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HomeReviewKrisiun – Scourge Of The Enthroned
Das Cover des Krisiun-Albums "Scourge Of The Enthroned"

Krisiun – Scourge Of The Enthroned

Das Cover des Krisiun-Albums "Scourge Of The Enthroned"

Wertung
5.0/7 Punkten


Info
VÖ: 07.09.2018
Label: Century Media
Spielzeit: 00:38:07


Line-Up
Alex Camargo – Vocals, Bass
Moyses Kolesne – Guitar
Max Kolesne – Drums


Tracklist
Scourge Of The Enthroned
Demonic III
Devouring Faith
Slay The Prophet
A Thousand Graves
Electricide
Abysmal Misery [Foretold Destiny]
Whirlwind Of Immortality

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Geschwisterpaare sind im Rock und Metal keine Seltenheit: Bei DEICIDE waren lange die Gebrüder Hoffman aktiv, SEPULTURA wurden einst von Max und Igor Cavalera angeführt und alle stilbildenden AC/DC-Alben tragen die Handschrift von Malcolm und Angus Young, um nur wenige Beispiele zu nennen. Dass bei den brasilianischen Death Metallern KRISIUN allerdings gleich drei Brüder gemeinsam musizieren, kann gut und gerne als Besonderheit gesehen werden – umso mehr, weil es Alex, Moses und Max inzwischen seit knapp 30 Jahren in der gleichen Band aushalten. Entsprechend veröffentlicht das Trio mit „Scourge Of The Enthroned“ auch schon sein elftes Album.

 

„KRISIUN haben ihren stilbildenden Sound schon vor langer Zeit gefunden und machen auch auf ‚Scourge Of The Enthroned‘ keinerlei Anstalten, davon abzurücken.“

 

Auf „Sourge Of The Enthroned“ mischen KRISIUN einmal mehr recht gradlinigen Death Metal mit hohem technischem Anspruch mit mehr oder weniger stark ausgeprägtem Thrash-Einschlag und mäandern dabei in ihren Songs zwischen griffigen Riffs und atmosphärischem, verheißungsvoll-düsterem Melodie-Geschrammel hin und her. Zusammen mit den im Kontrast dazu recht rockigen Leadgitarren-Licks von Moyses Kolesne ergibt das den typischen KRISIUN-Sound, den Fans der Brasilianer seit jeher kennen und lieben. Bieten KRISIUN hier also etwas Neues? Kaum. Aber innerhalb der Nische, in der sie es sich mich ihrem Sound über knapp drei Jahrzehnte bequem gemacht haben, liefern sie mit „Scourge Of The Enthroned“ in jedem Fall solide Handwerkskunst ab. In Nummern wie dem furiosen Opener oder dem nachfolgenden „Demonic III“ bieten die Herren dabei zwar insgesamt recht nachvollziehbaren Death Metal, punkten aber mit teils trickreichen Riffs und gegenläufigen Rhythmen. Spannender wird es auf „Scourge Of The Enthroned“ allerdings in den eher Trash-lastigen Momenten wie „Devouring Faith“ und „A Tousand Graves“ – hier hört man KRISIUN auch ihre Herkunft deutlich an, denn vor allem erstere Nummer klingt nicht selten wie ein SOULFLY-Song aus „Dark Ages“-Zeiten. Wollte man Kritik üben, zwei Punkte fielen maßgeblich ins Gewicht: Erstens ist der Sound von „Scourge Of The Enthroned“ bei weitem nicht dass, was man im Genre heute erwarten darf. Zwar überzeugen KRISIUN hier mit ziemlich gelungenem Gitarrenton, allerdings fällt das Schlagzeug arg schwachbrüstig aus und klappert etwas verloren im Hintergrund, was angesichts der stets wuchtigen Riffs und Blastbeats von Drummer Max Kolesne nicht wirklich passend erscheint. Zweiter Kritikpunkt ist, dass KRISIUN auf „Scourge Of The Enthroned“ zwar grundsätzlich hochwertige Songs abliefern, das Material sich aber kaum von dem ihrer Vorgängerwerke unterscheidet und auch die Platte selbst an einer gewissen Gleichförmigkeit leidet. So wirkt diese Platte zwar stets wie aus einem Guss, allerdings könnte die Aufmerksamkeit einiger Hörer nach knapp 40 Minuten ununterbrochenem Death Metal-Sperrfeuer etwas strapaziert sein…

 

KRISIUN haben ihren stilbildenden Sound schon vor langer Zeit gefunden und machen auch auf „Scourge Of The Enthroned“ keinerlei Anstalten, davon abzurücken. Das resultiert in einem kernigen Death Metal-Album, das sämtliche bekannten Elemente der Musik der Brasilianer in Vollendung bietet und somit Fans der Truppe sofort in ihrer Wohlfühlzone abholt. Es bedeutet aber auch, dass KRISIUN den Spielraum zur Entwicklung, den sie als hochkarätige Musiker zweifelsohne haben, weithin ungenutzt lassen und so ist „Scourge Of The Enthroned“ eben „nur“ ein weiteres KRISIUN-Album. Ein starkes Death Metal-Album ist die Platte aber dennoch.

Thomas Meyns / 07.09.2018

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