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Datum: 24.06.2003Stadt: Frankfurt/Main

Als im letzten Jahr das erste wirklich an die Öffentlichkeit dringende Album von STONE SOUR in Läden kam, war für mich klar, dass ich bevor SLIPKNOT wieder auf Tour gehen würden, ich mir auch dies nicht entgehen lassen wollte, wo ich doch auch ein Interview mit dem angehenden Kultfronter Corey Taylor angedacht hatte. Als Kollege Danu und ich durch den Eingangsbereich der Frankfurter Batschkapp in das Innere derer gelangten, war die Halle schon recht gut gefüllt –erstaunlicherweise nicht mit wie zu erwarten gewesen wäre Heerscharen von SLIPKNOT-Kiddies- und nach kurzer Wartezeit ging es dann auch schon mit dem Support der Amis los. Danu und seine Hormone wissen davon zu berichten…

shilrak



Den Anfang an diesem Abend machte die junge Band TAPE". Die aus den USA, Chile und Deutschland stammenden Musiker bringen diesen Sommer ihr Debütalbum auf den Markt und taten ihr bestes, um dieses ordentlich zu promoten. Was bei TAPE als erstes auffiel, war ihre chilenische Sängerin Dacia. Die sich in Sachen Stageacting wirklich alle Mühe gab. Ich habe schon Sängerinnen auf der Bühne gesehen, die genauso viel abgehen wie sie und ich habe auch schon Sängerinnen gesehen die einen ähnlich kurzen Rock trugen wie sie, aber die Kombination von beidem hatte ich bis zu diesem Tag noch nicht erlebt. Dementsprechend war der optische Genuss schon mal gesichert. Aber auch musikalisch ging es sehr interessant und unterhaltsam zur Sache. TAPE spielen sehr Rhythmus orientierte harte aber auch äußerst melodische und eingängige Musik. Sängerin Dacia spielte mit ihrem gesamten Können, das von souligen Passagen, über Geschreie bis hin zu einzelnen Rap-Passagen alles zu bieten hatte was man sich nur wünschen kann. Der Schwerpunkt der Songs, die sehr klar und übersichtlich strukturiert waren, lag meistens auf stark ohrwurmverdächtigen Refrains von denen mir einige immer noch im Ohr herum wuseln. Ich war jedenfalls schwer beeindruckt von der Darbietung dieser Multikulti-Truppe, die es wunderbar versteht Melodie, Härte und Abwechslung in tolle Songs zu verpacken. Dazu gab es immer wieder kleinere "Luft-Box" Einlagen der Frontschönheit, so dass wirklich nie Langeweile aufkam. Lediglich an der Motivation des Publikums kann man noch etwas feilen. Wenn nun das Album genauso Klasse ist, wie die Live Darbietung, und die Plattenfirma entsprechende Promo leistet, kann man den Namen GUANO APES bald getrost in die Ecke stellen und durch TAPE ersetzen. Vor allem hätten wir dann eine hübsche Frau mehr im Fernsehen.

Danu



Dem vorher noch ziemlich skeptischen Kollegen hatte also schon der Auftakt des Abends zugesagt, womit ich mich schon gespannt auf seine Reaktionen den Headliner betreffend gespannt zeigte. Als diese dann unter lautem Jubel die Bühne betraten und mit dem „Get Inside“ richtg schön auf die Kacke hauten, ging es vor der Bühne gleich kräftig los. Dies sollte während einer Setlist, die der des Albums fast bis aufs Haar glich nicht abbrechen. „Cold Reader“, „Monolith“, „Blotter“, „Orchids“, „Take A Number“ – alles am Start und zusehends wurden die Protagonisten mehr gefeiert. Mit der Mischung Soft & Heavy wurden hier die Mähnen zum Bangen und die Hälse zum pathetischen mitsingen gezwungen. Sogar „Bother“ –was an sich ein klasse Song ist, ich aber auf der Platte nur in dusteren Kuschelstunden etwas damit anfangen kann- hat mich an diesem Abend vollends überzeugt; und das lag nicht nur daran, das der Mr. Charisma himself mitten im Song die erste Strophe von METALLICA’s „Welcome Home [Sanitarium] anzupfte und –sang. Die Stimmung war unglaublich am kochen und man konnte die gute Laune förmlich spüren. Auch in Punkto Stageacting wies der sympathische Proll alles auf, was er zu bieten hatte; feuerte die Meute mit eigenen Bang-Gelagen und Aufforderungen en masse an und gab sich nicht als Psycho sondern viel eher als Kumpeltyp. Dass STONE SOUR solche Energien freisetzen können, hätte ich beim besten Willen nicht geglaubt. Sicher liegt das zum Großteil an einem großartigen Fronter, und wie eingangs erwähnt, zählt dieser für mich unumwunden zu einem Anwärter auf Kultstatus - keine Frage. Damit allerdings, hätte ich wie gesagt nicht gerechnet. Beim rauswerfenden „Tumult“, das einem unaufhaltsam die Fresse zu polieren droht, wurde dann das Set –das übrigens durch zwei neue, ebenfalls gut bretternde Songs ergänzt worden war- beendet und mit Corey’s Zwiegespräch „Omega“ durften die Erschöpften und Gebeutelten den Weg Richtung Heimat antreten. Schade nur, dass die restlichen Bandmitglieder beachtungstechnisch etwas auf der Strecke blieben, aber bei dem Typ am Mikro auch wirklich kein Wunder. Selten habe ich einen derart intensiven Gig in der Batschkapp erlebt und verbleibe mit freundlichen Grüßen...

shilrak



In unserer Galerie findet Ihr noch mehr Bilder von TAPE, STONE SOUR und dem Interview. Die Auswahl der TAPE-Frontfrau-Pics überwiegt allerdings, da Kollege Danu sich nicht zurückhalten konnte und sich der Akku der Kamera bei der STONE SOUR-Show schon ziemlich am Ende seiner Kräfte befand. Nichts für ungut :-)

shilrak, Danu

Autor: Markus Jakob [shilrak] | 30.06.2003 | 03:21 Uhr
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