haben. Religionsphilosophische Themen und Fragen nach der eigenen Existenz inspirieren ORIGIN zu ihren langen, komplexen Songs – zu denen man allerdings auch einfach tanzen oder moshenkann, wenn man nicht grübeln möchte.




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Wie die meisten ägyptischen Metalformationen stammen auch die 2006 gegründeten DESTINY IN CHAINS aus der Landeshauptstadt Kairo. Inspiriert von unter anderem amerikanischen Bands wie LAMB OF GOD und AS I LAY DYING begannen DESTINY IN CHAINS damit, eigene Songs zu schreiben, ohne gelegentliche Coverversionen der Vorbilder oder auch von BULLET FOR MY VALENTINE und SOILWORK zu verschmähen. Die ersten sechs Stücke der Band wurden zunächst jedoch nicht veröffentlicht. Lediglich zwei schafften es später auf die EP „DemoniZed“. Die Ägypter lassen sich von Geldsorgen nicht unterkriegen und feilen weiterhin an ihrem Sound, Experimente mit dem Soundtrack von „Resident Evil“ eingeschlossen. Die 2008 erschienene EP „I Have Waited My Whole Life [For A Girl Like You]“ zeigt das Quintett noch von einer recht melodischen Seite, auf der aktuellen Kurzveröffentlichung „Last Forever“ geht es um einiges härter zu.




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DARWASHA PROJECT sind ein noch junges Unterfangen. Erst im Januar 2012 versammelt der Gitarrist und Oud-Spieler Mohamed Darwish einige Freunde, um die Band aus der Taufe zu heben. Progressive Klänge wie OPETH und PORCUPINE TREE stehen ebenso auf der Favoritenliste wie eine ganze Palette zeitgenössischer orientalischer Künstler und Musiktheater. DARWASHA PROJECT gehen mit ihrer Fusion aus arabischen Klängen, Progrock und Elektro absolut keinen geradlinigen, aber einen musikalisch sehr interessanten Weg.




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Am Anfang ist man in der Regel Fan. Das gilt auch für Chadi Ashraf, dessen Liebe dem Power Metal gilt. Den nächsten Schritt macht der Gitarrist 2006 mit der Gründung von VARDEN, zunächst gemeinsam mit Sänger Ayman Aziz. Sängerin Malak El Masry, Gitarrist Hussein, Keyboarder Karim , Basser Mohamed und Schlagzeuger Michel vervollständigen die Besetzung der Kairoer Band. Den Namen liefert eine fiktive Rebellengruppe aus der „Eragon“-Fantasyreihe von Christopher Paolini, RHAPSODY, DARK MOOR, KAMELOT, SYMPHONY X und NIGHTWISH dienen als Inspiration für den symphonischen Power Metal VARDENs.




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Wenn SIMPLEXITY von sich behaupten, innerhalb der Band sehr breit gefächerte Geschmäcker zu haben, ist das natürlich eigentlich eine Art Standardfloskel wie man sie öfter mal hört – gleichzeitig aber auch potentieller Keim für Streitigkeiten in einer Band. Umso mehr, wenn es um Progressive Rock mit psychedelischer Ader geht und musikalische Ernsthaftigkeit damit quasi vorprogrammiert ist. Glücklicherweise hat sich die zunächst von Gitarrist Omar El-Deeb und Keyboarder Hatem Ghaleb gegründete und 2007 um die Rhythmussektion bestehend aus Basser Noor Ayman und Schlagzeuger Aly Hassab El Naby verstärkte Truppe sich musikalisch gut einigen können. Gemeinsamer Nenner für den SIMPLEXITY-Sound sind unter anderem CAMEL, PINK FLOYD, OCEANSIZE, SIGUR RÓS und OPETH. Ihre erste EP „Click To Start“ ist seit Juli 2011 über iTunes erhältlich.




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Ein Wyvern ist ein zweifüßiger Drache mit Flügeln und oft schlangenähnlichem Hinterteil, der beispielsweise das Wappen des Königreichs Wessex ziert. WYVERN ist auch der Name, den die befreundeten Metalheads Hameed und Marwan 2003 ihrer Band geben. Zunächst stehen Coversongs von METALLICA, SLAYER und IRON MAIDEN auf dem Programm, bald beginnt die Band jedoch mit dem Schreiben eigener Stücke und ist nach den großangelegten Polizeiaktionen gegen Metalheads 1997 die erste Metalband, die auf einem öffentlichen Festival auftritt. Ihr 2009 veröffentlichtes Album „The Clown“ zeigt WYVERN ganz in der Tradition von klassischem und Thrash Metal, obwohl ihre ägyptische Herkunft gerade in den längeren Songs immer wieder durchscheint. Der Nachfolger ist für 2013 geplant.




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SCARAB wurden 2006 in Kairo gegründet – wobei Gründung es vielleicht sogar weniger trifft als eine Neuorientierung und ein Namenswechsel. Die fünf Mitglieder Al-Sherif Marzeban [Gitarre], Mohamed „Bombest“ El Sherbieny [Bass], Tarek Amr [Gitarre] Hatem El Akkad [Schlagzeug] und Sammy Sayed [Gesang] versuchen sich seit 2001 unter dem Namen HATE SUFFOCATION an progressivem Death Metal und später an Deathgrind. Anno 2006 wird die Band umgetauft und der ZATREON-Keyboarder Sherif Adel kommt mit an Bord. Mit der Umbenennung zu SCARAB bezieht sich die Band stärker auf ihre ägyptischen Wurzeln, denn der Skarabäus war den alten Ägyptern heilig. Dass die Kairoer musikalisch wuchtigem Death Metal fröhnen steht dazu nicht unbedingt im Widerspruch. Wie die 1999er Fassung von „Die Mumie“ beweist, können die possierlichen Käfer auch in Sachen Death Metal-kompatibler Brutalität einiges hermachen. SCARAB haben mit ihrem Erstling „Blinding The Masses“ nicht nur Osmose Productions von sich überzeugen, sondern auch auch international auf sich aufmerksam machen können. Auftritte auf dem Dubai Desert Rock und dem With Full Force folgen. Für 2013 steht neben einem Auftritt auf dem britischen Bloodstock Open Air [u.a. mit SLAYER, ACCEPT, LAMB OF GOD und KING DIAMOND] auch das zweite Album „Serpents Of The Nile“ an.




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Das Konzept von SAND AURA beruht auf dem Gedanken, dass wir alle Menschen sind. Damit und mit ihrer Friedensbotschaft teilen sich die seit 2007 aktiven SAND AURA nicht nur einen wichtigen Grundsatz mit ihren Landsleuten AHL SINA – Gitarrist Shung ist auch hier aktiv. Auch von SAND AURA gibt es Metal mit progressivem Anspruch und starkem Einfluss orientalischer Melodien – allerdings geht es bei ihnen teilweise wesentlich härter zu, sodass letztlich keine Verwechslungsgefahr besteht. Auf dem 2012 via Haarbn Productions veröffentlichten Erstling „Elegy Of The Orient“ zeigt sich die Band aus Kairo stolz auf ihre Wurzeln, bezieht sich aber genauso selbstverständlich auf andere Kulturen und Philosophien, von denen Death Metal nur eine ist.




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Ob sie nun die kontroverseste Metalband Ägyptens sind wie sie auf ihrer Facebookseite behaupten, lässt sich schwer beurteilen. Ganz sicher scheint sich die 2005 von Amr Shebl und Hazem Sherif gegründete Formation da auch nicht zu sein. Doch da Metal an sich in Ägypten keinen sonderlich leichten Stand hat und die gesellschaftliche Akzeptanz für verzerrte Gitarren, extremen Gesang und donnerndes Schlagzeug noch ziemlich gering ist, reicht beinharter Progressive Metal an sich schon aus, um für Kontroversen zu sorgen. Dass sich das Quartett aus Kairo auf ihrem geplanten Debütalbum vom tschechischen Sedletz-Ossuarium inspirieren lässt, für dessen Verzierung der Holzschnitzer František Rint im späten 19. Jahrhundert Knochen von etwa 10.000 Menschen verwendete, dürfte hilft MEDIC in konservativeren Kreisen vermutlich nicht dabei, Schwiegermutters Lieblinge zu werden.




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Die Diskussionen, ob Black Metal nun ohne satanistischen Hintergrund möglich sei oder nicht, werden wohl nie aufhören. Dabei haben beide Seiten ja irgendwo Recht: Black Metal ist sowohl „nur Musik“ wie auch mehr als das – je nach persönlicher Einstellung halt. DARK PHILOSOPHY, im brütend heißen ägyptischen Sommer 2004 gegründet, weisen jegliche Satanismusvorwürfe weit von sich. Aber dass ihre Musik für sie mehr ist als einfach nur ein lautes Hobby, davon darf man schon ausgehen. Die fünfköpfige Band aus Kairo spielt ihren Black Metal leidenschaftlich und roh, mit ein paar Farbtupfern durch gelegentliche Keyboardeinsätze und einer immer wieder durchschimmernden Vorliebe für klebrigen, finsteren Doom. Ihr frei erhältliches aktuelles Album "50000 Years" kann vielleicht nicht die Ur-Diskussion des Black Metal beenden. Aber wenn Metal nicht sowieso mehr als Musik wäre, wären DARK PHILOSOPHY sicher nicht hier.




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Wie viele andere Bands beginnt die Geschichte von SINPROPHECY nicht mit eigenen Stücken, sondern mit Coverversionen all dessen, was einem gefällt. Für Sänger Sayed Ragai und seine Mitstreiter Amr Fadaay und Youssef El-Qushairy sind das unter dem Namen HARMONY VIOLENCE Stücke von KORN, JUNGLE ROT, EKTOMORF, HATEBREED und SLAYER. Nach einigen Besetzungswechseln und einer Namensänderung gibt es von SINPROPHECY nur noch eigenes Material. Beeinflusst von Bands wie DAYLIGHT DIES, DARK TRANQUILITY und KATATONIA feilen die Ägypter an ihrer Vision von melodischem Death/Doom.




Bis zum 30. Juni 2013 läuft die Crowdfunding-Phase für das Projekt – weitersagen ist also angesagt! Und so wichtig Geld sein mag, es ist nicht alles. Unterstützen könnt ihr die ägyptischen Metaller auch, indem ihr ihren Riffs Gehör schenkt, sie weiterempfehlt, euch mit ihnen beispielsweise auf Facebook austauscht, nächstes Jahr in die Rolle des Fremdenführers in München schlüpft und so weiter. Es liegt an euch!

grim_rieper

Autor: Lennart Riepenhusen [Grim_Rieper] | 23.04.2013 | 13:38 Uhr
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