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Datum: 25.02.2012Stadt: Ludwigshafen




Nachdem die neuseeländischen Deather ULCERATE bereits im Zuge ihres letzten Albums, „Everything Is Fire“, in Europa unterwegs waren, und zwar im Vorprogramm von NILE, wagen es die Kiwis bei Tour Nummer zwei direkt mit der Headliner-Position. Auf alle Fälle eine mutige Sache, wobei der noch aktuelle Überflieger „The Destroyers Of All“ keinerlei Zweifel am Können von ULCERATE aufkommen lässt und somit für genügend bzw. berechtigtes Selbstvertrauen gesorgt haben dürfte. Mit am Start im Rahmen der „Burning Winter Tour 2012“ waren zudem die französischen Black/Deather SVART CROWN, sodass es sich lohnte, am letzten Tag der Tour im „Dome“ [Das Haus] in Ludwigshafen vorbeizuschauen.



.: DEAD EYED SLEEPER :.
An diesem fast schon frühlingshaften Samstagabend um kurz nach halb neun sind dann bereits zwei der lokalen Vorbands, d.h. WOMB LEECH und TULZSCHA, wieder vom Parkett und das Dome präsentiert sich recht übersichtlich und eher mittelmäßig besucht. Schade für das Tourpaket und die Veranstalter, denn im Schnitt dürften ungefähr 80 Zahlende anwesend sein. Das beflügelt die Odenwälder Deather DEAD EYED SLEEPER zwar nicht unbedingt, beirrt sie aber auch keineswegs, sodass eine gute halbe Stunde lang hauptsächlich Material des aktuellen Longplayers „Observing Oblivion“ sowie des Vorgängers „Through Forests Of Nonentities“ geboten wird. Im Vordergrund steht natürlich Sänger Sam Anetzberger – auch bekannt durch FRAGMENTS OF UNBECOMING –, während auch der Rest der Band sichtlich darum bemüht ist, dem lethargischen Publikum mit teils recht progressivem Death Metal einzuheizen, was zum Ende hin auch gelingt. Wenig hilfreich ist da der arg undifferenzierte, matschige Sound, der leider so manches Details absaufen lässt. Unterm Strich ein brauchbarer Auftritt von DEAD EYED SLEEPER.



.: SVART CROWN :.
Weiter geht es mit den Co-Headlinern SVART CROWN, die nicht nur im vorletzten Jahr mit „Witnessing The Fall“ ihr zweites Album über Listenable Records unters Volk brachten, sondern offensichtlich und hörbar große Fans von BEHEMOTH sind, denn so manches Mal erinnert der Black/Death der Jungs aus Nizza an das polnische Quartett oder auch deren Landsleute von HATE. Leider fehlt es SVART CROWN dann aber trotz aller Brutalität und des nicht von der Hand zu weisenden spielerischen Könnens an der entsprechenden Durchschlagskraft sowie an fesselndem Songmaterial. Nicht falsch verstehen, denn SVART CROWN machen ihre Sache insgesamt ansprechend, aber mehr eben auch nicht. Leider haben sie dann auch noch während zwei Songs ziemliches Pech, da die Mikros komplett ausfallen und Sänger/Gitarrist JB sich zwar einen abbrüllt wie ein Großer, aber schlichtweg kein Ton beim Publikum ankommt. Shit happens, wie es so schön heißt, und nach einer guten Dreiviertelstunde ist die französische Truppe dann mit ihrem Programm durch. Fazit: Okay gespielt, aber dennoch eher unspektakulär und zudem mit undifferenziertem Sound versehen, sodass dauerhaft wenig hängen bleibt.



.: ULCERATE :.
Ganz anders sieht das nach einer kurzen Umbaupause dann bei ULCERATE aus, die zwar auch keinen gestochen klaren Sound bekommen, aber dennoch deutlich besser dastehen als die restlichen Bands. Und das ist auch gut so, denn die vielschichtige, dynamische Mucke der Neuseeländer, will heißen: technisch anspruchsvoller Death Metal mit zahlreichen Ambient/Post-was-auch-immer-Anteilen mit Klangteppich-Faktor, benötigt einfach einen brauchbaren Sound, um richtig zünden zu können. Überhaupt sind die Songs eher für das eigene Kopfkino gedacht, funktionieren aber auch live sehr gut, was vor allem an dem bestechenden sowie hypnotischen Drumming von Jamie Saint Merat liegt, der so manchem Zuschauer die Kinnlade herunterklappen lässt. Doch auch die beiden Saitenhexer um Sänger/Bassist Paul Kelland wissen einiges zu bieten, was nicht zuletzt am unkonventionellen Riffing jenseits von Geschwindigkeits-/Frickelrekorden von ULCERATE liegt, das die Band aus der großen Masse herausragen lässt und solche Stücke wie „Dead Oceans“, „Cold Becoming“ mit seinen flirrenden Ambient-Parts, das NEUROSIS-lastige „Caecus“ oder auch das epische „The Destroyers Of All“ – als Zugabe vehement eingefordert – zu etwas Besonderem machen. Da braucht es auch keine große Lichtshow oder Ähnliches, denn eine gute Stunde lang vermögen die vier Musiker auch so die Zuschauer in ihren Band zu ziehen, sodass die Zeit wie im Fluge vergeht und nahezu die komplette „The Destroyers Of All“-Veröffentlichung live präsentiert wird. Prima! Hinzu kommen einige wenige Stücke von „Everything Is Fire“, während die übrige Diskographie, z.B. das ebenfalls starke „Of Fracture And Failure“, mittlerweile ausgeklammert wird. Doch das tut dem Auftritt keinen Abbruch, denn gerade auf dem aktuellen Album haben sich die Kiwis noch einmal gehörig weiterentwickeln können und mal so eben eines der besten Death-Metal-Alben des Jahres 2011 abgeliefert, was sicherlich ausschlaggebend für den kürzlich ergatterten Vertrag mit Relapse Records gewesen sein dürfte. Und diesen Eindruck untermauern ULCERATE auch an diesem Abend in Ludwigshafen problemlos, denn auch wenn die kleine Halle nicht unbedingt zum Bersten gefüllt war, so spricht der tosende Applaus am Ende des Auftritts dennoch Bände über die Qualität der eben vergangenen 60 Minuten. Weiter so!

Setlist:

01. Burning Skies
02. Soullessness Embraced
03. Cold Becoming
04. Caecus
05. Dead Oceans
06. Omens
07. Everything Is Fire
08. The Destroyers Of All [Zugabe]



soulsatzero

Autor: Alexander Eitner [soulsatzero] | 28.02.2012 | 21:29 Uhr
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