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Datum: 10.09.2017Stadt: Hannover




Die Festivalsaison hat gerade ihren letzten Atemzug ausgehaucht, schon starten die großen Herbsttouren und versuchen, den nach Wacken, Summer Breeze und Hellfest immer noch metalhungrigen Leuten das Septembergehalt aus der Tasche zu luchsen. Bei letzterem generell gerne vorne mit dabei und auch hier auch terminlich früh am Start sind WINTERSUN, die den ersten Tourzyklus für ihr neues Album "The Forest Seasons" fahren und sich dafür mit WHISPERED und BLACK THERAPY zwei (zumindest mir) völlig unbeleckte Gäste eingeladen haben. An einem lauen Spätsommerabend in Hannover 350 Leute, fast einheitlich in WINTERSUN-Paintbrush-Merch verpackt, vor die Bühne zu locken ist eine beachtliche Leistung.

Leider eine Leistung, von der BLACK THERAPY so gut wie nichts haben. Wann sich die Unsitte eingeschlichen hat, gerne mal den Konzertbeginn unangekündigt um eine halbe Stunde vorzuverlegen und den Opener parallel zum Einlass (und vor allem: eine halbe Stunde vor offiziellem Beginn) spielen zu lassen, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass ich's unmöglich finde. Die Römer von BLACK THERAPY haben jedenfalls nur noch die Chance, mit einem einzigen Song bei mir einen Eindruck zu hinterlassen, und der ist ganz gut: Die Jungs passen mit ihrem relativ modernen, spielfreudigen MeloDeath, der durchaus Anklänge an Jari Mäenpääs Gitarrenstil zeigt, gut ins Bild. Ein wenig blass und verloren wirken sie, vielleicht auch deshalb, weil sie ihr Equipment vor der WINTERSUN-Ballerburg aufbauen mussten und wenig Bewegungsspielraum haben, und auch, weil der Sound offenbar ein Notprodukt ist. Trotzdem scheint das Quintett einen ordentlichen Eindruck zu hinterlassen, und Fronter Giuseppe Massimiliano Di Giorgio hat nicht nur den Preis für den schönsten Namen des Abends sicher, sondern bedankt sich auch artig und aufrichtig für den durchaus vorhandenen Publikumszuspruch.




Nur 15 Minuten später stürmen WHISPERED auf die Bühne. Warum die vier Finnen WINTERSUN begleiten dürfen ist schon klar, bevor auch nur ein Musiker sein Instrument angefasst hat: Die Band ist in Samurai-Gewänder gewickelt und trägt Kumadori, das an Warpaint erinnernde Make-Up des traditionellen japanischen Theaters (so erklärt sich auch das kryptische Shirtmotiv "True Finnish Samurai Metal" am Merchstand!), und das völlig überkitschte Orchesterintro zur Show könnte auch wunderbar von WINTERSUNs "Time I"-Album stammen. Konzeptionell ist das auf jeden Fall eigen und auffällig und funktioniert im Albumformat tatsächlich ganz gut. Live schaffen es WHISPERED nicht ganz, ihren durchaus nicht unanspruchsvollen MeloDeath mit spielfreudigen Progressive- und Power Metal-Elementen angemessen umzusetzen. Die Performance wirkt nicht ganz tight, der Sound ist matschig und relativ dünn, die fernöstlichen Elemente vom Band können sich nicht angemessen durchsetzen, und das Publikum wirkt angesichts dessen auch relativ ratlos. Die anwesenden Cosplay-Mädels mit den blauen Haaren fanden's aber toll, die Wacken-Shirtträger vor der Tür offenbar weniger.




Und dann, nachdem die hübsch zurechtgemachte Bühne für die Attraktion des Abends vorbereitet wurde, legen WINTERSUN mit dem "Spring"-Song des aktuellen Album los und ernten schon dafür, dass sich der von FINNTROLL entliehene Sessiondrummer Heikki Saari hinter das Drumkit setzt, mehr Applaus als beide Vorbands zusammen. Als die Musiker nacheinander auf die Bühne stürmen, zuletzt aus einer Kunstnebelwolke herausbrechend Jari Mäenpää selbst, kocht das Musikzentrum förmlich auf. Man kann dem schrägen Finnen sicherlich eine Menge vorwerfen, aber er ist ein charismatischer Frontmann, ein von der Last der Gitarre befreit noch ausdrucksstärkerer Sänger und zudem einer von wenigen Musikern, dem ich die tiefe Leidenschaft für seine Musik auf der Stelle abnehme. Das spürt auch das vollzählig anwesende Publikum und brüllt sich die Lunge aus dem Leib - während der Songs beim Mitsingen der Texte, dazwischen mit echter Begeisterung. Und WINTERSUN sind gut drauf und liefern eine zwar professionelle, aber nie zu routinierte Show von exakt 90 Minuten ab, die sich gewaschen hat. Das darf sie für einen Eintrittspreis von 30 Euro auch gerne. Die im Vergleich zu den Sommerfestivals erweiterte Setlist umfasst heute Abend neben "Spring" vom Debütalbum "Winter Madness", "Beyond the dark Sun", "Death and the Healing" und "Starchild" (letzteres habe ich nie ganz verstanden - da bietet das Album mindestens zwei bessere Alternativen) natürlich noch "Sons of Winter and Stars" und in der Zugabe "Time" vom "Time I"-Album sowie - und das ist überraschend - die "Autumn"- und "Winter"-Stücke des aktuellen Albums.
Schon beim Summer Breeze-Auftritt hatte ich den Eindruck, dass das monoton düstere "Autumn" beim Publikum weniger angenommen wird. Das ist auch heute Abend so. Das Stück ist letztlich zu wenig griffig und zu weit weg von den Mitsingrefrains und bewegenden Leadgitarrenmelodien, die Jaris Musik sonst prägen. Wiederum ist es auch nicht düster genug, um die Atmosphäre der von Publikumsnähe und offen zur Schau gestellter Leidenschaft geprägten Show tatsächlich zu kippen. Da wäre das PRIMORDIAL-eske "Summer" vielleicht die klügere Wahl gewesen.
Beeindruckend aber: Das intime und auch für Jari sichtlich herausfordernde "Winter", das ich live tatsächlich nicht erwartet hatte. Der Song lebt in der Albumversion von einer zerbrechlichen, sehnsüchtigen Gesangsleistung, die definitiv an die Grenzen von Jaris variabler Stimme geht, aber die Band schafft es tatsächlich, das Stück angemessen und in all seiner Schönheit umzusetzen. Angenehm zu sehen: Da hören dann die Mitsingspielchen, die Aufforderung, die "Smartphone Lights" rauszuholen und die ganze Theatralik für einen Moment auf und weichen echter Berührtheit.




So gehen an diesem Sonntagabend, soweit ich das aus den Gesprächen heraushören kann, annähernd alle Gäste sehr glücklich und zufrieden ihrer Wege (im Idealfall mit einem der vier kitschigen Shirtmotive in der Tasche), und das angesichts einer makellosen Headliner-Leistung zurecht. Ich habe für mich persönlich die Erkenntnis gewonnen, dass ich nicht weiß, ob ich Jaris Entscheidung, seine Gitarren einem zweiten Gitarristen anzuvertrauen, besonders gut finde. Im Vergleich zu dem immer bescheidenen, ruhig lächelnden Teemu Mäntysaari wirkt der pakistanische Neuzugang Asim Searah auf mich unangenehm überheblich (besonders dann, wenn er auch mal ein Solo spielen darf), agiert aufgesetzt und trübt für mich das sympathische Gesamtbühnenbild WINTERSUNs damit ein wenig. Weil das aber vermutlich niemanden außer mir interessiert, kann man WINTERSUN wohl einfach einen rundum gelungenen Start in die Herbsttour-Saison 2017 bescheinigen.

Fotos: Stefan Junge

Florian Dammasch

Autor: Florian Dammasch [Alboin] | 15.09.2017 | 09:29 Uhr
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