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Datum: 09.11.2008Stadt: Stuttgart



Bereits zum dritten Mal beehren die US-amerikanischen Thrash-Haudegen SLAYER den alten Kontinent, um den Europäern gemeinsam mit weiteren Hochkarätern ein paar unheilige Konzertabende zu bescheren. Geschmiedet wurde die SLAYER’sche Allianz in diesem Fall mit deren Landsleuten TRIVIUM und MASTODON sowie den schwedischen Vorzeige-Wikingern AMON AMARTH. Was der Speisekarte nach zu urteilen noch auf ein mehrgängiges Sterne-Menü in der Stuttgarter Schleyerhalle schließen lässt, entpuppt sich im Nachhinein zwar nicht unbedingt als reines Fast Food-Festival, ein fader Beigeschmack im Gaumen des geneigten Gourmets lässt sich im Endeffekt jedoch nicht leugnen. Denn nach minimal verspätetem Eintreffen in der zwar gut aber nicht unbedingt voll besetzten Halle gilt es zu den Klängen AMON AMARTHs zunächst den ersten Schock zu verdauen: Die Schwergewichte MASTODON haben noch vor 19 Uhr, also der allseits bekannt gegebenen Start-Uhrzeit, mit ihrem Set begonnen und dies nach wenigen Songs bereits abgeschlossen. Skandal! Als Protest gegen diese im wahrsten Sinne des Wortes Fan-Verarsche einerseits und zur Unterstützung einer großartigen Band andererseits soll an dieser Stelle ein kurzes Review der Show MASTODONs im Konjunktiv folgen.

.: MASTODON :.
Wären die Zuschauer nämlich alle überpünktlich durch die Pforten der Schleyerhalle stolziert, um sich vor der wohl mit imposantem „Blood Mountain“-Backdrop verschönerten Bühne zu postieren, hätte sie das aufstrebende Quartett aus der Hauptstadt des US-Bundesstaats Georgia mit seinem groovy Metal auf technisch hohem Niveau sofort aus den Stiefeln gehauen. Wahrscheinlich hätte die Gruppe mit „The Wolf Is Loose“, dem fulminanten Opener der aktuellen Scheibe, losgelegt, um den Anwesenden danach in Form des mächtigen „Blood And Thunder“ vom Vorgänger „Leviathan“ die akustische Keule voll auf die Zwölf zu schmettern. Vielleicht hätte „Bladecatcher“ mit seinem wahnwitzigen Gesangspart den Weg in die Setlist gefunden, eventuell auch das erhabene Instrumental „March Of The Fire Ants“ vom Debütalbum „Remission“; bei Tracks wie „Capillarian Crest“ oder „I Am Ahab“ kann man schon fast davon ausgehen. Sehr wahrscheinlich ist es auch, dass den Anhängern der ein oder andere Song von der neuen, Anfang 2009 erscheinenden Scheibe „Crack The Skye“ kredenzt worden wäre, welcher die Wartezeit bis ins neue Jahr ein wenig verkürzt hätte. Doch leider Gottes entsprechen all diese Ausführungen nur einer nicht mehr zu verwirklichenden Wunschvorstellung. Vielen Dank auch an alle Verantwortlichen für diese freche Aktion.

.: AMON AMARTH :.
Doch jetzt schnell wieder zurück in die Gegenwart. Diese heißt AMON AMARTH und an der Seite von deren Geldbeutel sind die nordisch-mythologischen Götter nicht erst seit dem letzten Album „With Oden On Our Side“. Was soll man über die chart-erprobten, sich ständig auf Tournee oder Open Air Festivals befindlichen Skandinavier noch groß schreiben? Sie sind auf deutschen Bühnen schlicht omni-präsent und wer sie bis zu diesem Tag noch nie zu Gesicht bekommen hat, der hat entweder die Volljährigkeitsgrenze noch nicht überschritten oder befand sich die letzten Jahre hinter schwedischen Gardinen. Der Vollständigkeit halber sei fürs Unholy Alliance-Protokoll jedoch festgehalten, dass die AC/DC des Viking Metal ihre Klientel wie immer fachgerecht unterhält, Kopf wie Methorn kreisen lässt und sich zum Schluss mit „The Pursuit Of Vikings“ von allen headbangenden Wochenend-Wikingern in der Halle verabschiedet. Eine Zugabe gibt es nicht, Forderungen danach werden durch die abrupte Vollbeleuchtung der Halle sofort im Keim erstickt.


.: TRIVIUM :.
Die folgende Umbaupause für TRIVIUM gestaltet sich dann erfreulicher als angenommen. Denn der gemeine SLAYER-Fan, nicht umsonst bekannt als einer der intolerantesten der gesamten Metalszene, hält sich mit ‚Slayer, Slayer’-Rufen – wie auch weitestgehend mit Bierbecherwerfen gen Bühne während der folgenden Show – unerwartet zurück. Auf diese Weise kann der neutrale Beobachter frohen Mutes die folgende Lektion ‚zeitgemäßer Metal anno 2008’ aus dem Hause TRIVIUM genießen. Ein paar Halbwüchsige in den vorderen Reihen zetteln während den schnelleren Parts zwar immer wieder ihr munteres Kreisgerenne an, doch dieser adoleszente Aktionismus sei ihnen an dieser Stelle ganz generös verziehen. Denn der Auftritt des Wunderquartetts aus Florida ist an diesem Abend einfach zu perfekt. Eröffnet wird der fulminante Reigen mit „Kirisute Gomen“, dem Opener der just erschienenen Platte „Shogun“, bei dem die Band nach kurzem Akustikgitarren-Intro gleich ihr ganzes Können zeigt, indem klassische Ami-Thrash-Elemente geschickt mit geilen Ohrwurm-Refrains kombiniert werden. Dabei zeugt nicht nur die abartige Soli-Dichte vom musikalischen Ausnahmekönnen der Musiker. Aufsehenerregend ist nämlich auch, dass alle drei Saitenhexer nicht nur ihr Instrument par excellence beherrschen, sondern jeder auch am Mikro zum Zuge kommt. Den beiden ersten Scheiben der Diskographie wird an diesem Abend u.a. in Form von „Pull Harder On The Strings Of Your Martyr“ [„Ascendancy“] oder dem gesanglich an James Hetfield in seinen besten Jahren erinnernden „Becoming The Dragon“ [„The Crusade“] Tribut gezollt. Am meisten Stimmung macht während einer äußerst kurzweiligen Show sicher „Into The Mouth Of Hell We March“ mit dem wohl einprägsamsten Chorus des aktuellen Outputs. TRIVIUM schaffen es durch ihren Sound schließlich auch an diesem Abend, die 80er adäquat in die Gegenwart zu beamen und einer gleichermaßen fetten wie epischen Frischzellenkur zu unterziehen. Wer diese Tatsache nicht anerkennen will, sollte sich schleunigst wieder einen Pony schneiden lassen, um gemeinsam mit diesem den engstirnigen Weg zurück ins ‚Jahrzehnt des schlechten Geschmacks’ anzutreten.


.: SLAYER :.
Als der extra für die letzte Umbaupause heruntergelassene weiße Vorhang zu den ersten Riffs von SLAYER endlich fällt, gibt es in den ersten Reihen kein Halten mehr, für die nächsten gut eineinhalb Stunden wird die Band hier gottgleich verehrt. Der aus einer Marshall-Verstärker-Wand freigesetzte Sound setzt sich derart drückend unter der Schädeldecke des Hörers fest, dass schnell klar wird, wer hier – trotz hervorragender Support-Acts – Herr im Hause ist. In einer von großen Hits nur so gespickten Setlist markiert „War Ensemble“ das erste Highlight, dicht gefolgt vom endlich wieder ins Programm genommenen Song „Chemical Warfare“ von der 1984 Kult-EP „Haunting The Chapel“. Keine Kosten und Mühen hat man auch bezüglich der visuellen Untermalung gescheut und so wird während den SLAYER’schen Thrash-Granaten eine coole, im Stil alter Flipper-Automaten gehaltene Videoshow auf die Leinwand hinter Schießbudenmeister Dave Lombardo projiziert, während der sich Kriegsszenarien, Pentagramme, invertierte Kreuze sowie das Bandlogo in verschiedenen Ausführungen abwechseln. Auf Lieder aktuellerer Platten wird an diesem Abend glücklicherweise nicht übermäßig häufig zurückgegriffen und so stehen lediglich „Jihad“, „Cult“, „Flesh Storm“ von „Christ Illusion“ sowie "Disciple" von dessen Vorgänger „God Hates Us All“ für SLAYER nach der Jahrtausendwende. Logischerweise konzentriert sich die Band darauf, dem Publikum das zu geben, wonach es gelüstet – und das sind zweifelsohne wie immer die guten alten Klassiker. Diese werden zum Ende des Konzerts dann auch in unglaublicher Dichte zum Besten gegeben. „Seasons In The Abyss“ macht dabei den Anfang, gefolgt vom mitgegrölten „South Of Heaven“ und dem für viele krönenden Abschluss der Show in Form der wahrscheinlich beliebtesten Tracks „Raining Blood“ und „Angel Of Death“ vom wohl besten Thrash-Album aller Zeiten, „Reign In Blood“. Auch wenn sich beim letzten Song kein Zuschauer daran gestört hat; das projizierte Konterfei des Auschwitzer KZ-Arztes Josef Mengele in Kombination mit SS-Totenkopf wirkt an einem 9. November und der damit für immer verbundenen Reichskristallnacht doch ziemlich makaber. Die Anwesenden SLAYER-Maniacs verschwenden an diesen Gedanken jedoch keine Zeit und so wird das US-Quartett nach diesem finalen Stück natürlich mit frenetischem Applaus aus Stuttgart verabschiedet.


Bei aller musikalischer Erhabenheit von sowohl SLAYER als auch TRIVIUM dürfen bei einem solch durchkommerzialisierten Massenevent durchaus auch kritische Töne angebracht werden. Ein fettes Minus handelt sich die Veranstaltung durch den eingangs schon erwähnten zu frühen Beginn ein, auf Grund dessen nicht wenige Zuschauer die gerne erlebten MASTODON verpassen. Die Preise für T-Shirts am Merchandise-Stand tun in diesem Zusammenhang ihr Übriges, muss man für ein SLAYER-Leibchen doch satte 30 Euro auf die Ladentheke legen. Natürlich, werden einige sagen, werden Tom Arayas Mannen da noch von manchen Gruppen gar überboten. Doch auch 30 Euro sind für einen Fetzen Stoff, mit dem sich der Käufer beim Tragen gleichzeitig ja zur Werbefläche der Band macht, viel zu viel. Apropos: Bei drei Euro für einen Mini-Becher Bier nehmen die Betreiber des kulinarischen Services der Schleyerhalle das Geld auch von den Lebenden, von denen der Großteil sich nach SLAYER noch ein obligatorisches Tourshirt-Souvenir ergattert und danach gut angeheitert den Weg nach Hause antritt...

sk

Autor: Sebastian König [sk] | 11.11.2008 | 15:07 Uhr
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